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Klarspüler kann Diabetes bis MS fördern – wenn Alkoholethoxylat enthalten ist

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Von: Juliane Gutmann

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Die Geschirrspülmaschine erleichtert die Arbeit im Haushalt enorm. Wer allerdings zum falschen Klarspüler greift, schadet seiner Gesundheit immens, so Forschende.

Gläser zeigen nach dem Waschgang im Geschirrspüler Kalkablagerungen und milchige Eintrübungen? Die erfahrene Hausfrau oder der erfahrene Hausmann greift jetzt zu Klarspüler. Der soll das Geschirr wieder richtig glänzen lassen, indem er etwa die Bildung von Wasserperlen auf den Oberflächen vermeidet, die nach dem Trocknen Flecken hinterlassen können. Doch so schön das Geschirr auch aussieht, wenn es klargespült wieder ins Regal geräumt wird: Es könnten Rückstände anhaften, die chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose und Diabetes fördern.

Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam des Schweizerischen Instituts für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) an der Universität Zürich (UZH). Vor allem der Inhaltsstoff Alkoholethoxylat in Klarspülern hat einen toxischen Effekt auf den Magen-Darm-Trakt, heißt es in einer Pressemitteilung der UZH. Infolge kann das Darmepithel (die Zellschicht, die den Darm auskleidet) Schaden nehmen, was mit Krankheiten wie Nahrungsmittelallergien, Gastritis, Diabetes, Fettleibigkeit, Leberzirrhose, rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose, Autismus-Spektrum-Erkrankungen, chronischen Depressionen und Alzheimer in Verbindung gebracht wird, so die Forschenden.

Eine Spülmaschine läuft im Energiespar-Modus.
Geschirrspülmaschinen sind aus Großküchen nicht wegzudenken. Doch der Gebrauch der Küchenhelfer birgt Risiken. © Rolf Kosecki/Imago

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Darmzellschäden können „bei der Entstehung von zwei Milliarden chronischen Krankheiten“ beteiligt sein

Problematisch sind den Forschenden zufolge vor allem professionelle Geschirrspüler, die etwa in Großküchen Anwendung finden und deren Waschgänge oftmals nur wenige Minuten dauern. „Besonders bedenklich ist, dass bei vielen Geräten dabei keine zusätzlichen Spülgänge zur Entfernung der Reste des Klarspülers durchgeführt werden“, wird Studienleiter Cezmi Akdis, UZH-Professor für experimentelle Allergologie und Immunologie und Direktor des SIAF, in der Pressemitteilung zitiert. Potenziell giftige Substanzen würden so auf dem Geschirr zurückbleiben und bei der nächsten Verwendung könnten sie leicht in den Magen-Darm-Trakt gelangen, so Akdis weiter.

„Wir nehmen an, dass defekte epitheliale Barrieren bei der Entstehung von zwei Milliarden chronischen Krankheiten eine Rolle spielen“, ordnet Akdis die Studienerkenntnisse ein. Im Rahmen der Analyse konnten er und seine Kollegen und Kolleginnen durch Laborversuche zeigen, dass Klarspüler Darmepithelzellen abtöten oder durchlässiger für schädliche Substanzen machen kann. Außerdem konnten die Forschenden nachweisen, dass Alkoholethoxylat als Inhaltsstoff einiger Klarspüler mehrere Gene aktiviert und Signalestoffe produziert, die Entzündungsreaktionen auslösen können.

Klarspüler einfach weglassen

„Es ist wichtig, die Öffentlichkeit auf diese Gefahr hinzuweisen, da Alkoholethoxylate offenbar häufig in gewerblichen Geschirrspülern verwendet werden“, so Studienleiter Cezmi Akdis. Auch in herkömmlichen Klarspülern, die im Supermarkt erhältlich sind, kann die schädliche Substanz stecken. In der Liste mit den Inhaltsstoffen muss sie nicht aufgelistet werden, doch der Internetauftritt des Herstellers bringt oft Klarheit. Im Zweifelsfall können Sie Klarspüler auch einfach weglassen.

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