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ADHS und Demenz: Eltern von ADHS-Patienten erkranken häufiger an der Hirnkrankheit

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Von: Kristina Wagenlehner

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Ein Paar liegt im Bett. Der Mann schläft, aber die Frau starrt an die Decke. (Symbolbild)
Eine neue Studie erkennt einen Zusammenhang zwischen ADHS und dem Demenzrisiko. (Symbolbild) © Yakobchuk Olena/Imago

Leidet ein Kind oder ein Erwachsener an ADHS, sind die Eltern und Großeltern gefährdet, an einer Demenz zu erkranken. Das zeigt eine neue Studie.

Stockholm – Bisher gab es kaum Studien zu den Langzeitwirkungen von ADHS, das ändert sich nun. Schwedische Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm untersuchten, inwieweit sich ADHS auf das Demenzrisiko auswirken kann.

ADHS und Demenz: Eltern von ADHS-Patienten erkranken häufiger an der Hirnkrankheit

ADHS galt lange Zeit als Kinderkrankheit. Und das, obwohl laut „Ärztezeitung“ etwa drei Prozent der Bevölkerung an einer ADHS leiden. Doch die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperakt­ivitäts­störung (ADHS) kann bis ins Erwachsenenalter andauern.

Die Forscher unter der Leitung von Le Zhang fanden nun heraus, dass Eltern und Großeltern von Patienten mit ADHS ein erhöhtes Risiko haben, im Alter an Demenz – zum Beispiel Alzheimer – zu erkranken. Wissenschaftler vermuten daher, wie „Alzheimer’s & Dementia“ berichtet, dass auch die ADHS-Patienten selbst gefährdet sind, an einer Demenz zu erkranken.

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ADHS erhöht Demenzrisiko: Studie belegt Zusammenhang

Wie kam das Team um Zhang zu diesem Ergebnis? Die Forscher analysierten anhand des schwedischen Personen- und Patientenregisters, wie oft ADHS bei den Jahrgängen 1980 und 2001 diagnostiziert wurde – insgesamt rund 68.000 Mal, was einer Häufigkeit von 3,21 Prozent entspricht.

Dann brachte Zhang die ADHS-Diagnose der Patienten in Beziehung zu den Demenz-Erkrankungen ihrer Eltern und Großeltern und auch zu den Onkeln und Tanten. Das Ergebnis wurde nun veröffentlicht: Bei Eltern von ADHS-Patienten war das Risiko an einer Demenz zu erkranken 1,55 Mal höher, bei Großeltern 1,11 Mal.

Für Tanten und Onkel ließ sich kein Zusammenhang feststellten. Dass das Risiko sinkt, je weniger eng die Personen miteinander verwandt sind, spricht dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen den Krankheiten gibt. Beweisen kann die Studie dies jedoch nicht.

ADHS erhöht Demenzrisiko: Ursache noch unbelegt

Die Ursache, warum ADHS das Risiko einer Demenz-Erkrankung erhöhen kann, ist bisher noch nicht geklärt. Es existieren lediglich Hypothesen. Zum Beispiel könnte es daran liegen, dass die Krankheiten genetische Gemeinsamkeiten aufweisen. Denkbar ist für Zhang aber auch: Die Symptome der ADHS werden bei Seniorinnen und Senioren als Demenz interpretiert. Dann bestünde kein Zusammenhang. Dazu kommt: Wo die Grenze zwischen Demenz und Schusseligkeit verläuft, ist nicht immer offensichtlich.*

Da ADHS erst seit wenigen Jahrzehnten als Diagnose gestellt wird, sind die Patientinnen und Patienten noch nicht alt genug, um die Hypothese zu überprüfen. Denn der wichtigste Risikofaktor einer Demenz ist: das Alter.

ADHS erhöht Demenzrisiko: Weitere Langzeitfolgen

Laut Le Zhang können ADHS-Patienten nicht nur von einer Demenz, sondern auch von möglichen Langzeitfolgen betroffen sein. Das sei durch verschie­dene Studien dokumentiert:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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