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Vegetarier sind häufiger depressiv als Fleischesser: Welche Ursachen dahinter stecken

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Von: Juliane Gutmann

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Wer sich vegetarisch ernährt, ist häufiger von Depression betroffen: so das Ergebnis einer Studie. Doch was ist der Grund?

Wirkt sich vegetarische Ernährung auf die Psyche aus? Diese Frage stellten sich Forschende der Ruhr-Universität Bochum. In einer Meta-Analyse kommen sie zu dem Ergebnis, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen depressiver Stimmung und Vegetarismus gibt. So war die Anzahl an depressiven Menschen in der Vegetarier-Gruppe größer als unter den Fleischessern.

„So konnten wir zeigen, dass die Menschen, die sich vegetarisch ernähren, statistisch signifikant höhere Werte in Depressionsfragebögen haben als diejenigen, die Fleisch essen“, wird Studienautorin Jette Borawski in einer Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) zitiert. Bereits frühere Studien hätten gezeigt, dass Vegetarier eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, depressiv zu sein. Um dies zu belegen oder zu widerlegen, hatte Borawski zusammen mit Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg von der RUB-Biopsychologie eine Meta-Analyse durchgeführt.

Frau hält vegetarische Bowl in der Hand
Wer sich vegetarisch ernährt, schont nicht nur die Umwelt, sondern tut auch seiner Gesundheit Gutes. Oder? © Imago

Mögliche Erklärung, warum vegetarische Ernährung eine Depression anzeigen kann

Das Forscherteam legte der Analyse die Daten von 49.889 Menschen (8.057 Vegetarierinnen und Vegetarier sowie 41.832 Fleischessende) zugrunde und verglich die Antworten in den ausgehändigten Fragebögen. Das Fazit: Vegetarier hatten höhere Depressionswerte als die Fleischesser. Einen große Haken an der Studie gibt es allerdings: „Welchen Zusammenhang es dabei gibt, konnten wir auf Basis dieser Daten nicht bestimmen“, so Studienautorin Borawski.

Eine andere Studie gibt in Hinblick auf die genauen Zusammenhänge mehr Aufschluss: Sie konnte Jette Borawski zufolge zeigen, dass es nicht so ist, dass die vegetarische Ernährung Depressionen verursacht, sondern dass im zeitlichen Ablauf oft erst eine depressive Stimmung auftritt und dann eine Ernährungsumstellung erfolgt, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Bochum. „Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Es könnte sein, dass Menschen, denen es mental schlecht geht, sich selbst durch gesunde Ernährung etwas Gutes tun wollen. Andererseits könnte eine eigene schlechte Stimmung die Empathie für Tiere, die unter schlechten Haltungsbedingungen leben, steigern, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer pflanzenbasierten Ernährung erhöht“, so Borawski.

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Vorteile der vegetarischen Ernährung

Gute Blutwerte, geringeres Risiko von Übergewicht und ein Zeichen gegen Massentierhaltung: Für eine vegetarische Ernährung sprechen eine Vielzahl positiver Effekte. Auch das Risiko eines Nährstoffmangels durch den Verzicht auf Fleisch und Wurst ist nicht gegeben, wenn man keine vegetarischen Lebensmittel ausschließt und häufig zu Hülsenfrüchten wie Bohnen greift, die als gute Eisen-Lieferanten gelten. Folgende Lebensmittel beugen einem Nährstoffmangel außerdem vor:

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