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Soziale Kompetenz: Sieben Dinge, die Ihr Kind beherrschen sollte

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Von: Anna Heyers

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Kindererziehung ist ein ewiges Streitthema – ob das weniger werden würde, wenn man sich auf ein paar wichtige Botschaften einigt, die Kinder früh lernen sollten?

Besonders wichtig für Kinder ist, abgesehen von Lesen, Rechnen und Schreiben, das Erlernen von sozialen Kompetenzen. Denn die helfen ihnen nicht nur positiv auf Gleichaltrige zuzugehen. Auch beim klaren Kommunizieren von den eigenen Wünschen und Bedürfnissen spielt die soziale Kompetenz eine Rolle. Darüber hinaus zeigen Studien, dass Kinder, die ein gesundes Maß der sogenannten Social Skills erlernt haben, in Kindergärten weit weniger gestresst sein können. Auch im späteren Erwachsenenleben haben es die Sprösslinge dann einfacher. Die Fähigkeiten werden ein Leben lang weiterentwickelt. Aber zu den elterlichen Aufgaben sollte es unbedingt gehören, eine solide Basis zu schaffen. Sieben Fähigkeiten sind dabei besonders wichtig:

Die Fähigkeit zu Teilen entwickelt sich

Laut einer Studie der Zeitschrift Psychological Science, zeigen Kinder bereits im Alter von zwei Jahren den Wunsch, Dinge mit anderen zu teilen. Aber: Das funktioniert nur dann, wenn diese Dinge im Überfluss vorhanden sind. Zum Beispiel viele Kekse. Dreijährige sind da schon ein Stück egoistischer. Den eigenen Keks mit einem Freund zu teilen, kann durchaus herausfordernd sein. Ein Spielzeug, mit dem sie selbst nicht mehr spielen, an ein anderes Kind abzugeben, ist seltener ein Problem. Je älter ein Kind wird, desto eher sind sie auch bereit, Snacks, Spielzeug oder Personen mit anderen zu teilen. Eltern sollten ein Kind immer loben, wenn es freiwillig oder mit nur wenig Zureden Sachen abgibt.

Zusammenarbeit kann Spaß machen

Kooperation oder Zusammenarbeit bedeutet, dass man gemeinsam etwas schneller erreicht. Diese Fähigkeit hilft auch später, um sich in Teams oder Gruppen zu integrieren. Die Zusammenarbeit kann so einfach sein, wie gemeinsam einen Holzturm zu bauen oder als Gruppe die Kindergartenerzieher zu fangen. In der Familie selbst könnten zum Beispiel alle beim Mittagessen helfen.

Kleine Kinder geben sich einen gemeinsamen Handschlag in der Mitte eines Kreises.
Bei der Zusammenarbeit wird das Vertrauen in andere Menschen gestärkt und auch, dass man selbst zum Ziel beitragen kann. Ideal, um hier zu wachsen, sind Teamspiele. (Symbolfoto) © WavebreakmediaMicro/Imago

Schon bei Kleinkindern kann man zudem jetzt schon erkennen, ob sie eher Anweisungen befolgen oder sie geben möchten. Im Laufe eines Lebens kann sich daran natürlich immer noch viel ändern.

Oft bis in Alter schwer: Zuhören

Zuhören heißt nicht ausschließlich, still zu sein und stillzusitzen. Auch, wenn es dazu gehört, den Redner nicht zu unterbrechen. Das Gehörte muss aufgenommen und verstanden werden. Das ist zum Beispiel in der Schule wichtig, wenn den Schülern Aufgaben gestellt werden. Üben könnte man das zum Beispiel beim (Vor-)Lesen. Halten Sie in der Geschichte kurz inne und fragen Sie das Kind, woran es sich noch von der Geschichte erinnert.

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Zuhören ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Empathie. Ein Kind kann nur dann Mitgefühl zeigen oder andere unterstützen, wenn es zuerst zuhört und versteht, was die andere Person sagt. Zugegeben, im digitalen Zeitalter stellt das Zuhören nicht nur Kinder auf eine harte Probe. Auch viele Erwachsene schaffen es kaum, das Handy bei Gesprächen nicht anzuschauen oder in der Hand zu halten.

Anweisungen befolgen fällt schwer

Gleich nach dem Zuhören und das Gehörte verstehen kommt das Befolgen von Anweisungen. Damit sind keine Befehle gemeint, sondern eher Aufgabenstellungen. Das kann so einfach sein wie „Mach die Hausaufgaben“ oder „Räum dein Zimmer auf“. Aber hier müssen sich Erwachsene besonders darauf achten, wie sie die Anweisungen geben, damit diese auch aufgenommen und verstanden werden:

Bei einigen Sätzen sollten Eltern aber besser aufpassen, um das Selbstbewusstsein der Kinder nicht zu mindern.

Anderen nicht zu sehr auf die Pelle rücken

Manche Kinder sind sehr gesprächig. Andere krabbeln in den Schoß von Bekannten, ohne zu ahnen, dass diese sich dabei unwohl fühlen. Auch, wenn es schwerfällt: Es ist wichtig, Kindern beizubringen, die persönlichen Grenzen anderer Menschen zu respektieren. Dazu gehören zum Beispiel das Anklopfen an geschlossene Türen, nicht zu nah an anderen Menschen stehen und dass man andere Leute nicht einfach anfassen sollte. Das gilt im Umkehrschluss natürlich auch für die Kinder, die von Tanten und Onkeln nicht bedrängt werden sollten, wenn diese keine Lust darauf haben.

Schau mir in die Augen, Kleines

Ein guter Augenkontakt gehört fest zu guter Kommunikation. Manchen Kindern fällt es schwer, ihren Gesprächspartner anzusehen. Ganz gleich, ob Ihr Kind schüchtern ist und lieber auf den Boden starrt oder einfach nicht aufschaut, wenn es in eine andere Tätigkeit vertieft ist, betonen Sie die Bedeutung eines guten Augenkontakts. Eltern könnten das Kind in Gesprächen daran erinnern.

Aber: Es gibt auch Kinder, denen es extrem schwerfällt, anderen in die Augen zu schauen. Zwingen sollte man sein Kind dazu sowieso nicht, vielleicht ist es besonders schüchtern oder braucht noch Zeit.

Gutes Benehmen kann Türen öffnen

Ein gesundes Maß an gutem Benehmen und Höflichkeit ist nicht nur im Kindesalter wichtig. Auch als Jugendlicher oder Erwachsener kommt man mit Manieren wesentlich besser durchs Leben. Dabei sind erst mal die kleinen Dinge wichtig, wie etwa „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Auch, nicht mit offenem Mund zu kauen (Essen oder später Kaugummi) oder dem Essen zu spielen, kann eine Richtlinie sein. Später im Leben sollte auch das gelegentliche Öffnen von Türen für Nachfolgende oder Plätze in Bus und Bahn für andere dazugehören. Und leider kann die Unterscheidung von „Du“ und „Sie“ für Kinder manchmal überlebenswichtig werden. Übrigens: Auch wenn Sie zu Hause das Gefühl haben, einen recht unerzogenen Sprössling zu haben, ist das im Grunde nur ein Ausdruck von Liebe.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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