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Blutvergiftung erkennen: Ursachen und Symptome – wie man eine Sepsis bekommt

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Von: Laura Knops

Bei einer Blutvergiftung kann sich eine zunächst harmlose Infektion auf den ganzen Körper ausbreiten. Wird die Sepsis nicht rechtzeitig erkannt, kann das lebensbedrohliche Folgen haben.

München – Eine eitrige Wunde, ein entzündeter Zahn oder eine Lungenentzündung – die Auslöser einer Blutvergiftung (Sepsis) können vielfältig sein. Gelangen Bakterien in den Blutkreislauf, können sie sich schnell im ganzen Körper ausbreiten – und so eine gefährliche Blutvergiftung auslösen. Dabei kann schon eine vermeintlich harmlose Infektion dazu führen, dass das Immunsystem überreagiert. Die Folge: Die körpereigene Immunabwehr schädigt den Organismus, statt ihn zu schützen. Wie eine Sepsis entsteht und warum man bei bestimmten Symptomen immer auch an eine Sepsis denken sollte.

Blutvergiftung erkennen: Ursachen und Symptome – Wie man eine Sepsis bekommt

Die Blutvergiftung (Sepsis) zählt auch hierzulande – neben Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zu den häufigsten Todesursachen*. Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Sepsis, bis zu 75.000 sterben. In vielen Fällen ließe sich eine Blutvergiftung jedoch vermeiden.

Der Begriff Sepsis stammt ursprünglich aus dem Griechischen und beutetet übersetzt so viel wie „Gärung“ oder „Fäulnis“. Anders als der Name „Blutvergiftung“ vermuten lässt, handelt es sich bei einer Sepsis allerdings nicht um eine Vergiftung. Vielmehr entsteht eine Sepsis, wenn die körpereigene Immunabwehr nicht in der Lage ist, eine Infektion zu entfernen – er also zu schwach reagiert – oder die Reaktion des Immunsystems so stark ausfällt, dass sie dem eigenen Organismus schadet. Die Folgen einer solchen Fehlreaktion sind verheerend: So kann es bei einer Blutvergiftung schnell zum Schock, multiplem Organversagen und sogar zum Tod kommen.

Blutvergiftung erkennen: Typische Symptome einer Sepsis

Obwohl die Sepsis als besonders gefährlich gilt, wird die Erkrankung oft zu spät erkannt. Die Symptome einer Blutvergiftung ähneln häufig anderen Erkrankungen und werden nicht selten mit einer Grippe verwechselt.

Zu den typischen Symptome einer Blutvergiftung zählen:

Blutvergiftung erkennen: Unspezifische Symptome erschweren eine schnelle Diagnose

Bei rund zwölf Prozent der Patienten treten nur leichte oder gar keine Symptome auf. Das erschwert eine frühzeitige Diagnose zusätzlich. Unspezifische Beschwerden wie Verwirrtheit, Fieber und Störungen der Organfunktionen werden zudem häufig übersehen.

Die Annahme, dass man eine Sepsis an einem roten oder blauen Streifen von einer Wunde Richtung Herz erkennt, stimmt allerdings nicht. Dieses Symptom spricht vielmehr für eine Entzündung der Lymphbahnen und ist sehr selten. Bleibt die Entzündung unbehandelt und weitet sich auf die Blutbahn aus, kann sich daraus allerdings auch eine Blutvergiftung entwickeln.

Blutvergiftung erkennen: Wer ist gefährdet?

Grundsätzlich kann jede noch so kleine Wunde zu einer Blutvergiftung führen, wenn sie sich infiziert. Laut einem 2017 veröffentlichten Bericht der WHO wird eine Sepsis meist durch Bakterien, aber auch Pilze, Parasiten oder Viren ausgelöst. Zudem können Entzündungen der Lunge, des Hautgewebes oder des Bauchfelles die Ursache für eine Sepsis sein.

Besonders gefährdet sind neben Menschen ab einem Alter von etwa 50 Jahren Kleinkinder und Babys. Ebenfalls gefährdet sind chronisch-kranke Menschen mit schweren Organerkrankungen, Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes sowie immunsupprimierte Patienten oder ohne Milz. In diesen Gruppen ist das Immunsystem besonders anfällig.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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