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Herzrasen oder Herzstolpern: Vorhofflimmern bleibt oft unentdeckt – Schlaganfall-Risiko steigt

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Von: Judith Braun

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Vorhofflimmern kann das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass die Herzrhythmusstörung frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Jährlich kommen 300.000 Patienten in Deutschland mit Vorhofflimmern ins Krankenhaus oder zum Arzt. Dabei bewegen sich die Herzvorhöfe nicht mehr richtig, sondern flimmern nur noch. Somit besteht das Risiko für einen Schlaganfall. Denn das Blut kann dort zu Gerinnseln verklumpen und zusammen mit dem Blutstrom schließlich ins Gehirn gelangen. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird, kann das Risiko verringert werden. Allerdings bleibt Vorhofflimmern oftmals unbemerkt.

Herzrasen oder Herzstolpern: Vorhofflimmern wird oft zu spät erkannt - Risiko für Schlaganfall

Eine Frau hält sich eine Hand ans Herz.
Herzrasen und Herzstolpern sind die häufigsten Symptome bei Vorhofflimmern. Bei älteren Menschen fehlen sie jedoch häufig. © Antonio Guillen Fernández/IMAGO

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt dabei anhaltend unregelmäßig und häufig so schnell, dass weniger Blut in den Körper gepumpt wird. Zwar ist die Krankheit nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Sie kann jedoch auf Dauer das Risiko für Schlaganfälle erhöhen. Betroffene, die frühzeitig behandelt werden, können hingegen meist ein normales Leben führen. Dafür muss ein Vorhofflimmern allerdings rechtzeitig erkannt werden.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit zählen Herzrasen oder Herzstolpern. Bei Herzrasen spürt man das Herzklopfen meist in der Brust oder im Hals. Das Herz kann dann schon mal 120 bis 160 Mal pro Minute oder bei manchen sogar bis zu 200 Mal pro Minute schlagen. Zum Vergleich: Ein gesunder Ruhepuls liegt im Durchschnitt zwischen 60 und 90 Mal pro Minute. Herzstolpern tritt bei Vorhofflimmern oftmals sporadisch auf. Dabei hält es mindestens 30 Sekunden oder länger an. Auch folgende Symptome können ein Anzeichen für die Krankheit sein:

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Risiko für Schlaganfall erhöht: Warum Vorhofflimmern häufig erst spät erkannt wird

Obwohl es bestimmte Symptome gibt, die auf ein Vorhofflimmern hindeuten, bleibt die Krankheit häufig unbemerkt. Das kann daran liegen, dass gerade bei älteren Menschen die beiden typischen Symptome Herzrasen und Herzstolpern häufig gar nicht auftreten. Denn bestimmte Herzzellen am sogenannten AV-Knoten (Atrio-Ventrikular-Knoten) – seine Aufgabe ist es, die Impulse des Sinusknoten aufzunehmen und sie rasch in die Herzkammern weiterzuleiten – arbeiten bei Älteren langsamer. Deshalb spüren sie weniger, wenn es zur Unruhe im Herzen kommt. Sie leiden dann meist unter den eher unspezifischen Anzeichen wie Schwindel oder Schwächegefühl.

Zudem bleibt ein Vorhofflimmern oftmals aus folgendem Grund unerkannt: Zu Beginn des Leidens tritt es meist nur anfallsartig auf. Es kann sich über Minuten oder wenige Stunden erstrecken. Oft kommt es auch nachts vor. Wird das Herz dann mit einem Routine-EKG (Elektrokardiogramm) untersucht, schlägt es im Normalbereich. Damit Vorhofflimmern aber diagnostiziert werden kann, bedarf es der Dokumentation durch ein hochwertiges EKG. Aufzeichnungen über einen längeren Zeitraum spielen dabei eine wesentliche Rolle. Inzwischen gibt es beispielsweise auch Smartwatches mit EKG-Funktion, die Rhythmusstörungen aufzeichnen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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