1. 24vita
  2. Gesund leben

Kaffee und Schlaf: So wirkt sich Koffein auf die Nachtruhe aus

Kommentare

Kaffee gehört hierzulande zu den beliebtesten Wachmachern. Das enthaltene Koffein stimuliert das Nervensystem – kann aber auch zu Schlafproblemen führen.

Koffein aus Getränken wie Kaffee, Cola oder Energy Drinks gelangt nach dem Verzehr über den Darm ins Blut. Bereits nach 30 Minuten erreicht es dort bei den meisten Menschen die maximale Konzentration, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert. Im Gehirn kann Koffein daher ziemlich schnell seine Wirkung entfalten. Während sich bei den einen ein Kaffee kaum bemerkbar macht, liegen die anderen allerdings noch Stunden später wach im Bett. Tatsächlich reagiert jeder Mensch anders auf Koffein. Doch woran liegt das?

Stundenlang wach: Stört Koffein wirklich den Schlaf?

Eine junge Frau sitzt im Bett und trinkt einen Kaffee.
Direkt nach dem Aufstehen oder erst am Nachmittag – jeder genießt seinen Kaffee auf eine andere Art. Bei vielen Menschen wirkt sich Koffein allerdings auf die Schlafqualität aus. © Cavan Images /Imago

Wer abends schlecht einschläft oder Probleme beim Durchschlafen hat, sollte seinen Kaffeekonsum überdenken. Nicht nur die Menge Koffein, die man täglich zu sich nimmt, spielt eine Rolle. Auch wann der letzte Kaffee getrunken wird, beeinflusst die Schlafqualität. Denn selbst sechs Stunden vor dem Schlafengehen wirkt sich Koffein laut Forschern der Universität Griffith noch auf den Schlaf aus: Durchschnittlich schliefen Teilnehmer ihrer Studie weniger und schlechter. EEG-Untersuchungen (Messung der  elektrischen Ströme des Herzens) zeigten zudem, dass auch der Tiefschlaf beeinträchtigt war.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unserer Gesundheitsexperten von 24vita.de.

Sensibel auf Kaffee: Bestimmtes Gen ist entscheidend

Auch zwischen einzelnen Probanden konnten Wissenschaftler Unterschiede erkennen. Dass jeder Mensch anders auf Koffein reagiert, ist laut Studien genetisch bedingt. Koffein wirkt im Gehirn auf die sogenannten Adenosin-Rezeptoren. Diese sind als Müdemacher bekannt und beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Koffein sorgt dafür, dass diese Rezeptoren blockiert werden. Das Adenosin kann sich nicht mehr an die dafür vorgesehenen Rezeptoren binden – die müdemachende Wirkung wird verhindert.

Das Gen ADORA2A bestimmt die Ausprägung der Adenosin-Rezeptoren. Diese können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein – jeder Mensch reagiert daher anders auf Kaffee. Wer besonders sensibel ist, wird Forschern der Universität Zürich zufolge bereits nach einem Kaffee am Mittag mit Schlafproblemen zu kämpfen haben. Nicht sensible Kaffeetrinker können dagegen bis kurz vor dem Zubettgehen das Heißgetränk zu sich nehmen. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung zählen allerdings zu den Normalsensiblen. Bei ihnen wird die Schlafqualität nur bei spätem oder besonders hohem Kaffeekonsum beeinträchtigt.

Kaffee verändert den Schlaf

Doch auch wenn jeder Mensch unterschiedlich auf Kaffee reagiert, regelmäßiger und vor allem täglicher Konsum verändert laut Experten der Sleep Foundation nachhaltig den Schlaf:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare

Teilen