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Selbst schuld? Volkskrankheit Erschöpfung

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Von: Nina Dudek

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Erschöpfte Frau auf Sofa
Knapp zwei von drei Menschen in Deutschland sind manchmal erschöpft. Sie sind also nicht allein! © Adobe

Es beginnt mit immer mehr Übergewicht und endet nicht selten im völligen Zusammenbruch: Erschöpfung! Ein Volksleiden, das nicht sein muss. Denn jeder kann sich davor schützen.

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Manchmal zweifeln Sie daran, ob Sie gute Arbeit leisten? Nachmittags im Büro ist kein Gummibärchen vor Ihnen sicher und abends lockt eher die Couch statt das Lauftreff? Sie sind müde, obwohl Sie eigentlich genug schlafen?
Wenn Sie mit „ja“ antworten, dann sind das womöglich ernsthafte erste Anzeichen für Erschöpfung. Damit wären Sie auch nicht allein! Denn wie eine Umfrage der Techniker Krankenkasse TK ergab, fühlen sich knapp zwei von drei Menschen in Deutschland „manchmal“ gestresst, über ein Viertel sogar häufig (26 Prozent). In Bayern ist sogar jeder zweite zu dick!
Woran das liegt, was wirklich dagegen hilft und dass so manch Stressgeplagter vielleicht sogar doch ein wenig selbst Schuld an der Situation hat, lesen Sie hier.

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Die Top 6 der häufigsten Gründe für Erschöpfung

Müde Frau stützt sich auf ein Balkongeländer
Ausgelaugt, erschöpft, überfordert: Es gibt viele Gründe dafür. © Antonio Guillen Fernández/PantherMedia

Umfragen haben gezeigt, dass immer wieder dieselben Gründe für chronische Erschöpfungszustände genannt werden. Zwar ist jeder Mensch individuell anders gestresst und wo der eine schon beim Läuten des Telefons genervt ist, können andere seelenruhig im lauten Großraumabteil des ICEs schlafen. Doch es gibt eine deutliche Tendenz, was am häufigsten zu Erschöpfung führt.

Diese sechs Gründe sind die häufigsten Ursachen für Erschöpfung:

Psychisch bedingte Erschöpfung: die heimliche Gefahr

Die Top Sechs der häufigsten Gründe für Erschöpfung zählen zu den sogenannten „physischen“ Auslösern, die viele Betroffene selbst als Übeltäter entlarven. Viel gefährlicher, weil schleichend fortschreitend, sind die psychisch bedingten Faktoren. Das können externe Gründe wie viel zu viele Aufgaben, Krankheiten oder Schicksalsschläge sein, aber auch interne Gründe:

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Warum Sie womöglich selbst Schuld an der Erschöpfung sind

Interessant ist die Tatsache, dass viele erschöpfte Menschen ihre stressenden Verhaltensmuster zwar erkennen und oft sogar wüssten, wie sie ihre leeren Akkus wieder aufladen könnten – doch immer wieder stehen hier Vernunft und Wissen in einem zentralen Konflikt mit der Realität und dem wahren Leben.
Fatalerweise werden nämlich viele der zu Erschöpfung führenden Faktoren als „nicht so schlimm“ abgetan, was zu einem Teufelskreis aus immer mehr Erschöpfung und immer mehr „ist auch schon egal“ führt. Auf der Waage kann sich ein solcher Kreislauf im berüchtigten Jojo-Effekt widerspiegeln.

Kennen Sie das auch, dass Sie mal wieder ...
... den Terminkalender vollgepackt haben
... neue Aufgaben übernommen haben
... zu spät ins Bett gegangen sind
... zu lange im Bett geblieben sind, statt Sonne zu tanken
... die Süßigkeitenschublade geplündert haben
... das Lauftreff am Abend verpasst haben

Wichtig

Wenn etwas, das einfach wäre, so schwer umzusetzen ist, gilt in der Psychologie: tiefer schauen.
Dann gibt es unbewusste Motive, die uns daran hindern, uns etwas Gutes zu tun und wir sabotieren uns selbst.
Beispiel:
Es könnte sein, dass die Hektik, die Sie abstellen könnten, eine psychische Funktion für Sie hat.
Zum Beispiel, wenn Sie ständig beschäftigt sind:
● Fühlen Sie sich wichtig
● Finden andere Sie wichtig
● Sind Sie von Ihren Sorgen abgelenkt
● Spüren Sie die eigene Leere nicht

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Was hat Erschöpfung mit der Waage zu tun?

