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Borna-Virus: Schwerer Fall in Sachsen-Anhalt – und Infektion kann sogar tödlich enden

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Von: Jasmin Pospiech

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Fast unentdeckt geht in Deutschland ein Virus um, der sehr selten ist, aber lebensgefährlich sein kann, wie das RKI berichtet. Das Virus wird offenbar von Katzen übertragen.

Halle – Der Herbst ist da und die Tage werden kühler. Wenn es dann noch nass und feucht ist, sind Krankheitserreger wieder auf dem Vormarsch. Neben der noch anhaltenden Corona-Pandemie setzen den Menschen in der dunklen Jahreszeit auch die Grippe und Erkältungen zu.

Borna-Virus: Schwerer Fall in Sachsen-Anhalt – und Infektion kann sogar tödlich enden

Doch das ist noch nicht alles: Jetzt hat sich in Sachsen-Anhalt eine Frau mit einem seltenen Virus infiziert. Dabei handelt es sich laut dem Robert Koch-Institut (RKI) um eine 58-jährige Dame aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, wie das Landesamt für Verbrauchschutz in Halle mitteilt. (Corona-Virus: Das RKI ruft vierte Welle aus – schwere Verläufe trotz Impfung?)

Ein Mensch auf der Intensivstation. (Symbolbild)
Eine Frau mit Borna-Virus wird jetzt in einem Pflegeheim betreut. (Symbolbild) © Kay Nietfeld/dpa

Die Frau sei bereits zum Jahresende 2020 schwer erkrankt und hatte auffällige Symptome gezeigt. Darunter:

Angeblich soll es der Betroffenen noch immer sehr schlecht gehen. Wie es weiter heißt, ist sie nicht ansprechbar und wird aktuell in einem Pflegeheim betreut. Die Diagnose: Borna-Virus. Lange Zeit galt diese Krankheit nur gefährlich für Pferde und Schafe. Doch es zeigt sich, dass das Borna Disease Virus 1 auch auf den Menschen übertragen werden kann. Durchschnittlich erkranken in Deutschland zwei Personen pro Jahr an der Krankheit – Wissenschaftler gehen von einer höheren Dunkelziffer aus. („Große Sorge“: Wegen Corona – kleine Kinder haben diesen Herbst besonders zu kämpfen)

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Angaben zufolge soll sie bei Menschen des Weiteren sogar zu schweren Gehirnentzündungen führen können. Epidemie-Gebiete befinden sich vor allem in Ostdeutschland wie Thüringen und Sachsen-Anhalt, aber auch in Bayern. Erkrankungen beim Menschen treten zwar selten auf, können allerdings tödlich enden, so wie bei einem Fall aus Brandenburg aus dem Jahr 2017 und zwei weitere im Freistaat. Aktuell ist noch ein weiterer aus Thüringen bekannt. (Delta-Variante: Neue Untersuchungen zur Corona-Mutation sind ernst)

Borna-Virus: Gefährlich und selten – Katzenbesitzer besonders gefährdet?

Das Problem daran: Bis jetzt gebe es noch keine spezielle Therapie gegen die Bornasche Krankheit, heißt es weiter. Allerdings ist bekannt, dass der natürliche Wirt des Virus die Feldspitzmaus ist. Die Viren werden anschließend vermutlich über deren Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Menschen hingegen können sich einerseits über den direkten Kontakt mit der Maus oder ihren Ausscheidungen als auch über kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder das Einatmen von Staub infizieren. (Corona-Infektion bei Haustieren: Ob das möglich ist und was Besitzer unbedingt wissen müssen)

Katzenbesitzer, deren Haustiere Freigänger sind*, sollen sich offenbar auch bei ihren Vierbeinern anstecken können. Bei einer Untersuchung von acht Verstorbenen lebten diese alle auf dem Land, sieben von ihnen hatten eine Katze. „Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt - die Katzen selbst waren unauffällig“, erklärt auch Ärztin und Epidemiologin Kirsten Pörtner vom RKI. Immerhin: Der Virus lässt sich offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Das Gleiche gilt für infizierte Pferde, Schafe und andere Haus- und Heimtiere. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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