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Covid-19 am Arbeitsplatz: Wann die Erkrankung als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit anerkannt wird

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein junger Mann sitzt vor seinem Laptop und hat das Kinn in die Hände gestützt (Symbolbild)
Ist die Ansteckung am Arbeitsplatz erfolgt und auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen, kann Covid-19 als Arbeitsunfall eingestuft werden (Symbolbild) ©  Westend61/imago-images

In bestimmten Fällen kann Corona als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt werden. Was Arbeitnehmer wissen müssen und an wen sie sich am besten wenden, lesen Sie hier.

Bremen (dpa) – Wer sich während der Arbeit mit dem Corona-Virus ansteckt und an Covid-19 erkrankt, sollte das der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse melden, empfiehlt die Arbeitnehmerkammer Bremen. Denn oft sei nicht abzuschätzen, welche Spätfolgen die Erkrankung hat.

Es kann sich für Betroffene lohnen, den entsprechenden Träger der gesetzlichen Unfallversicherung rechtzeitig zu informieren, um später bessere Leistungen zu erhalten als bei der gesetzlichen Krankenversicherung, heißt es beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Darunter können zum Beispiel die Akutbehandlung, Reha, Verletztengeld oder eine Unfallrente fallen - wenn man nachweislich dauerhaft unter den Folgen der Covid-19-Erkrankung leidet.

Corona am Arbeitsplatz: Anerkennung als Berufskrankheit

Bevor sie eine Corona-Erkrankung melden, müssen Betroffene in Erfahrung bringen, ob für sie Covid-19 als Berufskrankheit oder als Arbeitsunfall infrage kommt. Als Berufskrankheit kann Corona derzeit nur für Beschäftigte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege und in Laboren (Berufskrankheit 3101) anerkannt werden, da es sich hierbei um Tätigkeiten mit hohem Infektionsrisiko handelt.

Das gilt nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) auch für Personengruppen, die bei ihrer versicherten Tätigkeit der Infektionsgefahr in einem ähnlichen Maße besonders ausgesetzt waren. Seit Dezember 2020 fallen laut Arbeitnehmerkammer auch Kita-Beschäftigte wie Erzieherinnen und Erziehern unter die BK 3101.

Voraussetzungen für eine Anerkennung als Berufskrankheit sind:

Möchten Betroffene Covid-19 als Berufskrankheit melden, müssen sie sich an die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BG BGW) oder an die Unfallkasse wenden.

Corona am Arbeitsplatz: Anerkennung als Arbeitsunfall

Bei anderen Berufsgruppen kann eine Ansteckung mit dem Corona-Virus als Arbeitsunfall eingestuft werden. Voraussetzung ist, dass es während der beruflichen Tätigkeit zur Ansteckung gekommen ist und nachweislich ein intensiver Kontakt mit einer infizierten Person stattgefunden hat. Auch hier müssen Krankheitssymptome aufgetreten sein.

Auch bei einem belegten massiven Infektionsausbruch im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg könne eine berufliche Verursachung anerkannt werden, informiert die Arbeitnehmerkammer. Am Ende entscheide aber die Unfallkasse oder die Berufsgenossenschaft im Einzelfall, ob es sich um einen Arbeitsunfall handelt.

Corona am Arbeitsplatz: Wie und wem melde ich eine Covid-19 Erkrankung?

Die Zuständigkeit, eine Berufskrankheit oder einen Arbeitsunfall zu melden, liegt grundsätzlich bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, den Arbeitgebern sowie den Krankenkassen. Weigert sich der Arbeitgeber, eine Unfallanzeige entgegen zu nehmen, können Beschäftigte ihre Infektion aber auch selbst der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse melden. (Mit Material von dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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