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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome des Pankreaskarzinoms oft beliebig

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt in der hinteren Wand der Bauchhöhle, direkt hinter dem Magen. (Symbolbild)
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt in der hinteren Wand der Bauchhöhle, direkt hinter dem Magen. Ihre Hauptaufgaben betreffen die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel. (Symbolbild) © Rasi/stock.adobe.com

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist selten, aber sehr gefährlich. Es gibt bereits unspezifische Symptome im frühen Stadium, die Sie dennoch kennen sollten.

München – Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den seltenen Krebsarten in Deutschland und macht jährlich zwischen drei und vier Prozent der neuen Krebserkrankungen aus. Obwohl der Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht häufig vorkommt, ist er doch eine Gefahr: Die Überlebenschancen sind sehr niedrig, nur zehn Prozent der Erkrankten leben damit länger als fünf Jahre. So gehört der Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, zu den aggressivsten Krebsarten.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Diese Symptome hat das Pankreaskarzinom

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Drüsenorgan, das eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielt. Die Bauchspeicheldrüse heißt auch Pankreas und versorgt uns mit dem wichtigen Hormon Insulin. Das Organ ist zwischen 16 und 20 Zentimeter lang und etwa vier Zentimeter breit. Es liegt in der Bauchhöhle hinter dem Bauchfell und zwischen Milz, Leber, Magen sowie Zwölffingerdarm.

Beim Pankreaskarzinom vermehren sich Zellen im Körper schnell und ungebremst, sie verdrängen das normale Gewebe und lassen Tumore entstehen. Diese Karzinome können überall im Organ wachsen. Die Krebsformen werden je nach Gewebe unterschieden, in dem sie vorkommen:

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome im Anfangsstadium

In den ersten Stadien des Pankreaskarzinoms haben Betroffene häufig keine oder nur sehr unspezifische Symptome. Diese frühen Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebs sind: 

Weil diese Symptome auch auf andere Erkrankungen schließen lassen oder für sich stehend nicht ernst genommen werden, wird der Tumor in diesem Stadium oft nicht erkannt. Gegenwärtig wird in den meisten Fällen keine Früherkennungsuntersuchung empfohlen – zumindest dann nicht, wenn Sie keine Familiengeschichte mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Denn: Die Krebsart ist zu selten und die Untersuchungsergebnisse oft ungenau. 

Pankreaskrebs: Erschütternde Diagnose

Wenn bei Ihnen ein Pankreaskarzinom vermutet wird, wendet Ihr Arzt verschiedene Tests an, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen. Weil die Drüse zwischen verschiedenen anderen Organen liegt, ist sie nicht zu ertasten. Stattdessen kommen Bluttest, Ultraschalluntersuchung, Computertomografie, Magenspiegelung und eine endoskopische Sonografie zum Einsatz: Ein dünner Schlauch mit einem Ultraschallkopf wird dabei durch die Speiseröhre in den Magen geführt. Ihr Arzt befragt Sie außerdem zu Ihren Lebensgewohnheiten, Vorerkrankungen und Fällen von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Ihrer Familie. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Verlauf und Behandlung

Handelt es sich um einen exokrinen Tumor, breitet er sich häufig im Laufe der Zeit aus: Zunächst befindet er sich nur in der Bauchspeicheldrüse, er kann aber auch auf Lymphknoten oder andere Organe übergehen. Hier entstehen Metastasen. Betroffen beim Pankreaskarzinom sind insbesondere Leber, Knochen und Lunge. Die seltenen endokrinen Tumore wachsen in der Regel viel langsamer.

Eine Heilung der Erkrankung ist nur dann möglich, wenn der Tumor operativ komplett entfernt werden kann. Das gelingt allerdings nur bei ca. 20 Prozent der Patienten, da der Krebs häufig zu spät entdeckt wird und schon weit gestreut hat. Je nachdem, wo sich der Tumor befindet, müssen neben Teilen der Bauchspeicheldrüse auch Bereiche der Galle, des Zwölffingerdarms oder des Magens herausoperiert werden.

Wenn der Tumor vollständig entfernt ist, liegt die Überlebensrate nach fünf Jahren bei 20 bis 40 Prozent – im Vergleich zu zehn Prozent ohne erfolgreiche Operation. Nach der Operation folgt in der Regel eine Chemo- oder Strahlentherapie.

Pankreaskarzinom: Vermeiden Sie diese Risikofaktoren

Weil diese Form von Krebs so gefährlich und die frühe Diagnose meist nicht möglich ist, wird es umso wichtiger, der Erkrankung vorzubeugen. Es gibt einige Faktoren, die Ihr Erkrankungsrisiko erhöhen können:

Auch wenn nahe Verwandte von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen sind, steigt Ihre Gefahr. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Risikofaktoren sich gegenseitig verstärken. Gerade wenn Sie von einzelnen dieser Faktoren betroffen sind, sollten Sie sich möglichst gesund ernähren, nicht rauchen und wenig Alkohol konsumieren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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