Übergewichtige Frau beim Arzt
Ärzte sind dem Zusammenhang von Übergewicht und Erschöpfung auf der Spur. © NewAfrica/PantherMedia

Wussten Sie, dass Übergewicht oft einen direkten Zusammenhang mit chronischer Erschöpfung hat? Dahinter steckt ein komplexes Zusammensiel biochemischer Vorgänge im Körper, der unter dem ständigen Einfluss von Stresshormonen verrückt spielt – ohne, dass man es sofort merkt. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol unterdrücken auf Dauer andere Hormone, „wodurch die Fettmasse im Körper zu- und die Muskelmasse abnimmt“, sag Professor Dr. med. Günter Stalla, Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

Eine finnische Studie zeigte einen weiteren Grund für den direkten Zusammenhang von Übergewicht und Erschöpfung auf: Bei Frauen mit Anzeichen eines Burnout-Syndroms bzw. chronischer Erschöpfung traten emotionales und unkontrolliertes Essverhalten vermehrt auf – und der Zeiger der Waage kletterte unvermeidlich nach oben.

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Was kann ich effektiv gegen Erschöpfung tun?

Wie entkommt man also diesem Teufelskreis, wenn man merkt, dass man sich selbst immer mehr erschöpft, weil man den alten Mustern nicht entkommt – und so immer erschöpfter wird?
Aller Anfang ist schwer und die folgenden Punkte müssen immer und immer wieder geübt werden. Doch keine Angst: Mit der Zeit lernen Sie immer schneller, sich selbst besser wahrzunehmen – und so dem Erschöpfungskreislauf zu entkommen.

  1. Den Körper stabilisieren: Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk aus unzähligen Zahnrädchen, die harmonisch ineinandergreifen müssen, damit er in Balance bleibt. Schlaf, Ernährung, Bewegung und Ruhephasen sowie körperliche Entspannung sind die Grundlage für seelische Ruhe. Nur an der einen Stellschraube zu drehen, reicht in der Regel nicht aus.
  2. Einen Schritt zurücktreten: Stellen Sie sich vor, Sie beraten einen guten Freund in dieser Situation. Beobachten Sie sich möglichst neutral und wertfrei, in welchen Situationen Sie wie reagieren. Futtern Sie Schokolade, wenn Sie traurig sind? Fangen Sie wie wild an zu putzen, wenn Sie Streit mit dem Partner haben? Oder schieben Sie täglich Überstunden, weil Sie Ihrem Chef gefallen möchten? Nur, wer eigene Stressmuster identifiziert, kann gegensteuern.
  3. Individuelle Erschöpfung wirklich verstehen: Studien weisen darauf hin, dass das alte Sprichwort „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ medizinisch richtig ist. Denn Körper und Psyche bilden bei Stress, Erschöpfung und Übergewicht eine Einheit, die als Ganzes betrachtet werden muss. Einige medizinisch und psychologisch fundierte Online-Abnehmkurse berücksichtigen diese Erkenntnis bereits.
  4. Stressmuster hinterfragen: Seien Sie ganz ehrlich und fragen Sie sich vor dem Griff zur Keksdose: Brauche ich das jetzt wirklich? Beim Streit mit meinem Partner: Bräuchte ich jetzt nicht eigentlich eine Umarmung von ihm? Oder betreibe ich krankhafte Geschäftigkeit, damit alle sehen, wie wertvoll ich bin – obwohl ich mir eigentlich Anerkennung wünsche?
  5. Alternativen finden: Trauen Sie sich, genau das einzufordern, was Sie eigentlich brauchen. Die Nähe des Partners, das positive Feedback von Kollegen oder Vorgesetzten, ein tröstliches Gespräch mit einem lieben Menschen. Nur, wenn diese wahren Bedürfnisse erfüllt werden, können Sie entspannen.

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