Kaffee und Schlaf: So wirkt sich Koffein auf die Nachtruhe aus
Kaffee gehört hierzulande zu den beliebtesten Wachmachern. Das enthaltene Koffein stimuliert das Nervensystem – kann aber auch zu Schlafproblemen führen.
Koffein aus Getränken wie Kaffee, Cola oder Energy Drinks gelangt nach dem Verzehr über den Darm ins Blut. Bereits nach 30 Minuten erreicht es dort bei den meisten Menschen die maximale Konzentration, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert. Im Gehirn kann Koffein daher ziemlich schnell seine Wirkung entfalten. Während sich bei den einen ein Kaffee kaum bemerkbar macht, liegen die anderen allerdings noch Stunden später wach im Bett. Tatsächlich reagiert jeder Mensch anders auf Koffein. Doch woran liegt das?
Stundenlang wach: Stört Koffein wirklich den Schlaf?

Wer abends schlecht einschläft oder Probleme beim Durchschlafen hat, sollte seinen Kaffeekonsum überdenken. Nicht nur die Menge Koffein, die man täglich zu sich nimmt, spielt eine Rolle. Auch wann der letzte Kaffee getrunken wird, beeinflusst die Schlafqualität. Denn selbst sechs Stunden vor dem Schlafengehen wirkt sich Koffein laut Forschern der Universität Griffith noch auf den Schlaf aus: Durchschnittlich schliefen Teilnehmer ihrer Studie weniger und schlechter. EEG-Untersuchungen (Messung der elektrischen Ströme des Herzens) zeigten zudem, dass auch der Tiefschlaf beeinträchtigt war.
Sensibel auf Kaffee: Bestimmtes Gen ist entscheidend
Auch zwischen einzelnen Probanden konnten Wissenschaftler Unterschiede erkennen. Dass jeder Mensch anders auf Koffein reagiert, ist laut Studien genetisch bedingt. Koffein wirkt im Gehirn auf die sogenannten Adenosin-Rezeptoren. Diese sind als Müdemacher bekannt und beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Koffein sorgt dafür, dass diese Rezeptoren blockiert werden. Das Adenosin kann sich nicht mehr an die dafür vorgesehenen Rezeptoren binden – die müdemachende Wirkung wird verhindert.
Das Gen ADORA2A bestimmt die Ausprägung der Adenosin-Rezeptoren. Diese können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein – jeder Mensch reagiert daher anders auf Kaffee. Wer besonders sensibel ist, wird Forschern der Universität Zürich zufolge bereits nach einem Kaffee am Mittag mit Schlafproblemen zu kämpfen haben. Nicht sensible Kaffeetrinker können dagegen bis kurz vor dem Zubettgehen das Heißgetränk zu sich nehmen. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung zählen allerdings zu den Normalsensiblen. Bei ihnen wird die Schlafqualität nur bei spätem oder besonders hohem Kaffeekonsum beeinträchtigt.
Kaffee verändert den Schlaf
Doch auch wenn jeder Mensch unterschiedlich auf Kaffee reagiert, regelmäßiger und vor allem täglicher Konsum verändert laut Experten der Sleep Foundation nachhaltig den Schlaf:
- Kaffee beeinflusst die Schlafqualität. Kaffeetrinker werden nicht nur häufiger in der Nacht wach, sie haben auch einen leichteren Schlaf.
- Tägliches Kaffeetrinken kann dazu führen, dass man erst spät einschläft, wie die AOK berichtet. Der daraus entstehende Schlafmangel lässt sich nur schwer wieder aufholen.
- Der verdiente Erholungsschlaf am Wochenende ist für Kaffeetrinker weniger erholsam als für Menschen, die keinen Kaffee trinken. Wer auf Koffeein verzichtet, erholt sich schneller von vorangehendem Schlafentzug.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

