1. 24vita
  2. Gesund leben

Bänderriss, Knöchelbruch, Sehnenentzündung – die häufigsten Verletzungsfallen beim Sport

Kommentare

Viele hatten sich zum Jahresbeginn in puncto Fitness einiges vorgenommen. Zwei Münchner Orthopäden erklären, auf welche Risiken man achten sollte.

Die beiden Spezialisten haben Tipps, wie Neu- und Wiedereinsteiger klassische Fehler vermeiden und sportliche Ziele ohne Reue erreichen – auf der Piste, in der Loipe, im Studio und Pilates-Kursus oder in der Tennishalle. Zudem gibt es eine neue Studie zum Thema Dehnung und dem richtigen Aufwärmen vor dem Training.

Ob im Freien oder in der Halle: Bewegung im Winter stärkt das Immunsystem, hebt die Stimmung und hält den Trainingslevel. „Das gilt für alle Altersgruppen und ganz speziell für die Älteren“, bestätigen die Münchner Orthopäden Manuela Weis und Dr. David John. „Mit Sportarten wie Langlauf, Skifahren, Walken oder Joggen, Pilates oder dem Training in Fitnessstudio oder Tennishalle liegen Hobbysportler da goldrichtig – sofern man es nicht übertreibt.“ Für alle plötzlich auftretenden orthopädische Beschwerden gilt: „Gehen Sie zeitnahe zum Arzt, wenn sich die Beschwerden nicht rasch bessern. Oft können wir ein kleines Problem rasch lösen, bevor sich etwas Langwieriges daraus entwickelt.“ Die Klassiker unter den Verletzungsfallen:

Dr. John und Manu Weis
Experten für Sportverletzungen: Die Münchner Orthopäden Dr. David John und Manuela Weis. © SIGI JANTZ

Bloß nicht ausrutschen

Einfach mal loslaufen auf eisigen oder matschigen Böden – das ist keine gute Idee: „Die Gefahr, auszurutschen und umzuknicken, ist groß“, warnt Dr. John. Schwillt das Sprunggelenk, könnte der Außenknöchel gebrochen sein. „Das passiert ungeübten Läufern schnell.“ Auch Bänderrisse sind eine typische Folge. Wer ohne gründliche Aufwärmphase lossprintet, riskiert schmerzhafte und langwierige Muskelfaserrisse oder eine gereizte oder entzündete Achillessehne. Auch ein überlastetes Kniegelenk – das Läuferknie – rebelliert mit Schmerzen an den Außenseiten. Dann ist eisern Schonung angesagt: „Und das kann Wochen und Monate dauern, bis Sehnen, Faszien und Bänder wieder belastbar sind.“

Nicht verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Hören Sie auf Ihren Körper

Fitnessstudios haben im Winter Hochsaison. Eine gute Sache – solange man auf seinen Körper und den Trainingsstand hört. Dr. John ist z. B. absolut kein Freund der sogenannten Dips – einem anspruchsvollen Training für die Brust- und Armmuskulatur, bei dem das Gewicht des Oberkörpers auf und ab gestemmt wird: „Dabei kann selbst eine gesunde Schulter schweren Schaden nehmen durch Reizungen der Rotatorenmanschette und Sehnenentzündungen.“ Auch das Stemmen von Gewichten kann schmerzhafte Schleimbeutelentzündung auslösen. Und: „Achten Sie beim Rückentraining auf eine korrekte Ausführung der Übungen, um Blockierungen zu vermeiden.“

Dips auf Stuhlkante
Hohe Verletzungsgefahr für die Schultern: Solche Dips sehen Orthopäden kritisch. © Imago

Nicht gleich auf der Buckelpiste starten

Kreuzbandrupturen sowie Unterschenkelkopf- und Wirbelkörperbrüche bei Stürzen auf den Rücken sind Skifahrer-Verletzungen, die Orthopäden häufig sehen. Zu diesen Klassikern gehört auch der Skidaumen – ein Sturz auf den abgespreizten Daumen, bei dem ein Band im Daumengrundgelenk reißt und oft auch den Knochen beschädigt. Gegen solche Unfälle gibt es keine Prophylaxe. Dennoch ist bei vielen solcher Skiunfälle der Übermut und manchmal auch etwas zu viel Jagatee mitgefahren: „Nach einer längeren Pause könnte man sich ein paar Stunden Unterricht mit dem Skilehrer gönnen“, empfiehlt Dr. John. Und: „Der Tag muss auch nicht gleich auf der Buckel-Piste oder im Tiefschnee starten.“

Mann Sturz im Schnee
Nichts passiert: Gut vorbereitete Skifahrer überstehen Stürze besser als völlig Untrainierte. © Imago Sportfotodienst

Gefahr für Schulter, Wirbelsäule und Handgelenk

Viele Freunde des weißen Sports hatten mit diesem gemeinen Schmerz schon Erfahrungen: Der Tennisellenbogen – eine Entzündung am Sehnenansatz, oft ausgelöst durch allzu ehrgeiziges Training. Unumgänglich ist dann eine mehrwöchige Pause, in der die Orthopäden in ihrer Praxis am Münchner Stachus die Entzündung mit Magnetfeldbehandlungen, Schmerzmitteln und Kühlung wieder in den Griff kriegen. Auch Überdehnungen werden zunächst oft mit Verspannungen verwechselt – ebenso wie Zerrungen und Muskelfaserrisse. Chronische Schmerzen treten häufig im Bereich der Schulter, der Wirbelsäule und des Handgelenkes auf. „Zudem besteht die Gefahr, bei zu starker Belastung eine schlummernde Arthrose in Hüfte oder Knie zu aktivieren.“ Also gilt auch hier: „Lassen Sie es langsam angehen, hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und gehen Sie zeitnahe zum Arzt, wenn sich die Beschwerden nicht rasch bessern!“

Tücken der Dehnung

Yoga und Pilates wirken Wunder beim Lösen körperlicher und mentaler Spannungen. Zuvor jedoch ist Aufwärmen absolut Pflicht. Dann ist gerade Pilates ein effektives Training für Gewichtsabnahme und Aufbau der tieferliegenden Muskulatur – mit kleinen Tücken: „Gehen Sie vorsichtig in die Dehnbewegung“, rät Manuela Weis. Andernfalls riskiert man Blockierungen entlang der Wirbelsäule und in den Gelenken.

Langlauf ist ein perfektes Ausdauertraining – wenn die Vorbereitung stimmt: Der ganze Körper von den Schultern bis in die Beine will gut gewärmt und gelockert starten. Andernfalls droht durch das ständige, kräftige Anschieben mit den Stecken eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter, eine Entzündung der langen Bizepssehne oder auch die Aktvierung einer Arthrose.

Auch interessant

Kommentare

Teilen