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Baby in Gefahr: Was ist ein „Anscheinend lebensbedrohlichem Ereignis“ (ALTE)?

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Von: Judith Braun

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Atemstörungen, blasse Haut und erschlaffte Muskulatur können Warnzeichen für ein „ALTE“ sein. Liegt keine Grunderkrankung vor, fehlt oft eine Erklärung oder Ursache.

Bei Säuglingen besteht im ersten Lebensjahr die Gefahr, dass sie am sogenannten plötzlichen Kindstod oder SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) sterben. Durch Sensibilisierung der Eltern und die Identifizierung verschiedener Risikofaktoren ist die Anzahl der Todesfälle durch SIDS in Deutschland zum Glück inzwischen rückläufig. Neben dem plötzlichen Kindstod gibt es allerdings ein weiteres Phänomen, welches für Babys gefährlich werden kann: das „Anscheinend lebensbedrohliche Ereignis“ (Apparent Life-Threatening Event; ALTE), heutzutage auch „Kurzes abgeschlossenes unerklärliches Ereignis“ (Brief Resolved Unexplained Event; BRUE) genannt.

Gefahr für Babys: Plötzlicher Kindstod und „Anscheinend lebensbedrohliches Ereignis“ (ALE)

Babyfüße
Mediziner grenzen den Plötzlichen Kindstod vom „Anscheinend lebensbedrohlichen Ereignis“ (ALTE) ab. Beide weisen teilweise ähnliche Warnzeichen auf. © Cavan Images/IMAGO

Obwohl beide Phänomene ähnliche Warnzeichen aufweisen, grenzen Mediziner den plötzlichen Kindstod vom „Anscheinend lebensbedrohlichen Ereignis“ ab. Dabei handelt es sich nicht um eine bestimmte Erkrankung. Der Begriff beschreibt vielmehr das plötzliche Auftreten gewisser beunruhigender Symptome. Die betroffenen Babys atmen beispielsweise in diesem akut und unerwartet auftretenden Zustand nicht mehr oder nur noch sehr schwach. Die Haut kann blass werden oder sich blau verfärben. Zudem erschlafft die Muskulatur der Säuglinge und es kommt in manchen Fällen zu Würgen und Erstickungszeichen. Außerdem kann der Zustand mit einer Veränderung der Bewusstseinslage einhergehen.

Im Gegensatz zum plötzlichen Kindstod, der Kinder im Schlaf trifft, kann das „Anscheinend lebensbedrohliche Ereignis“ sowohl im Schlaf als auch im Wachzustand auftreten. Die betroffenen Babys können jedoch durch rechtzeitige Stimulation wiederbelebt werden, wobei in einigen Fällen eine Reanimation erforderlich ist. Von 10.000 lebend geborenen Säuglingen sind sechs bis 40 betroffen. Dabei erleiden zehn Prozent der Kinder nach dem ersten „ALTE“ ein weiteres innerhalb der nächsten Tage bis Wochen.

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Gefahr für Babys: Ursachen von Anscheind lebensbedrohlichem Ereignis

Bei einem „Anscheinend lebensbedrohlichen Ereignis“ gibt es zunächst keine anderweitige Erklärung für die auftretenden Symptome. Allerdings kann bei der Hälfte der Fälle nach einer ausführlichen Untersuchung und Anamnese durch einen Arzt eine spezifische Ursache für das Ereignis gefunden werden, sodass definitionsmäßig kein „ALTE“ vorliegt. Folgende Auslöser können dabei unter anderem dahinterstecken:

Von „ALTE“ betroffene Säuglinge müssen immer stationär aufgenommen werden und werden unter anderem mithilfe eines Herzfrequenz- und Atmungsmonitoring überwacht. Zudem muss umfassend abgeklärt werden, ob ein Risiko für einen plötzlichen Kindstod besteht. Mediziner nehmen dafür unter anderem eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und laborchemische Diagnostik vor. Sobald eine Ursache gefunden ist, wird die Therapie nach der Grunderkrankung ausgerichtet. In den Fällen, in denen jedoch keine anderweitige Erklärung gefunden wird und es sich damit um ein „ALTE“ handelt, wird wegen des Wiederholungsrisikos und der unklaren Situation zu einer Heimmonitorüberwachung geraten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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