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Blutdruck: Diese Werte gelten für Senioren ab 80 Jahren und bei schwankenden Messergebnissen

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Prof. Dr. med. Volker Klauss, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, Kardiologie Innenstadt München
Der renommierte Kardiologe Prof. Volker Klauss aus München bedauert, dass viele Menschen den Blutdruck zu Hause falsch messen. © Andreas Koehler

Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein riesengroßes Problem ist, dass viele Betroffene sehr gewissenhaft ihren Blutdruck zu Hause messen, aber dabei wegen verschiedener Fehler falsche Werte erhalten. Der Münchner Kardiologe Prof. Volker Klauss erklärt, wie Sie Messfehler vermeiden und welche Werte ab 80 Jahren gelten.

Das Thema Bluthochdruck bewegt viele Menschen – und viele Menschen messen gewissenhaft zu Hause. Aktuell fragt ein 82-jähriger Leser, was er von unterschiedlichen Messwerten halten soll, die er mit einem Messgerät für das Handgelenk erzielt. Und, ob man auch bei Über-80-Jährigen von einem Richtwert von 140/90 mmHG ausgehen sollte, oder ob die Werte sich mit dem Alter nach oben verschieben. Diese wichtigen Fragen legten wir dem renommierten Münchner Kardiologen Prof. Volker Klauss vor. Er erklärt: „Grundsätzlich sollten Ergebnisse von Blutdruckmessungen am Handgelenk nicht für Therapieentscheidungen oder -überprüfungen verwendet werden, da sie im Allgemeinen zu ungenau und zu variabel sind, was ja auch der Patient berichtet.“ Der erfahrene Experte betont, dass viele Messgeräte für den Hausgebrauch ungenau sind. Wer sich ein solches kaufen will, sollte unbedingt darauf achten, dass das Gerät auch eine aufpumpbare Manschette hat. Die Leitlinien empfehlen klar die Verwendung von Oberarmmessgeräten. Zudem sollte man immer mehrmals hintereinander messen, da das Ergebnis der ersten Messung oft fehlerhaft ist. Um Fehler beim Blutdruckmessen zu vermeiden, rät Klauss, sich die richtige Messtechnik einmal vom Hausarzt zeigen zu lassen.

Denn wer falsch misst und deshalb falsche Werte bekommt, kann seiner Gesundheit schaden, wenn die fehlerhaften Werte zu einer Unter- oder Übertherapie führen, warnt Klauss.

Um die Genauigkeit des Messergebnisses zu erhöhen, wird empfohlen, mehrfach hintereinander, aber mit zweiminütigem Abstand zu messen.
Um die Genauigkeit des Messergebnisses zu erhöhen, wird empfohlen, mehrfach hintereinander mit zweiminütigem Abstand zu messen. © Westend61/Imago

Diese Werte gelten für Über-80-Jährige

Für Patienten über 80 Jahren gelten folgende Empfehlungen: Bei einem in der Arztpraxis gemessenen systolischen RR über 160 mmHg sollte bei noch nicht behandelten Patienten auf alle Fälle eine Blutdrucksenkung eingeleitet werden. Bei Werten von 140 – 159 mmHg kann eine Blutdruckeinstellung aber auch schon erwogen werden.

Ziel der Therapie ist dann, dass der in der Praxis gemessene systolische RR sollte auf 140 bis 150 mmHg gesenkt werden soll. Sofern die Therapie gut vertragen wird, kann eine Absenkung auf 130 bis 139 mmHg erwogen werden. Wenn der diastolische RR-Wert unter 70 mmHg liegt, muss dies jedoch vorsichtig erfolgen.

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Eine Absenkung der Therapie sollte erwogen werden, wenn der systolische RR unter 120 mmHg ist. Zudem, wenn einem beim Aufstehen schwindlig wird. „Wichtig ist, besonders bei den derzeitigen hohen Temperaturen, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten“, mahnt Prof. Klauss an.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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