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Affenpocken: Lauterbach sieht „keine Gefahr“ – trotzdem Impfdosen bestellt

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Von: Jasmin Pospiech

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Droht uns mit den Affenpocken eine neue Pandemie? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach winkt ab. Dennoch erhält er schon bald 40.000 Impfdosen.

Berlin – Im Sommer haben sich viele Deutsche erhofft, eine „Verschnaufpause“ vom Coronavirus zu haben. Doch seit einigen Wochen treibt die Bundesrepublik die Sorge vor einem neuen Virus um: die Affenpocken. Dieser äußert sich mit einem charakteristischen Hautausschlag, ähnlich zu dem von Windpocken. Zudem haben Betroffene mit Symptomen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost oder Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen zu kämpfen. Dadurch fällt es schwer, sie von anderen Viruserkrankungen wie die Grippe abzugrenzen.

Affenpocken: Lauterbach sieht „keine Gefahr“ – trotzdem Impfdosen bestellt

Gegen die Affenpocken ist bereits ein US-Vakzin zugelassen.
Gegen die Affenpocken ist bereits ein US-Vakzin zugelassen. (Symbolbild) © Gerardo Vieyra/Imago

Im Mai 2022 sind die ersten Fälle von Affenpocken in Deutschland gemeldet worden. Bisher sind 65 Fälle von Affenpocken (Stand: 03. Juni) aus neun Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt ans RKI übermittelt worden. Dennoch geben viele Virologen bereits Entwarnung.

Ihrer Meinung nach sei keine weitere Pandemie zu befürchten. Dieser Auffassung ist auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (55, SPD). Im ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“ kündigt er an, dass er dennoch Impfdosen gegen Affenpocken bestellt habe. Die erste Bestellung soll bald eintreffen. Insgesamt werden 240.000 Dosen erwartet.

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Affenpocken: Lauterbach sieht „kein Potenzial“ für Pandemie

„40 000 Einheiten sollen in den ersten beiden Juni-Wochen kommen, dann 200.000 Einheiten danach“, so der Gesundheitsminister. „Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Impfstoff gegen Affenpocken“, erklärt er. Das US-Vakzin „Imvanex“ ist hingegen in den Vereinigten Staaten bereits gegen die Affenpocken zugelassen. Manche Experten sind der Meinung, dass auch die allgemeine Pockenimpfung sehr gut gegen die Affenpocken schützen könne. Doch wer soll die Impfungen erhalten?

Das sei abschließend noch nicht geklärt, man werde aber Impfkonzepte vorlegen, „um die Infizierten herum“, heißt es weiter. Grundsätzlich habe man vor, das Virus so gut es geht einzudämmen, damit es sich hierzulande nicht festsetzen könne. „Aber ich glaube nicht, dass die Affenpocken wirklich eine Gefahr darstellen im Sinne einer Pandemie. Das Potenzial ist da nicht da“, meint der SPD-Politiker abschließend.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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