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Erziehung: Mutter fordert, Großeltern sollen Enkel vor Umarmung um Erlaubnis fragen

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Von: Judith Braun

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Eine australische Mutter erzieht ihre Tochter zur Selbstbestimmtheit. Dazu gehört, dass ihre Großeltern sie um Erlaubnis für eine Umarmung fragen sollen.

München – Als Babys und Kinder sind wir abhängig von unseren Eltern und Vertrauenspersonen. Während sogenannte Helikopter-Eltern mit ihrem Erziehungsstil die Autonomie ihrer Kinder eher untergraben und ihnen damit nachweislich schaden, fördern andere Eltern schon sehr früh die Selbständigkeit ihres Nachwuchses.

Die Kinder sollen dabei unter anderem lernen, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen – auch gegenüber Erwachsenen. Eine australische Mutter sorgt mit ihrer Idee der Umsetzung für Diskussionsstoff: Sie fordert, dass Großeltern ihre Enkel und Enkelinnen um Erlaubnis fragen, bevor sie sie umarmen oder auf die Wange küssen.

Erziehung: Mutter fordert, Großeltern sollen Enkel vor Umarmung um Erlaubnis fragen

Eine australische Mutter erzieht ihre Tochter zur Selbstbestimmtheit. Sie holt sich ihr Einverständnis ein, wenn sie sie umarmen möchte.
Eine australische Mutter erzieht ihre Tochter zur Selbstbestimmtheit. Sie holt sich ihr Einverständnis ein, wenn sie sie umarmen möchte. (Symbolbild) © Irina Heß/IMAGO

Auf ihrem Tiktok-Kanal „@brittanybaxter_x“ veröffentlichte Brittany Baxter ein Video, indem sie sich für die Selbstbestimmung von Kindern einsetzt. Als Elternteil übe sie mit ihrer Tochter die Zustimmung, so Baxter. Deshalb wollte sie von ihrer Community wissen: „Können wir bitte anfangen, die Tatsache zu normalisieren, dass Kinder Erwachsene nicht küssen und umarmen müssen? Meine Tochter ist fast zwei Jahre alt und ich bin im Grunde seit dem Tag ihrer Geburt dabei, ihr beizubringen, was Einverständnis ist.“

Die Australierin erklärt, dass Großeltern es oft persönlich nehmen, wenn Kinder sie nicht umarmen wollen. Sie wären dann traurig und fühlten sich möglicherweise von ihren Enkeln ungeliebt. Oftmals würden sie die Kinder dann trotzdem umarmen. Ähnlich ist es auch bei emotionaler Gewalt, die meist unbewusst von liebevollen Eltern oder Bezugspersonen begangen wird. Ihrer Ansicht nach seien Kinder jedoch nicht dazu da, um umarmt oder geküsst zu werden, damit sich andere geliebt fühlen. „Keine Gefühle von irgendjemand werden jemals wichtiger sein als das Recht meiner Tochter auf ihren eigenen Körper“, so die Mutter. Wenn sie „Nein“ sagt, dann solle das auch respektiert werden. „Großeltern, macht es besser“, lautet schließlich ihr Appell.

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Erziehung: Kinder soll vermittelt werden, dass ihre Gefühle respektiert werden

Nachdem das Video von Baxter viral gegangen war, wurde in den Kommentaren über die Einstellung der australischen Mutter diskutiert. Dabei versucht sie, zu erklären, dass es vor allem um Respekt gehe. Sie bringt ihrer Tochter mit dieser Vorgehensweise bei, was es heißt, respektiert zu werden. Kindern wird dadurch vermittelt, dass sie gehört werden und dass ihre Gefühle richtig sind und ernst genommen werden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Gleichzeitig fand sich auch viel Zuspruch unter dem Video. „Volle Unterstützung!“, schreibt beispielsweise ein User und „Ich tue dasselbe mit meinen Kindern. Ich frage, bevor ich sie umarme oder küsse und werde nicht sauer, wenn sie ‚Nein‘ sagen.“ Ähnlich sieht es auch eine andere Nutzerin: „Ich bitte meine Tochter um Erlaubnis für einen Kuss. Wenn sie keinen will, ist das ihre Entscheidung. Ich fühle mich nicht weniger geliebt, wenn sie nein sagt.“ Mit einem ähnlichen Tipp sorgt eine australische Therapeutin für Aufregung: Eltern sollen ihrer Meinung nach ihre Kinder nach der Erlaubnis zum Windeln wechseln fragen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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