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Borreliose-Gefahr: Warum zurzeit besonders viele Zecken unterwegs sind

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Von: Jasmina Deshmeh

Zecken lieben Feuchtigkeit. Deshalb sind sie nach regenreichen Tagen besonders aktiv. Spaziergänger sollten sich deshalb in den kommenden Wochen besonders schützen.

Potsdam/Berlin – Der viele Regen treibt nicht nur Flüsse über die Ufer, er lässt auch Zecken wieder aktiv werden. Das Problem: Die kleinen Spinnentiere können bei einem Stich Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen. So erging es auch Claudia Ferch nach einem Badeausflug in Brandenburg. „Es hat in der Kniekehle gejuckt“, so die 52-Jährige. Als sie nachschaute, hatte sich um die Einstichstelle schon ein roter Ring gebildet, der sich langsam ausbreitete – ein erstes Anzeichen auf eine Borreliose-Infektion.

Borreliose-Gefahr: Zecken-Stich bleibt oft unbemerkt

Ferch, die mit richtigem Namen eigentlich anders heißt, ging daraufhin zur Hausärztin und bekam dort ein Antibiotikum verschrieben, dass sie sieben Wochen durchgängig einnehmen muss. Denn mit einer Borreliose ist nicht zu spaßen: Die Krankheit, die auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt und durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi übertragen wird, kann unterschiedlich schwer verlaufen und Haut, Nervensystem, Gelenke sowie das Herz betreffen. Der Krankheitsverlauf ist entsprechend unterschiedlich und die Symptome lassen sich nicht immer direkt zuordnen.

Die häufigsten Anzeichen einer Borreliose sind:

Wer sich in den Sommermonaten im Freien aufhält, sollte deshalb wachsam sein: Laut einer Studie der Uni-Klinik Leipzig bemerken nur etwa 70 Prozent der Betroffenen den Zeckenstich. Oft auch erst, wenn schon einige Zeit verstrichen ist. „Es ist wichtig, Kleidung und Körper nach einem Waldspaziergang gründlich abzusuchen“, erklärt der Biologe Martin Komorek, der gemeinsam mit Kollegen den Zeckenradar, ein Informationsportal rund um die kleinen Spinnentiere, betreibt. Helle Kleidung hilft zudem, noch herumkrabbelnde Zecken schnell zu erkennen.*

Borreliose-Gefahr: Bisher gibt es keine Impfung gegen die Krankheit

Borreliose ist in Deutschland relativ verbreitet: So geht das Robert Koch-Institut (RKI) davon aus, dass hierzulande bis zu 30 Prozent der Zecken den Erreger in sich tragen. Allerdings erkrankt nicht jeder Infizierte automatisch an Borreliose. Eine Erhebung aus Deutschland und der Schweiz ergab, dass nach einem Zeckenstich 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen Antikörper im Blut aufweisen, was auf eine Borrelien-Infektion hindeutet. Nur bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Infizierten kommt es laut RKI aber zu Krankheitssymptomen.

Borreliose-Gefahr: Rekordhoch im Pandemie-Jahr

2020 wurden in Berlin und Brandenburg laut RKI 2638 Borreliose-Fälle gemeldet – ein Rekord seit Beginn der Erhebung. Experten vermuten einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, denn die zog die Menschen verstärkt in die Natur. Deutlich seltener kommt es dagegen zu FSME-Erkrankungen, deren Auslöser (ein Virus) in Risikogebieten schätzungsweise nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken in sich tragen.

Wer an der Hirnhautentzündung erkrankt, ist, wie auch bei einer Borreliose, nicht ansteckend. Erste Hinweise auf die Krankheit sind Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen, die an eine Sommergrippe erinnern. Ein Antibiotikum hilft, anders als bei der Borreliose, bei FSME nicht. Dafür gibt es eine Impfung gegen die Viren, die vor allem für Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind, einen wirksamen Schutz bietet.

Borreliose-Gefahr: Was tun nach einem Zeckenstich?

Um die Gefahr einer Infektion möglichst gering zu halten, sollten Betroffene nach einem Zeckenstich folgendermaßen vorgehen:

(Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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