1. 24vita
  2. Gesundheit

Aktuelle Grippewelle: Spitzenwert früherer Wellen schon im Dezember überschritten

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Die jährliche Grippewelle startet meist im Januar. Doch 2022 beginnt sie früher. Aktuell greift nicht nur die Grippe um sich, sondern auch andere Atemwegserkrankungen.

Überfüllte Kinderarztpraxen aufgrund einer RSV-Infektionswelle, höchste Krankenstand-Zahlen seit Jahren und Kliniken, die wieder vermehrt Patienten mit bedrohlichen Krankheitsverläufen aufnehmen: Aktuelle Informationen über die gesundheitliche Lage der Nation fallen wenig beruhigend aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der Patienten mit akuter Atemwegserkrankung in Deutschland auf zirka 9,3 Millionen – unabhängig von einem Arztbesuch (Stand 11. Dezember 2022).

Damit haben ungewöhnlich viele Menschen derzeit mit einem Atemwegsinfekt wie Influenza oder grippalem Infekt zu kämpfen. Im wöchentlichen RKI-Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza mit Stand Mitte Dezember 2022 heißt es, dass die Zahl der Betroffenen „weiterhin sehr deutlich über dem Bereich der Vorjahre zu dieser Zeit“ liegt und das „Niveau, das zum Höhepunkt der starken Grippewelle 2017/18 beobachtet wurde, überschritten“ ist.

Frau sitzt auf Bett und trinkt Tasse Tee
Warm anziehen, viel schlafen, viel trinken – die besten Helfer bei einer Erkältung. Auch Grippe-Symptome klingen schneller ab, wenn man sich schont. © Tanya Yatsenko/Imago

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit und Wohlbefinden finden Sie im regelmäßigen Gesundheits-Newsletter unseres Partners Merkur.de

So viele beim Arzt wie während schwerer Grippewellen

Die meisten Krankheitsfälle sind dem Bericht zufolge auf Influenzaviren zurückzuführen, die eine Grippe auslösen können. Diese verläuft zwar in den meisten Fällen harmlos, kann aber auch lebensbedrohliche Folgen haben. Alleine im Zeitraum 5. bis 11. Dezember 2022 wurden dem RKI 162 Influenza-Fälle übermittelt. 52 eingeschickte Proben ergaben Infektionen mit Respiratorischen Synzytialviren (RSV). Weitere gemeldeten Krankheitsfälle waren auf Infektionen mit Rhinoviren, humanen saisonalen Coronaviren (hCoV) sowie Sars-CoV-2 zurückzuführen. Die Folge: „Die Zahl der Arztbesuche liegt etwa im Bereich der Spitzenwerte schwerer Grippewellen“, so das RKI.

Influenza zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Das heißt, dass Mediziner Fälle der Viruserkrankung an die Gesundheitsämter melden müssen, die diese über die Landesbehörden an das RKI übermitteln.

Grippeschutzimpfung für alle?

Vor dem Hintergrund, dass aktuell nicht nur Influenzaviren, sondern auch Coronaviren, die Covid-19 auslösen können, zirkulieren, raten einige Ärzte jedem zur Grippeschutzimpfung. Wie das Bundesministerium für Gesundheit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zitiert, sei die Grippeschutzimpfung für Risikogruppen wie über 60-Jährige so wichtig wie der Corona-Booster.

Der Immunschutz ist während der Pandemie ein Stück weit verloren gegangen und die Bevölkerung ist dadurch besonders empfänglich für die neuen Grippeviren. Daher ist die Impfung der beste Schutz vor schwerem Verlauf. Man kann die Grippeimpfung auch zusammen mit der COVID-Impfung machen lassen.

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach

Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt sich einer Studie zufolge auch vor Erkältungen. Eine andere Erhebung zeigt: Corona-Patienten mit Grippeschutzimpfung müssen seltener auf Intensivstation behandelt werden.

Auch interessant

Kommentare