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Bluterkrankheit: Symptome, Ursachen und Formen der Hämophilie

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Von: Laura Knops

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Es ist eine weibliche Hand mit Blutstropfen zu sehen (Symbolbild).
Hämophilie: Wird die Krankheit nicht behandelt, können schon kleine Wunden für Patienten gefährlich werden (Symbolbild). © Panthermedia / Imago

Es hört nicht auf zu bluten? Wer von der Bluterkrankheit (Hämophilie) betroffen ist, hat sein Leben lang damit zu kämpfen.

München – Schon ein kleiner Schnitt, aber auch ein harmloser Stoß können für Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung – Hämophilie genannt – gefährlich werden. Denn auch wenn sich die „Bluterkrankheit“ mittlerweile gut behandeln lässt und schon längst nicht mehr lebensbedrohlich ist, steckt der Körper von Betroffenen Verletzungen keineswegs ohne weiteres weg.

Bluterkrankheit: Symptome, Ursachen und Formen der Hämophilie

Blaue Flecken und Hämatome, also Blutergüsse, die auch nach einiger Zeit nur langsam verschwinden, gehören zu den häufigsten Symptomen bei Hämophilie. Betroffene leiden zudem unter schwer stillbaren Wunden sowie Gelenkeinblutungen, welche schmerzhafte Gelenkschäden verursachen können. Bei Frauen kann es darüber hinaus zu einer stärkeren und längeren Periode kommen.

Dahinter steckt ein genetischer und vererbbarer Defekt. Dieser führt zu einer Verminderung bestimmter Eiweiße im Blut, welche für die Blutstillung verantwortlich sind. Die Folge: Verletzen sich Menschen mit Hämophilie, hört die Wunde kaum auf zu bluten.

Bluterkrankheit: Die Ursachen

Obwohl eine Blutgerinnungsstörung meist vererbt wird, kann die Krankheit in seltenen Fällen auch später auftreten. Beispielsweise kann eine Hämophilie in Folge einer schweren Leberstörung oder bei einer Blutkrebserkrankung entstehen. Auch bei einer Krebstherapie können bestimmte Medikamente die Blutgerinnung beeinträchtigen.

Während die Krankheit bis in den 1920er Jahre jedoch noch als lebensbedrohlich galt, lässt sie sich mittlerweile gut behandeln. So können die rund schätzungsweise 6.000 Betroffenen hierzulande unter der richtigen Behandlung ein beinahe normales Leben führen, wie die „Deutsche Hämophiliegesellschaft“ zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten berichtet.

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Bluterkrankheit: Verschiedene Formen der Blutgerinnungsstörung

Abhängig davon, welche Gerinnungsfaktoren dem Körper fehlen, kann es zu unterschiedlichen Varianten der Hämophilie kommen. Am häufigsten treten dabei die Hämophilie A und Hämophilie B auf, bei denen die Gerinnungsfaktoren, in der Regel Proteine, VII oder IX fehlen. Betroffen sind fast nur Jungen und Männer. Mädchen und Frauen können zwar auch erkranken, dies ist jedoch weitaus seltener der Fall.

Das vor allem Jungen und Männer betroffen sind, liegt daran, dass die für die Krankheit verantwortlichen veränderten Gene auf dem X-Chromosom liegen und rezessiv vererbt werden. Viele Frauen merken dagegen häufig gar nicht, dass sie Überträgerinnen der Krankheit sind.

Bluterkrankheit: Diagnose und Verlauf

Wie stark die Symptome der Blutgerinnungsstörung ausgeprägt sind, hängt von der Aktivität des Gerinnungsfaktors ab, der noch vorhanden ist. Eine sichere Diagnose bietet eine Blutuntersuchung*. Ärzte unterscheiden dabei zwischen einem leichten, mittelschweren und schweren Verlauf:

Während für Patienten mit einer schweren Form der Hämophilie bereits normale Tätigkeiten gefährlich sind, da sie zu spontanen Blutungen führen können, sind Patienten mit milderen Formen deutlich weniger im Alltag eingeschränkt. Bei Erkrankten mit einer leichten bis mittelschweren Hämophilie kommen solche spontanen Blutungen nur sehr selten bis gar nicht vor. Operationen, Unfälle oder ein umgeknickter Fuß sind doch auch für sie ein Risiko. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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