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Wenn’s im Bauch zwickt: Wann sollte man bei Bauchschmerzen zum Arzt gehen?

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Von: Jasmina Deshmeh

Bauchschmerzen sind unangenehm, in vielen Fällen aber harmlos und auch nicht behandlungsbedürftig. Manchmal steckt jedoch mehr dahinter. Bei welchen Symptomen Sie besser zum Arzt gehen sollten.

Berlin – Bauchschmerzen können viele Ursachen haben und in vielen Fällen sind die Auslöser glücklicherweise harmlos. Halten die Beschwerden aber mehrere Tage an oder sind sie besonders stark, sollten Betroffene zügig zum Arzt gehen. Er wird untersuchen, ob den Beschwerden eine Erkrankung zugrunde liegt und bei Bedarf eine entsprechende Behandlung einleiten.

Wenn es im Bauch zwickt: Bauchschmerzen können viele Ursachen haben

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Alltagsleiden und in den meisten Fällen lässt sich ihr Auslöser schnell finden: Manchmal haben Betroffene zu fettig gegessen, die Periode kündigt sich an oder es war ein Gläschen zu viel am Abend. Kommen Durchfall und/oder Erbrechen dazu, stecken oft verdorbene Lebensmittel (Lebensmittelvergiftung) oder ein Magen-Darm-Infekt dahinter. In diesem Fall sind häufig auch Personen aus dem Umfeld betroffen.

In anderen Fällen ist die Diagnose dagegen deutlich komplizierter. Denn im Bauchraum befindet sich eine Vielzahl an Organen, die für die Schmerzen verantwortlich sein können. Meist verursachen die Verdauungsorgane Probleme, so die Apotheken Umschau, zu denen Magen, Darm, Gallenblase, Gallengang und Bauchspeicheldrüse zählen. Aber auch andere Organe wie Nieren, Harnblase, Geschlechtsorgane sowie Blutgefäße, Muskeln, Nerven, Milz, Lymphorgane und Enddarm können der Auslöser sein.

Wenn es im Bauch zwickt: Bauchschmerzen bei Kleinkindern besonders häufig

Gerade bei Kindern zählen Bauchschmerzen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ). Glücklicherweise sind sie in den meisten Fällen harmlos und verschwinden auch wieder. Neben Infekten, Blähungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen auch funktionelle Störungen (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom) infrage.

Nicht selten stecken auch Angst, Aufregung oder Vorfreude (positiver Stress) hinter den Bauchschmerzen. Während ältere Kinder die Schmerzen meist gut beschreiben können, lassen sie sich bei Kleinkindern und Säuglingen deutlich schwerer erkennen. Mögliche Anzeichen sind laut DGKJ:

Wenn es im Bauch zwickt: Wann müssen Kinder zum Arzt?

Dauern die Bauchschmerzen längere Zeit an, verbessern sie sich nach der Stuhlentleerung nicht oder werden sie augenscheinlich stärker, sollten Eltern mit ihren Kindern schnellstmöglich zum Arzt gehen.

Akute Warnzeichen sind:

Mögliche Ursachen können dann eine Säuglingskolik, ein Magen-Darm-Infekt, Verstopfung, eine Blinddarmentzündung, ein Darmverschluss, eine Darmentzündung, eine Blasenentzündung, Nieren- oder Gallensteine oder eine Entzündung an einer anderen Körperstelle sein, die in ärztliche Behandlung gehören.

Wenn es im Bauch zwickt: Wann sollten Erwachsene zum Arzt gehen?

Halten Bauchschmerzen länger als ein bis zwei Tage an oder werden sie von ungewöhnlichem Unwohlsein ohne Gewichtsverlust begleitet, sollten sich auch Erwachsene von einem Arzt untersuchen lassen. Sind die Bauchschmerzen sehr stark oder nehmen sie schnell zu und lassen sie sich nicht durch eine Schonhaltung lindern, kann es sich sogar um einen Notfall handeln. Dann sollte schnellstmöglich ein Arzt hinzugezogen werden.

Warnsignale für einen Notfall bei Erwachsenen sind:

Wenn es im Bauch zwickt: Was hinter wiederkehrenden Bauchschmerzen stecken kann

Sind die Bauchschmerzen wiederkehrend oder treten sie nach dem Verzehr bestimmter Speisen auf, können eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Nahrungsmittelallergie dahinterstecken.* Unverträglichkeiten wie eine Fructoseintoleranz, eine Milchzuckerunverträglichkeit, eine Histaminintoleranz oder eine Sorbitintoleranz zeigen sich durch unterschiedliche Beschwerden, zu denen neben Durchfällen, Bauchkrämpfen, Blähungen und Übelkeit auch Bauchschmerzen gehören können. Bei Nahrungsmittelallergien können neben Verdauungsbeschwerden auch Hautveränderungen, Atemnot oder in schweren Fällen ein anaphylaktischer Schock auftreten. Typ-1-Diabetiker haben zudem ein höheres Risiko auch an Zöliakie, einer besonders schweren Form der Glutenunverträglichkeit, zu erkranken. Auch Diabetesmedikamente kommen als Auslöser der Bauchschmerzen infrage. Manchmal ist auch eine ungünstige Ernährung mit zu viel Fleisch und zu wenig Ballaststoffen der Übeltäter. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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