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Schimmel an der Wand? Umweltmedizinerin erklärt, ab wann er der Gesundheit schadet

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Von: Juliane Gutmann

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Der Horror eines jeden Immobilienbesitzers: An der Wand bilden sich plötzlich kleine graue Flecken. Schimmel ist oft hartnäckig – und ab einem bestimmten Grad gefährlich.

Schimmel in der Wohnung ist kein seltenes Problem. Es gibt verschiedene Ursachen, etwa unzureichendes Lüften, zu sparsames Heizen oder bauliche Mängel. Dauerhaft zu hohe Feuchtigkeit in der Wohnung ist die Folge und lässt die unschönen grauen Schimmelflecken an Wänden und Decke entstehen. Schlecht gedämmte Gebäude sind anfällig für Schimmel, wie die Verbraucherzentrale weiter informiert.

Das Problem: Ein Schimmelfleck kommt selten allein. Spätestens bei einem großflächigen Befall, stellt sich dann die Frage: Wie schädlich ist Schimmel für die Gesundheit?

Schimmelflecken sind an den Wänden in einem Einfamilienhaus zu sehen.
Ihre Wand zeigt ähnliche Flecken? Dann haben Sie es mit Schimmel in der Wohnung zu tun. © Imago

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Schimmel wird dann zum Problem, wenn man ihm zu häufig ausgesetzt ist

Wer kurzzeitig in geringer Dosis die Giftstoffe einatmet, die Schimmelpilze produzieren, braucht keine negativen Folgen für die Gesundheit zu fürchten. Problematisch wird es, wenn Sie dauerhaft diesen sogenannten Schimmelpilzsporen ausgesetzt sind. In dem Fall kann es zu körperlichen Problemen wie Atemwegsbeschwerden, allergischen Reaktionen, Husten bis Verdauungsproblemen kommen. „Auf Dauer könnten die Sporen Lunge und Schleimhäute reizen und allergische Reaktionen auslösen“, bestätigt Iris Chaberny, Direktorin des Instituts für Hygiene, Krankenhaushygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Im Spiegel-Interview sagt Chaberny, dass die wenigsten Menschen sofort Probleme bekämen: „Wenn wir durch den Wald gehen, atmen wir auch Pilzsporen ein. Das ist nicht schlimm – wenn ich aber kontinuierlich in einem Raum schlafe, wo hinter mir eine verschimmelte Wand ist, kann das auf Dauer nicht gut gehen“.

Der Umweltmedizinerin zufolge spielt vor allem der Zeitraum eine gewichtige Rolle. Je häufiger die Lunge mit Schimmelpilzen in Kontakt komme, desto höher sei das Risiko, Allergien oder sogar Asthma zu entwickeln. Am stärksten gefährdet seien Kinder oder Kleinkinder, so Chaberny im Spiegel-Interview.

Wie viele Schimmelflecken in der Wohnung sind problematisch?

Dass die Belastung durch Schimmelpilze und Atemwegsbeschwerden in Verbindung stehen, gilt als bewiesen, so das Umweltbundesamt. „Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen. Es konnte jedoch bisher noch nicht festgestellt werden, ab welcher Konzentration an Schimmelpilzen in der Luft welche gesundheitlich negativen Auswirkungen auftreten“, heißt es vonseiten der Behörde. Allerdings gebe es bislang keine Grenzwerte für Schimmelpilze, weshalb das Vorsorgeprinzip angewendet werden müsse, heißt es weiter.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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