1. 24vita
  2. Gesund leben

Vitamin-D-Mangel durch zu viel Sonnencreme? Dermatologin klärt auf, wie hoch das Risiko ist

Kommentare

junge Frau mit Bikini und Sonnenbrille cremt sich mit Sonnenmilch ein
Wer sich vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützen möchte, sollte unbedingt für den Hauttyp empfohlenen Sonnenschutz verwenden. © blickwinkel/Imago

Der menschliche Körper benötigt Sonnenlicht auf der Haut, um Vitamin D bilden zu können. Sonnencreme könnte dies womöglich unterbinden, wie manche annehmen.

Noch immer gibt es Menschen, die sich bei direkter Sonneneinstrahlung gar nicht oder nicht ausreichend mit Sonnencreme schützen, so die Deutsche Apotheker Zeitung. Manche sind sich des erhöhten Risikos von Hautkrebs nicht bewusst, andere vermuten möglicherweise, ihre Vitamin-D-Eigenproduktion könnte durch regelmäßiges Eincremen gestört sein. Und tatsächlich scheint letzteres ein Thema für so manche zu sein, denn „Kann man mit Sonnenschutz Vitamin D aufnehmen?“ ist eine Frage, mit der viele Menschen im Internet nach Antworten suchen. Und auch in Studien ist man dieser Frage bereits nachgegangen. Sonnenbaden mit ausreichendem UV-Schutz und eine gesunde Vitamin-D-Versorgung durch Sonnenlicht schließen einander nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) nicht aus.

Sonnencreme, -sprays und -lotions im Test: Erfahren Sie, welche sechs Produkte nicht ausreichend vor UV-Strahlung schützen

Einfluss von Sonnenschutz auf die Vitamin D-Versorgung

Ein Forschungsteam der Abteilung für Dermatologie an der Johns Hopkins Universität in den USA hat untersucht, wie sich verschiedene Sonnenschutzmaßnahmen auf den Vitamin-D-Haushalt auswirken. Die Studie, die im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology veröffentlicht wurde, zeigte: Selbst Menschen mit empfindlicher Haut, die zu Sonnenbrand neigen, häufig Sonnenschutzmittel verwenden und eher im Schatten bleiben, haben kein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Die Anwendung von Sonnencreme nehme dabei keinen signifikanten Einfluss auf den Vitamin-D-Spiegel.

Dr. Anne Marie McNeill, Dermatologin und Mitglied der Skin Cancer Foundation, erklärt dazu: „Studien haben nie ergeben, dass die tägliche Verwendung von Sonnenschutzmitteln zu einem Vitamin-D-Mangel führt. Tatsächlich können Menschen, die täglich Sonnenschutzmittel verwenden, ihren Vitamin-D-Spiegel aufrechterhalten.“

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Der Mensch braucht Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für den Körper, da es hilft, die Knochengesundheit zu erhalten und das Immunsystem zu unterstützen. Ein Mangel kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Osteoporose führen. Auch eine Demenz könnte durch zu wenig Vitamin D die Folge sein, wie Studien zeigen. Die ultravioletten UVB-Strahlen der Sonne sind notwendig für die Produktion von Vitamin D in der Haut, aber der Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung bleibt unerlässlich, um Hautkrebs zu vermeiden.

Wie eine ausreichende Vitamin-D-Produktion auch mit Sonnenschutz möglich ist

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt an, dass es für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese schon genügen würde, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche nicht mehr als zwölf Minuten einer minimalen UV-Strahlung durch das Sonnenlicht auszusetzen. „Längere Bestrahlungen führen nicht zu einem Mehr an Vitamin D, sondern erhöhen nur das Risiko für UV-bedingte Gesundheitsschäden“, heißt es auf der Webseite des BfS. Bei der doppelten Zeit droht ungeschützt zudem ein Sonnenbrand.

Vitamin-D-Bildung ist nur durch UV-B-Strahlung möglich

Die Intensität der UV-B-Strahlung ist entscheidend für die körpereigene Vitamin-D-Produktion. In Deutschland reicht die UV-B-Strahlung im Winter oft nicht aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Im Gegensatz dazu ermöglicht die höhere UV-B-Strahlung im Frühjahr, Sommer und Herbst eine ausreichende Vitamin-D-Synthese in kurzer Zeit. UV-A-Strahlung hingegen trägt nicht zur Vitamin-D-Produktion bei, erhöht jedoch das Risiko für Hautkrebs.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare

Teilen