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Mit Video testen, wie Ihr Gehirn tickt: In welche Richtung läuft das Pferd?

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Von: Judith Braun

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Ein laufendes Pferd soll angeblich Aufschluss über unsere Persönlichkeit und Charaktereigenschaften geben. Ein Neurowissenschaftler hält davon nichts.

München – Seit jeher sind Menschen fasziniert von optischen Illusionen. Bekannt ist das Phänomen seit der Antike, in den 60er Jahren entstand daraus sogar eine eigene Kunstrichtung. Und seit es soziale Netzwerke gibt, gehen Bilder oder Videos von optischen Täuschungen regelmäßig viral. So war es auch, als im vergangenen Jahr beim Kurznachrichtendienst Twitter ein Video auftauchte, das angeblich zeigen soll, wie unser Gehirn tickt.

Gehirn-Aktivität mit Video testen: In welche Richtung läuft das Pferd?

Angeblich dominiert entweder die linke oder die rechte Gehirnhälfte bei uns Menschen. Neurowissenschaftler untersuchen seit Jahren dieses Phänomen.
Angeblich dominiert entweder die linke oder die rechte Gehirnhälfte bei uns Menschen. Neurowissenschaftler untersuchen seit Jahren dieses Phänomen. (Symbolbild) © cherezoff/IMAGO

BBC-Moderatorin Julia Bradbury (51) postete auf Ihrem Twitter-Account folgendes Video eines gehenden Pferdes. Dazu schrieb sie: „Wenn Sie ein Pferd sehen, das vorwärts läuft, sind sie linkshirnig. Wenn sie es rückwärts laufen sehen, sind sie rechtshirnig.“ Angeblich soll die Richtung, die Sie sehen, Aussagen zur Gehirn-Aktivität machen und Rückschlüsse darauf geben, welche Ihrer Gehirnhälfte dominiert. Es gibt also keine richtige oder falsche Antwort auf die Frage: In welche Richtung läuft in Ihren Augen das Pferd?

Video-Test soll angeblich zeigen, ob Sie rechtshirnig oder linkshirnig sind

Läuft das Pferd in Ihren Augen rückwärts, dann dominiert in Ihrem Gehirn angeblich die rechte Gehirnhälfte. Rechtshirnigen Menschen wird allgemein Kreativität und künstlerisches Talent nachgesagt. Läuft das Pferd hingegen vorwärts, zählen Sie scheinbar zu den Personen, bei denen die linke Gehirnhälfte ausgeprägter ist. Linkshirnige Menschen gelten allgemein in ihrem Denken methodisch und analytisch. Allerdings gibt es Zweifel an der Aussagekraft dieses „Tests“.

Das Phänomen mit der rechten und linken Gehirnhälfte, mit dem man angeblich menschliches Verhalten erklären kann, versuchen Neurowissenschaftler seit Jahren zu erklären. Es handelt sich dabei um eine optische Täuschung. Der Hirnforscher Steven Novalla erklärt, dass optische Illusionen zeigen, wie unser Gehirn visuelle Informationen verarbeitet, um ein visuelles Modell der Welt zu erstellen. Ob Sie eher kreativ sind oder analytisch denken, darüber können sie laut dem Wissenschaftler jedoch nichts aussagen: „Nichts davon bedeutet, dass ihre Persönlichkeit oder ihre Fähigkeit eher der rechten oder der linken Gehirnhälfte entsprechen.“

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Optische Täuschungen: Was passiert währenddessen in unserem Gehirn?

Normalerweise sind unsere Augen und unser Gehirn es gewohnt, in einem dreidimensionalen Raum auf Veränderungen von Helligkeit und Leuchtdichte zu reagieren. Die optischen Täuschungen jedoch sind zweidimensional. Nun versucht unser Gehirn die Regeln aus dem dreidimensionalen Raum zu übertragen. Während das Auge normal arbeitet, wird unser Gehirn quasi ausgetrickst. Es erinnert sich und setzt Bilder aufgrund seiner Erfahrungen zusammen.

Das passiert beispielsweise bei optischen Illusionen, bei denen falsche Größen vorgegaukelt werden. Zahlreiche Touristen lassen sich so beispielsweise mit der Freiheitsstatue in New York ablichten: Auf den Fotos wirkt die „Miss Liberty“ dann ziemlich winzig – als ob sie zwischen Zeigefinger und Daumen passen würde. Bei anderen Tricks dieser Art geht es um das Zusammenspiel von Farben oder die Unterscheidung von Kontrasten. Eine solche optische Täuschung sorgte jüngst bei der Twitter-Gemeinde für Furore: Welche Zahl sehen Sie auf dem Bild?

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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