Studie zeigt: erhöhtes Schlaganfallrisiko durch nächtliche Hitze – Tipps für besseren Schlaf

Bei Hitze reagieren viele Menschen mit Kreislaufproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten. Hohe Temperaturen können jedoch auch schwere Folgen mit sich bringen.
Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Nächten mit hohen Temperaturen und dem Auftreten von Schlaganfällen festgestellt. Das Forschungsteam um Dr. Alexandra Schneider des Helmholtz Zentrums Münchens untersuchte rund 11.000 Schlaganfälle über 15 Jahre aus der Region Augsburg. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Tropische Nächte, wie die Wissenschaftler es nennen, erhöhen das Schlaganfallrisiko um sieben Prozent. Besonders gefährdet sind ältere Menschen über 65 Jahre und Frauen.
Hitzewellen bedingt durch den Klimawandel haben gesundheitliche Auswirkungen
Professor Michael Ertl, Leiter der „Stroke Unit“ und der neurovaskulären Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Augsburg bekräftigt in einer Meldung des Helmholtz Zentrums München, „dass das Risiko eines Schlaganfalls in Verbindung mit hohen nächtlichen Temperaturen in der Periode 2013 bis 2020 im Vergleich zur Periode 2006 bis 2012 deutlich zugenommen hat.“ Die meisten nachthitzebedingten Schlaganfälle traten relativ kurzfristig nach der Temperaturerhöhung auf, innerhalb von 48 Stunden.
Was sind tropische Nächte?
Die Forscher definieren „tropische Nächte“ anhand des sogenannten Hot Night Excess Index (HNE). Dieser misst, wie stark die Nachttemperaturen über einen Schwellenwert steigen. In der Studie lag dieser Wert bei 14,6 °C. Überschreiten die Temperaturen diesen Wert, gilt die Nacht als tropisch.
Dr. Cheng He, Erstautor der Studie, unterstreicht die Wichtigkeit der Untersuchung: „Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass Anpassungen in der Stadtplanung und im Gesundheitswesen extrem wichtig sind, um die Risiken durch die steigenden Nachttemperaturen zu verringern.“ Angesichts der Studie gewinnt der Hitzeschutzplan des Bundesgesundheitsministers Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), durch den Risikogruppen besser vor den Auswirkungen der Hitze geschützt werden sollen, zusätzlich an Bedeutung, so die Pharmazeutische Zeitung.
Wie Sie trotz Hitze schlafen können und das Risiko für einen Schlaganfall senken
Die Auswirkungen hoher Temperaturen auf den Körper sollten keinesfalls unterschätzt werden. Es ist entscheidend, die Anzeichen gefährlicher Hitzebeschwerden zu erkennen und zu wissen, wie man darauf reagiert, um gesund durch den Sommer zu kommen. Besonders ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen und kleine Kinder sind anfällig für die gesundheitlichen Gefahren durch Hitze. Um trotz heißer Wettertemperaturen nachts zur Ruhe zu kommen und gut schlafen zu können, sorgen einfache Tricks für die nötige Abkühlung:
- Kühle Nachtluft nutzen: Sobald die Abendtemperatur draußen sinkt, ist es ratsam, die Fenster zu öffnen und die kühlere Luft über Nacht hereinzulassen.
- Nasse Bettlaken: Hängen Sie nasse Laken am Fenster auf, um den Raum zusätzlich zu kühlen und Insekten fernzuhalten.
- Leichte Zudecke: Im Sommer reicht ein leichtes Baumwoll- oder Leinentuch oder ein leerer Bettbezug als Decke. Ganz ohne Decke zu schlafen, ist nicht ratsam, da der Körper nachts abkühlt.
- Kühlflasche verwenden: Füllen Sie kaltes Wasser in eine Wärmflasche oder kühlen Sie sie einige Stunden im Kühlschrank. Ideal zum Abkühlen von Nacken, Armen, Beinen und Füßen im Bett.
- Leichtes Abendessen: Ein leichter Salat ist perfekt für heiße Abende. Kopfsalat enthält schlaffördernde Pflanzenstoffe.
- Kein Alkohol: Alkohol kann den Schlaf stören, obwohl er das Einschlafen erleichtert. An heißen Tagen ist es besser, auf Alkohol zu verzichten.
- Elektrogeräte ausschalten: Schalten Sie nachts alle Elektrogeräte wie Fernseher, Radio und Computer aus. Diese geben auch im Stand-by-Modus Wärme ab.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

