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Plötzlicher Kindstod: Forschende finden Ursache von SIDS – Enzym ist verantwortlich

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Von: Judith Braun

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Noch immer sterben Babys in Deutschland durch Plötzlichen Kindstod. Forscher haben nun eine Ursache für SIDS entdeckt.
Im Jahr 2020 starben 84 Säuglinge in Deutschland durch Plötzlichen Kindstod. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

In Deutschland sterben jedes Jahr Säuglinge am Plötzlichem Kindstod (SIDS). Forscher haben ein Enzym entdeckt, das für SIDS verantwortlich ist.

Für Eltern gehört es zu einer der grauenvollsten Vorstellungen: Sie sehen nach ihrem schlafenden Baby und finden es tot im Bett. In den zum Glück seltenen Fällen des Plötzlichen Kindstod oder auch Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) stirbt ein zuvor gesunder Säugling völlig unerwartet, ohne dass sich hier bislang eine Erklärung finden ließe. Das Risiko dafür steigt jedoch, wenn das Baby in einer gefährlichen Schlafposition liegt. Nun gibt es erstmals Hoffnung für Eltern, was die Ursache des Plötzlichen Kindstods sein könnte. Wissenschaftler des Kinderkrankenhauses Westmead in Sydney scheinen eine der Ursachen für dieses Phänomen gefunden haben.

Plötzlicher Kindstod: Forscher finden endlich eine der Ursachen von SIDS

Der plötzliche Kindstod tritt meist im ersten Lebensjahr in einem Alter von zwei und vier Monaten auf. Je älter das Baby wird, desto geringer ist das Risiko für SIDS. Nach Vollendung des ersten Lebensjahres liegt es sogar fast bei Null. Jungen sind häufiger davon betroffen als Mädchen. Zwar sterben immer noch jedes Jahr Säuglinge den plötzlichen Kindstod, in den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der Fälle jedoch erheblich zurückgegangen. Während es Ende der 80er Jahre jährlich noch mehr als 1000 Kinder waren, verstarben im Jahr 2020 laut dem Universitätsklinikum Bonn 84 Babys in Deutschland aufgrund von SIDS.

Auch Dr. Carmel Therese Harrington verlor ihren Sohn Damien durch SIDS. Aufgrund dieser Erfahrung ging die Biochemikerin und spätere Anwältin zurück in die Forschung. Ihr war es ein Anliegen, die Suche nach der Ursache von Plötzlichem Kindstod voranzutreiben. Zusammen mit ihrem Team des Kinderkrankenhauses Westmead gelang ihr nun das Unglaubliche: Sie entdeckten offenbar einen der Gründe, warum die ansonsten gesunden Säuglinge im Schlaf plötzlich verstarben und veröffentlichten den Bericht in der Fachzeitschrift „The Lancet eBioMedicine“.

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Wissenschaftler entdecken für Plötzlichen Kindstod verantwortliches Enzym

Bereits in früheren Untersuchungen wurde vermutet, dass ein Defekt im Weckmechanismus bestehen könnte, da die Babys im Schlaf verstarben. So ging man davon aus, dass der Teil des Gehirns davon betroffen sein könnte, der die Erregung von Schlaf und Atmung steuert und die Säuglinge deshalb nicht aufschrecken, wenn sie aufhören zu atmen. Den Mechanismus dieser Theorie konnte das Team um Harrington mit ihrer Studie bestätigen. Der einzige Unterschied ist dabei, dass es sich nicht wie vermutet um einen Defekt, sondern um ein Enzym handelt.

Enzym beeinflusst Erregung zwischen Schlaf und Atmung

Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle für die Kommunikation im Gehirn. Zu wenig davon kann laut der Forscher die Erregung zwischen Schlaf und Atmung stören und beeinflussen. Die Wissenschaftler verglichen getrocknete Blutproben von mehr als 60 aufgrund von Plötzlichem Kindstod verstorbenen Säuglingen mit Proben gesunder Babys. So stellten sie fest, dass die Aktivität des Enzyms Butyrylcholinesterase (BChE) bei den an SIDS verstorbenen Babys niedriger war als bei gesunden und lebenden Säuglingen sowie anderen Säuglingstodesfällen.

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Für Eltern könnte diese Entdeckung große Hoffnung bedeuten. Denn laut der Forscher könne man das Enzym als Biomarker nutzen, und so in Zukunft Säuglinge mit einem Risiko für Plötzlichen Kindstod besser zu identifizieren. Hier möchten sie beispielsweise einen Screening-Test entwickeln, um das Risiko zu minimieren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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