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Schmerzen oder Unzufriedenheit: Baby-Geschrei richtig zu deuten, braucht Übung

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Von: Judith Braun

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Wenn ein Baby schreit, kann es entweder einfach nur unzufrieden sein oder aber unter Schmerzen leiden. Eltern können lernen, es korrekt zu deuten.

Weil sie noch nicht sprechen können, haben Babys nur die Möglichkeit zu schreien, um sich auszudrücken. Meistens haben die ganz Kleinen dann Schmerzen oder sind einfach nur unzufrieden. Möglicherweise leidet das Baby unter Blähungen oder seine Windel ist voll. Laut einer Pädagogin sollten Sie dann Ihr Baby um Erlaubnis fragen, bevor Sie die Windel wechseln.

Für junge Eltern ist es am Anfang allerdings schwierig, die Schrei-Laute ihres Sprösslings richtig zu deuten. Denn wie eine französische Studie nun herausfand, ist die Fähigkeit, den Unterschied herauszuhören und der jeweiligen Ursache entsprechend zu reagieren, keinem Menschen in die Wiege gelegt. Dafür braucht es Übung und Erfahrung.

Schmerzen oder Unzufriedenheit: Baby-Geschrei richtig zu deuten, braucht Übung

Ein Baby liegt auf einem Kissen und schreit.
Hat Ihr Baby Schmerzen? Oder schreit es nur wegen leichtem Unbehagen? Schreie richtig zu deuten, kann Eltern am Anfang schwerfallen. (Symbolbild) © Westend61/IMAGO

Mit Intuition hat es also recht wenig zu tun, ob Eltern am Anfang die Bedürfnisse ihrer Babys heraushören können. Stattdessen muss diese Fähigkeit erlernt werden. Dies fanden die Wissenschaftler um Prof. Nicolas Mathe von der Universität Saint-Étienne in Frankreich, der zur akustischen Kommunikation bei Tieren und bei Menschen forscht, bei ihrer im Fachjournal „Current Biology“ veröffentlichten Studie heraus. An ihrer Untersuchung nahmen Menschen teil, die unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit Babys hatten: Eltern von Kindern unterschiedlichen Alters, Personen mit gelegentlicher Erfahrung, zum Beispiel als Babysitter, Nicht-Eltern mit umfassender beruflicher Erfahrung in der Kinderbetreuung sowie Personen ohne jegliche Erfahrung.

Zunächst mussten die Probanden ein kurzes Training absolvieren. Sie bekamen jeweils acht verschiedene und einige Sekunden dauernde Aufnahmen vom Geschrei eines einzelnen Babys zu hören. Es handelte sich dabei entweder um Schmerzensschreie während einer Impfung in einer Kinderarztpraxis oder Geschrei von leichtem Unbehagen beim Baden zu Hause. Danach mussten die Teilnehmer neue Schreisequenzen des ihnen vertrauten Babys und von einem unbekannten Baby zuordnen. So wurde die Fähigkeit getestet, Schreie vor Schmerz oder aus Unzufriedenheit unterscheiden zu können. Dadurch ergaben sich verblüffende Ergebnisse.

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Eltern müssen lernen, das Schreien ihres Babys richtig zu interpretieren

Sowohl Frauen als auch Männer ohne Erfahrung im Umgang mit Babys konnten die Schreisequenzen nicht häufiger richtig interpretieren, als zu erwarten war. Eltern mit Kindern, die mindestens fünf Jahre alt sind, sowie Personen mit umfassend beruflicher Erfahrung konnten das Geschrei hingegen besser zuordnen. Eltern von Kleinkindern unter zwei Jahren gelang dies jedoch mit Abstand am besten, selbst wenn es sich um ein ihnen fremdes Baby handelte.

Laut den Autoren der Studie wurde bereits vermutet, dass erfahrene Zuhörer mit der Zeit eine Resistenz entwickeln und sich die Empfindlichkeit für akustische Schmerzsignale verringert. So könnte erklärt werden, warum Eltern älterer Kinder und Fachleute bei dem Test schlechter abschnitten. Aus evolutionärer Sicht macht es außerdem Sinn, dass die richtige Zuordnung erlernbar ist. Schließlich werden Kinder häufig nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von einem weiteren Netzwerk, bestehend beispielsweise aus Großeltern und Erziehern, betreut.

Gerade im Sommer kann es auch vorkommen, dass die Kleinen schreien und quengeln, weil ihnen zu heiß ist. Ob das Geschrei daher rührt, können Sie ganz einfach am Ohrläppchen überprüfen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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