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Adipositas bei Kindern: Schützt Stillen vor Fettleibigkeit?

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Muttermilch ist gesund, da sind sich Experten einig. Sie enthält nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern kann auch langfristig Übergewicht vorbeugen.

Berlin – Fast 90 Prozent der Mütter in Deutschland stillen ihr Kind. Die Mehrheit von ihnen stillt circa acht Monate lang. Laut der Nationalen Stillkommission (NSK) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wird allerdings nur jedes achte Baby nach Geburt mindestens in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch errnährt. Was schon länger bekannt und erwiesen ist, sind die vielfältigen, positiven Auswirkungen der Muttermilch und des Stillens auf das Kind.

Adipositas bei Kindern: Schützt Stillen vor Fettleibigkeit?

Durch das Anlegen des Babys, die Nähe und das Stillen selbst wird das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin freigesetzt. Diese Ausschüttung fördert den sogenannten Bonding-Effekt, das heißt beim Stillen wird die emotionale Bindung zwischen Mutter und Baby gestärkt. Der Duft von Mamas Haut und der Geruch der Muttermilch können das Baby entspannen und beruhigen. Das kann die Gabe von industrieller Anfangsmilch trotz zuverlässiger Öko-Tests für viele Mütter gefühlt nicht ersetzen. Gleichzeitig wird das Baby über die Muttermilch mit Antikörpern gegen Krankheitserreger geschützt. Dabei spricht man vom Nestschutz. Das ist nicht alles.

Daneben zeigen Studien-Auswertungen des RKI, dass Stillen mit Muttermilch langfristig mit einem geringeren Adipositasrisiko einhergeht.

Schutz vor Übergewicht bei Kindern: Muttermilch hat niedrigeren Energiegehalt

Mutter sitzt auf dem Sofa und stillt ihr Baby. (Symbolbild)
Das Stillen Ihres Kindes kann langfristig Übergewicht vorbeugen. © Oscar Carrascosa Martinez/Imago

Es sind verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit Stillen, die den protektiven Effekt der Muttermilch erklären können. Durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter ermöglicht das Stillen dem Säugling bereits eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Ernährung mit allen erforderlichen Nährstoffen. Muttermilch besteht zu 90 Prozent aus Wasser, wodurch das Risiko von Übergewicht zunächst gering ist. Die Energie- und Proteinaufnahme ist bei nicht-gestillten Kindern allerdings häufig wesentlich höher als bei nicht gestillten Kindern.

Daher vermuten die Forscher, dass eine erhöhte Energieaufnahme bereits im Säuglings- und Kleinkindalter die spätere Entwicklung einer Adipositas begünstigen könnte. Darüber hinaus zeigen Babys, die zusätzlich oder ausschließlich mit Beikost ernährt werden, eine höhere Insulinausschüttung. Insulin regt die Anreicherung von Fettzellen an, kann mittel- oder langfristig Übergewicht begünstigen.

Schutz vor Übergewicht bei Kindern: WHO empfiehlt mindestens sechs Monate Muttermilch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich und bis zum zweiten Lebensjahr parallel zur Einführung von Beikost gestillt werden. Stillen habe schützendes Potenzial, wissen Experten. Die allgemeine Still-Empfehlung wird auch auf nationaler Ebene durch die Nationale Stillkommission befürwortet. *Merkur.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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