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Krebs: Forscher entdecken neuen „Lockdown“-Hemmstoff

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Von: Judith Braun

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Forscher entdeckten den Hemmstoff „Lockdwon“ mit einer besonderen Eigenschaft. Er kann Tumorzellen unbeweglich machen
Forscher entdeckten eine Substanz mit einer besonderen Eigenschaft. Sie kann Tumorzellen unbeweglich machen. (Symbolbild) © Ralph Lueger/IMAGO

Forscher entdeckten eine Substanz, die Tumorzellen stoppen und Metastasen verhindern kann. Der Hemmstoff „Lockdown“ funktioniert wie ein Klebstoff.

Konstanz – Noch immer ist kein Allheilmittel gegen Krebs gefunden worden. Dennoch entwickelt sich die Forschung stets weiter und Wissenschaftler erzielen immer wieder Erfolge oder sogar Meilensteine im Kampf gegen Krebs. Einer davon könnte die aktuelle Entdeckung eines Forschungsteams der Universität Konstanz um den Zellbiologen Prof. Christof Hauck sein. Sie fanden eine Substanz mit einer besonderen Eigenschaft: Der sogenannte „Lockdown“-Hemmstoff unterbindet die Beweglichkeit von Tumorzellen.

Krebs: Forscher entdecken neuen „Lockdown“-Hemmstoff

In ihrer Studie, die sie im Fachmagazin „Cell Chemical Biology“ veröffentlichten, erklärten sie die Funktion des Hemmstoffes. Demnach sind für die Steuerung des Zellverhaltens zwei Enzymgruppen zuständig: die sogenannten Proteinphosphatasen und ihre Gegenspieler, die Proteinkinasen. Ihr Zusammenspiel beeinflusst die zellulären Prozesse wie Wachstum, Vermehrung, Differenzierung oder Migration. Diese Enzyme regulieren den Grad der Phosphorylierung anderer Proteine und damit deren Funktion. Eine gestörte Proteinphosphorylierung ist das Hauptmerkmal von Krebszellen. Bei einer Krebserkrankung gerät das Zusammenspiel dieser Enzyme also durcheinander, wodurch Metastasen entstehen und in gesundes Gewebe eindringen können.

Hemmstoff „Lockdown“ macht Tumorzellen unbeweglich

Mithilfe der von Hauck und seinen Kollegen entdeckten Substanz kann nun angeblich ein entscheidendes Enzym, das häufig in bösartigen Tumoren in großen Mengen vorkommt, in den Krebszellen ausgeschalten werden. Sie zielt auf die Proteinphosphatase PPM1F, die für die Zellfortbewegung wichtig ist, ab. Der „Lockdown“-Hemmstoff – den die Forscher so genannt haben, weil er Tumorzellen unbeweglich macht – klebt sich an die Krebszellen und verhindert dadurch, dass sie sich bewegen. „Dieser zelluläre Lockdown verhindert, dass Tumorzellen in gesundes Gewebe eindringen, und könnte dadurch mithelfen, Metastasen zu unterdrücken“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Von Forschern entdeckter Hemmstoff verhindert Tumorzellinvasion

Denn der Hemmstoff verhindere auch die sogenannte „Tumorzellinvasion“. Darunter versteht man den Prozess und die Fähigkeit von Tumorzellen, durch Gewebebarrieren zu wandern und Metastasen an entfernten Stellen im Körper zu bilden. Mithilfe von „Lockdown“ schafften es die Forscher, dass menschliche Glioblastomzellen, bei denen es sich um eine sehr invasive Form von Hirntumorzellen handelt, Gewebebarrieren nicht mehr überwanden und in gesundes Gewebe eindrangen.

„Lockdown“-Hemmstoff: Neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs?

Mit der Entwicklung des Hemmstoffes gibt es möglicherweise neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs. Jedoch steht die Forschung hier noch ganz am Anfang. „Es mag noch ein ferner Traum sein, aber die Möglichkeit, die Metastasierung von Tumoren zu stoppen, wäre ein wesentlicher Fortschritt“, meint Tanja Grimm, Erstautorin der Studie, und weiter: „Gerade in Situationen, in denen der Primärtumor chirurgisch entfernt werden kann, hängt das mögliche Auftreten von Metastasen wie ein Damoklesschwert über den Patienten.“ Auch bei der Behandlung von Leberkrebs könnte Wissenschaftlern kürzlich ein Durchbruch gelungen sein: Sie zerstörten in einem Experiment einen Tumor mit Ultraschallwellen. Oftmals schenken Krebspatienten jedoch falschen Ernährungsmythen Glauben und riskieren im schlimmsten Fall ihr Leben.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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