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Plötzliche Dunkelheit: Wenn das Augenlicht in Sekunden verblasst

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Von: Christine Pander

Ein Frau beim Sehtest durch den Augenarzt, sie schaut in eine Lampe (Symbolbild)
Wird plötzlich alles dunkel, muss der Augenarzt die Ursache suchen (Symbolbild) © Monkey Business 2/ Imago

Wer plötzlich nicht mehr sehen kann, erleidet sicherlich einen Schock. Ein plötzlicher Sehverlust kann verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist, sich schnell medizinische Hilfe zu holen.

Freiburg – Das gibt es tatsächlich: Plötzlich fallen auf einem Auge Teile des Sichtfelds aus oder es wird ganz schwarz. Ohne Vorwarnung. Also ohne Schmerzen, Rötungen oder Verletzungen, etwa durch einen Unfall. Der plötzliche, schmerzfreie Sehverlust tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Eine Hauptursache dafür seien Durchblutungsstörungen, erklärt Prof. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Uniklinik Freiburg.

Plötzlich blind: Betroffene müssen sofort zum Arzt

„Bei Störungen der Durchblutung kann es zu einem Verschluss der Zentralarterie des Auges kommen“, sagt Reinhard. Die Arterie versorgt die Netzhaut (Retina) mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Wenn dieses Gefäß, das das Blut in die Netzhaut führt, sich verschließt, gehe mitunter innerhalb von Sekunden „das Licht aus“. Auf dem betroffenen Auge wird es also fast schlagartig dunkel.

In manchen Fällen hält der Sehverlust nur für wenige Sekunden an. Danach löst sich der Verschluss im Gefäß. Manchmal passiert das auch nach zehn Minuten oder einer Stunde. „Wichtig ist, sofort zum Arzt zu gehen und nach der genauen Ursache des Gefäßverschlusses zu suchen“, sagt der Augenarzt.

Plötzlich blind: Hausärzte sollten Blutgerinnung im Blick haben

Oft sei auch der Hausarzt gefragt, auf die allgemeine Blutgerinnung zu achten, sagt Reinhard. „Oder der Neurologe, der nach dem Blutfluss in der Halsschlagader schauen muss.“ Diese ist für die Blutversorgung des Gehirns und der Augen zuständig.

„Wenn Durchblutungsstörungen zu einem kompletten Sehverlust geführt haben und der Patient zu spät kommt, kann man in der Regel nicht mehr viel für das betroffene Auge tun“, sagt Reinhard. Eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Substanzen (Thrombolyse) mache für das Auge nach heutigem Wissensstand wenig Sinn. „Man hat eigentlich nur Nebenwirkungen, und keinen Nutzen.“

Plötzlich blind: Manchmal steckt eine Entzündnung dahinter

Allerdings könne man die genaue Ursache der Durchblutungsstörung finden und diese bekämpfen, sagt der Augenarzt. In vielen Fällen kann dann wenigstens das zweite Auge vor der Erblindung gerettet werden.

Der Verschluss der Zentralarterie der Netzhaut hat in sehr seltenen Fällen eine entzündliche Ursache: Die Arteriitis temporalis. Das ist eine autoimmunologische Gefäßentzündung, die dazu führt, dass die körpereigene Abwehr den Arterien zusetzt. Auch hier kommt es zu Durchblutungsstörungen. In der Regel haben Betroffene starke Kopfschmerzen und Kauschmerzen, aber keine Schmerzen am Auge. Schlimmstenfalls kommt es in Folge der Entzündung zur Erblindung.

Plötzlich blind: Diese Untersuchung nimmt der Augenarzt vor

Netzhautablösungen und Sehnervenerkrankungen zählen zu den weiteren möglichen Ursachen eines plötzlichen, schmerzfreien Sehverlustes.

Mit einem rechtzeitigen Arztbesuch beugen Sie dem plötzlichen Sehverlust vor. Der Arzt oder die Ärztin wird folgende Untersuchung vornehmen:

So können frühzeitig Risikofaktoren für einen möglichen Sehverlust verhindert oder behandelt werden. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) ist bei der Diagnostik möglicherweise auch der Augen-Ultraschall hilfreich. Vor allem, wenn der Einblick ins Augeninnere wegen einer „schlecht erweiterten Blende“, also in dem Bereich um Pupille und Iris, erschwert ist.

Plötzlich blind: Auch Ultraschall kann Klarheit bringen

Prof. Frank Tost, Leiter der DEGUM-Sektion Augenheilkunde, weist darauf hin, dass mit modernen Ultraschalltechniken kleinste, rote Blutkörperchen im Auge dargestellt werden können. Somit ermögliche die Sonographie eine weitaus genauere Darstellung als andere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT).

Ein Vorteil des Ultraschalls sei, dass Patienten das Auge bewegen könnten und so wichtige Zusatzinfos lieferten, sagt Tost. Damit könnten auch verstecktere Bereiche ziemlich genau dargestellt werden. Bei einer CT wäre das Bewegen des Auges indes störend. Beim Sehverlust kann es sich aber auch, wie Merkur.de berichtet, um Anzeichen für die Erkrankung Grauer Star handeln.* * Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (Mit Material der dpa).

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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