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Rasenmäher-Eltern: Kinder sollen keine Misserfolge erleben

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Von: Judith Braun

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Kinder von Rasenmäher-Eltern sollen am besten ohne Hindernisse im Leben aufwachsen. Dabei lernen Menschen vor allem aus Fehlern.

Immer häufiger erleben Eltern auf dem Spielplatz folgende Situation: Ein Kind spielt mit einem anderen im Sandkasten. Plötzlich droht ein Streit wegen der Schaufel auszubrechen. Normalerweise versuchen die Kleinen eine solche Auseinandersetzung unter sich zu lösen. Doch dazu kommt es gar nicht, weil sogenannte Rasenmäher-Eltern beherzt eingreifen und sich in die Angelegenheit ihres Nachwuchses einmischen. „Gib ihr die Schaufel. Du musst lernen, Spielzeug auch mal zu teilen“, hört man dann oftmals aus dem Mund der Mutter.

Rasenmäher-Eltern: Kinder sollen keine Misserfolge erleben

Mann mäht mit Rasenmäher Rasen
Jedes Hindernis wird weggemäht: Rasenmäher-Eltern wollen ihre Kinder vor Niederlagen schützen. © Westend61/IMAGO

Was hier passiert, kann einem Kind nachhaltig schaden. Die Mutter nimmt dem Kind die Chance, ein Problem selbständig zu lösen. Stattdessen wird das „Hindernis“ direkt niedergemäht – daher auch der Name „Rasenmäher“-Eltern –, denn die Kinder sollen keine Misserfolge erleben müssen. Dahinter steckt meist ein übertriebener Beschützerinstinkt. Die psychischen Folgen dieses Erziehungsstils können fatal sein. Denn oftmals bauen die Kinder kein echtes Selbstvertrauen auf. Dieses brauchen sie allerdings auch als Erwachsene, um die Herausforderungen, die das Leben nun mal mit sich bringt, bewältigen zu können. Rasenmäher-Eltern berauben ihre Kinder dadurch um wichtige Erfahrungen.

Denn Kinder schöpfen ihr Selbstvertrauen aus der eigenständigen Lösung von Streitigkeiten und Problemen. Anstatt ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln, führt die Erziehung von Rasenmäher-Eltern, die eine Unterkategorie sogenannter Helikopter-Eltern darstellen, vielmehr zu Minderwertigkeitsgefühlen beim Nachwuchs. Weil für die Schützlinge alles erledigt wird, fühlen sich die Kinder häufig passiv, antriebslos und auch unfähig. Dies wiederum kann zu fehlender Motivation führen und sie unglücklich machen. Aber auch Kinder dürfen und müssen sogar vermeintliche Fehler machen dürfen. Schließlich lernen wir Menschen auch als Erwachsene immer noch am meisten aus unseren Fehlern.

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Rasenmäher-Eltern: Eltern sollten sich bewusst machen, dass Kinder an Problemen wachsen können

Damit man als Elternteil nicht wie Rasenmäher-Eltern agiert, hilft es, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Kinder an ihren Problemen wachsen können. Wenn ein Kind beispielsweise einen Konflikt mit einem Klassenkameraden hat oder eine schlechte Note nach Hause bringt, ist es nicht förderlich, die Hausaufgaben für ihr Kind zu erledigen oder sich sofort in den Streit einzumischen. Besser ist es, das Kind erstmal selbst nach einer Lösung suchen zu lassen und ihm unterstützend und auf Augenhöhe beiseite zu stehen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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