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Öko-Test untersucht Kontaktlinsen: Einige lassen zu wenig Sauerstoff ans Auge

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Von: Jasmina Deshmeh

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Kontaktlinsen sollen die Augen „atmen“ lassen und dabei gut verträglich sein. Leider erfüllen nicht alle Produkte diese Kriterien, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Monatslinsen werden täglich getragen, oft über viele Stunden. Umso wichtiger ist es, dass sie ausreichend Sauerstoff ans Auge lassen. Sonst kann es zu Hornhautschäden und Bindehautentzündungen kommen. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 16 weiche Monatskontaktlinsen aus Drogerien, Optikerläden und dem Online-Handel getestet. Nicht alle konnten überzeugen.

Kontaktlinsen im Öko-Test: Auch Augen atmen

Gesunde Augen brauchen Sauerstoff. Sonst können sie schnell austrocknen.* Neben formstabilen Kontaktlinsen gibt es seit einigen Jahrzehnten deshalb auch „weiche“ Silikon-Hydrogel-Linsen zu kaufen, die besonders viel Sauerstoff durchlassen sollen. Doch nicht alle Testprodukte erfüllen dieses Kriterium. Viermal waren die Werte sogar so schlecht, dass es dafür von Öko-Test zwei Noten Abzug gab. Besonders Produkte aus den Drogeriemärkten Dm und Rossmann enttäuschten.*

UV-Strahlung kann die Augen dagegen schädigen. Neun Produkte werben mit einem UV-Schutz, den die Experten im Labor mit Spezialgeräten überprüften. Bei acht Linsen hatten sie nichts auszusetzen, eine Kontaktlinse erfüllt das Versprechen jedoch nicht: Sie lässt zu viele UV-Strahlen durch.

Kontaktlinsen im Öko-Test: Besser Sonnenbrille tragen

Auch wenn die Hersteller mit UV-Schutz werben: Da die Kontaktlinsen nur die Pupille und Teile der Iris abschirmen, empfehlen die Öko-Tester, in der Sonne immer zusätzlich eine Sonnenbrille zu tragen. Ein entsprechender Hinweis ist im Test aber nur auf zwei Produkten zu finden. Gesetzlich vorgeschrieben ist er nicht. Das könnte zu Missverständnissen führen, weil sich Kunden in falscher Sicherheit wiegen, kritisieren die Verbraucherschützer.

Kontaktlinsen im Öko-Test: Schlechte Passform bei zwei Produkten

Ein weiterer Kritikpunkt von Öko-Test: Bei zwei Linsen weicht die angegebene Passform ab. Damit Kontaktlinsen gut sitzen, sind drei Angaben wichtig: Brechwert („dpt“, Dioptrien), Basiskurve („BC“) und Durchmesser („DIA“). Während das beauftragte Labor Brechwert und Basiskurve bei allen Kontaktlinsen bestätigte, gab es bei zwei Linsen unzulässige Grenzabweichungen beim Durchmesser: Beide Linsen hatten jeweils einen um mehr als 0,2 Millimeter zu großen Durchmesser, was sich auf den Sitz der Linse auf dem Auge auswirken kann.

Kontaktlinsen im Öko-Test: Problematische Aufbewahrungsflüssigkeit

Und noch etwas fiel im Test negativ auf: Weiche Monatslinsen stecken beim Kauf meist in Blisterpackungen und schwimmen in einer Aufbewahrungsflüssigkeit. Beim Einsetzen der Linse ins Auge, gelangt immer auch ein wenig dieser Flüssigkeit mit ins Auge, weshalb sie unbedingt frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein sollte.

Das von Öko-Test beauftragte Labor fand aber in zehn Lösungen Bor. Es dient in Form von Borsäure oder Borat als Pufferstoff für einen stabilen pH-Wert und kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Besonders ärgerlich: Nur drei Hersteller haben Borat als Puffermittel auf der Verpackung deklariert.

Kontaktlinsen im Öko-Test: Das sind die Gewinner und Verlierer

Folgende Monatslinsen können die Verbraucherschützer von Öko-Test empfehlen:

Bei diesen Kontaktlinsen ist dagegen Vorsicht geboten:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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