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Zweifach-Mutter stirbt an Brustkrebs: Tragische Diagnose während Schwangerschaft

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Von: Anna Katharina Küsters

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Während ihrer Schwangerschaft entdecken Ärzte bei Susann Wolfsdorf einen Tumor in der Brust. Möglicherweise wäre er durch Krebsvorsorge

Berlin – Das Familienglück hätte perfekt sein können: Susann Wolfsdorf, ihr Partner Marco Campen und ihr gemeinsamer Sohn Benn-Lennox freuten sich gemeinsam auf das heranwachsende Geschwisterkind. Susann ging es gut und die Schwangerschaft verlief problemlos. Bis sie an Corona erkrankte und ein Ärzteteam bei der Kontrolle ihres Blutes auffällige Werte entdeckte. Die Diagnose war für alle ein Schock: Susann trug einen großen Tumor in ihrer Brust. Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen von Frauen. Mittlerweile erkrankt im Schnitt eine von acht Frauen, ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich.

Zweifach-Mutter stirbt an Brustkrebs: Tragische Diagnose während Schwangerschaft

Für die junge Familie war die Diagnose Brustkrebs besonders verheerend, denn Susann war bereits in der 27. Woche schwanger. Hätte sie sich nicht mit Corona infiziert und aufgrund dessen Blut abgenommen bekommen, wäre der Tumor in ihrer Brust wahrscheinlich erst viel später aufgefallen. Um das im Mutterleib heranwachsende Mädchen zu retten, leiteten die Ärzte damals die Geburt bereits in der 28. Schwangerschaftswoche ein. So konnten sie danach Susann direkt behandeln.

Wie Susann geht es in Deutschland erschreckend vielen Frauen. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft hat sich die Zahl der an Brustkrebs erkrankten Frauen seit den 1980er-Jahren verdoppelt: Mittlerweile diagnostizieren Ärzte etwa 69.000 Mal pro Jahr Brustkrebs bei einer Frau. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Brustkrebs. So gibt es Tumore – auch Karzinome genannt – in der Brust, die gutartig sind, also keine direkte Gefahr für den Menschen bedeuten und entfernt werden können.

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Bösartige Tumore in der Brust können sowohl durch erbliche Veranlagung als auch durch andere Umstände entstehen. In fünf bis zehn Prozent der Fälle lässt sich ein auslösendes Gen nachweisen. In diesen Fällen mutiert entweder das BRCA1- oder BRCA2-Gen im Körper der Frau.

Vorsorge ist bisher der einzige Weg, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Es wird Frauen ab 30 Jahren empfohlen, einmal pro Jahr zur Krebsvorsorge mit Tastuntersuchung zu gehen. Die Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) sollte alle zwei Jahre wahrgenommen werden, im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Bei anderen Krebsformen wie Darmkrebs kann man schon viel durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen.

Frauen, bei denen in der Familie folgende Erkrankungen aufgefallen sind, sollten vorsorglich sogar einen Gentest durchführen lassen:

In der Familie von Schauspielerin Angelina Jolie (46) – die sich stets für benachteiligte Menschen weltweit wie im Jemen einsetzt* – gab es ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, weswegen sich die Hollywood-Bekanntheit ihre Brüste vorsorglich entfernen ließ. Diese Entscheidung machte weltweit auf das Thema Brustkrebs aufmerksam und sorgte dafür, dass sich viele Frauen mehr um ihre Brustkrebsvorsorge kümmerten. In Deutschland lässt fast jede zweite Frau ihre Mammografie-Vorsorge ausfallen*.

Zweifach-Mutter stirbt an Brustkrebs: So geht der Vater mit seinem Schicksal um

Bei Susann kam damals jede Hilfe zu spät. Sie musste sich einer Chemotherapie unterziehen, um den Brustkrebs zu bekämpfen. Über sieben Wochen bangten und hofften Vater, Kind und Ärzte, die Frau retten zu können. Am Ende ist das Hoffen und Bangen umsonst, die junge Frau starb mit 37 Jahren und hinterlässt einen Vater mit einem Kleinkind und einem Frühchen.

Zu sehen ist der Oberkörper einer Frau, die eine rote Schleife auf ihrer Brust kleben hat. (Symbolbild)
Brustkrebsvorsorge ist sehr wichtig. (Symbolbild) © SORAPOP UDOMSRI/Imago

Dem kleinsten Mitglied der Familie geht es jedoch jeden Tag besser, die Tochter wächst mehr und mehr zu einem gesunden, kleinen Baby heran. Um den alleinerziehenden Vater etwas zu unterstützen, riefen Freunde und Familie eine Spendenaktion ins Leben. Viele Menschen beteiligten sich daran und schafften es, dem Vater zumindest ein wenig finanzielle Unabhängigkeit zu verschaffen.

Die Behandlung von Brustkrebs, der frühzeitig entdeckt wird, ist mittlerweile glücklicherweise deutlich erfolgreicher als noch vor ein paar Jahren. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft leben fünf Jahre nach der Diagnose noch 81,6 Prozent der Patientinnen. Gezieltere Bestrahlung und eine stetig fortschreitende Medizin erlauben es vielen Frauen, trotz Brustkrebs ein langes Leben zu führen. *Merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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