1. 24vita
  2. Krankheiten

Corona-Booster jetzt schon knapp – Lauterbach: „Mehr ist nicht da.“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jennifer Köllen

Kommentare

Bei Markus Lanz wirkt der Gesundheitsminister ernüchtert. Spahn hätte zu wenig Impfstoff bestellt. Wie viel noch da ist – und ob Nachschub kommt.

Hamburg – Im Jahresrückblick „Das Jahr 2021“ von Markus Lanz gibt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) bezüglich der bestellten Booster-Impfstoffe eine düstere Prognose ab. Die Booster-Kampagne könne nicht so laufen, wie geplant. Der Impfstoff werde bereits jetzt knapp. Der Grund: Sein Vorgänger Jens Spahn hätte eine Bestelloption von Biontech verstreichen lassen. Da stellt sich Impfwilligen die Frage: Reicht es noch für meine Impfung? Und: Wann kommt Nachschub?

„Wir können in der nächsten Woche 1,2 Millionen Dosen Biontech für ganz Deutschland ausliefern, in der Woche darauf 800.000 Dosen und dann noch einmal 1,2 Millionen Dosen“, sagt Lauterbach. „Mehr ist schlicht nicht da. Wir gehen schon an die Reserven, wir schütten alles aus.“ Die Kampagne müsse jetzt so gut laufen, „wie sie kann“. Bauscht Lauterbach das Problem auf, um selbst zu glänzen – oder stimmt, was er sagt?

Corona-Booster jetzt schon knapp – Lauterbach: „Mehr ist nicht da.“

Die letzte Regierung unter Angela Merkel hatte angekündigt, in kurzer Zeit alle geimpften Erwachsenen boostern zu wollen. Das war der Plan gegen die vierte Welle, und jetzt auch gegen die fünfte, welche wegen der neuen Variante Omikron bereits im Anmarsch ist. Bis zum Jahresende stünden mehr als zehn Millionen Dosen Biontech und 40 Millionen Dosen Moderna zur Verfügung, hieß es.

Lauterbach hingegen sagt jetzt immer wieder, er hätte sich angeschaut, wie viel Impfstoff vorhanden sei und noch geliefert werde. Dann hätte er untersucht, wie viele Impfdosen für die Booster-Kampagne, welche gerade „sehr erfolgreich“ laufe, benötigt werden würden. Das Ergebnis: „Für eine solche offensive Booster-Kampagne reicht der Impfstoff nicht aus.“

„Markus Lanz - Das Jahr 2021“  - Natürlich mit Karl Lauterbach.
„Markus Lanz – Das Jahr 2021“ – Natürlich mit Karl Lauterbach. © Screenshot ZDF

Und jetzt? Will Lauterbach schnell Impfstoff beschaffen – mit ungewöhnlichen Mitteln, die auch Markus Lanz staunen ließen. „Ich versuche jetzt notfallmäßig, Impfstoff aus osteuropäischen Ländern zurückzukaufen“, so Lauterbach. Der Grund: Viele Menschen lassen sich dort nicht impfen, es bleibt Impfstoff übrig. Lauterbach gibt bei Lanz ein Versprechen ab: „Ich unternehme einfach alles, was ich kann, um die Impfkampagne, die wir derzeit fahren, die wirklich gut ist, ununterbrochen durchzuziehen.“ Der Plan: Für 2,2 Milliarden Euro sollen mehr als 90 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff nachgekauft werden.

Corona-Booster jetzt schon knapp – Lauterbach: „Kein Vorwurf.“

Mit seinen Aussagen kritisiert Lauterbach klar seinen Vorgänger Jens Spahn (CDU). Auch wenn Lauterbach betont, er mache ihm keinen Vorwurf – aber er müsse doch „reinen Wein einschenken.“ Für ihn sei es „bestürzend“, dass die Sterblichkeit hierzulande derzeit deutlich höher sei als etwa in unseren Nachbarländern.

Für seine derzeitigen Äußerungen erhält Lauterbach derzeit teils Bestätigung, teils wird er dafür kritisiert.

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge könne ein Grund für den Impfstoff-Mangel sein, dass Deutschland und die EU im Frühherbst eine Bestelloption über mehrere Millionen zusätzliche Dosen Biontech verstreichen ließen. Das Lieferdatum wäre im Januar 2022 gewesen. Doch weder der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn noch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hätten sich um den zusätzlichen Impfstoff gekümmert. Und dieser fehle jetzt.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Die CDU kritisierte, Lauterbach rufe „Feuer“, um dann Feuerwehr zu spielen. Auch der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, kritisierte Lauterbachs Öffentlichkeitsarbeit in der „Funke Mediengruppe“. Diese würde nicht helfen, denn: „Die einen bekommen Angst, dass sie nicht mehr geboostert werden können. Die anderen nehmen Abstand von der Impfung, weil sie das Gefühl haben, es bringt nichts, sich darum zu bemühen.“

Ob der Impfstoff tatsächlich knapp ist, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. *wa.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare