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Mehr Gaming und Videostreaming bei Kindern seit der Corona-Pandemie

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Junge liegt auf dem Bett, gelangweilt, und blickt in einen Laptop. (Symbolbild)
Kinder in Deutschland verbringen seit der Corona-Pandemie viel mehr Zeit mit Videostreaming auf Netflix, Amazon und YouTube. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

Der Corona-Alltag und die sozialen Einschränkungen sind für viele Kinder belastend. Ihr Fokus auf Streaming-Portale sei gestiegen, laut Untersuchung.

Hamburg – Zwar haben viele Menschen die Corona-Auflagen, AHA-Regel und Kontaktbeschränkungen weitestgehend in ihren Alltag integriert. Dennoch zeigen sich psychische Belastungen, Angstzustände, Kopfschmerzen, Gereiztheit sowie Einschlafschwierigkeiten aufgrund der Pandemie, gerade bei Kindern und Jugendlichen, immer noch und mehr als zu Zeiten vor der Pandemie. Dies zeigt sich anhand einer sogenannten Copsy-Studie aus dem Herbst 2021 des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Kinder in Corona-Zeiten: Fähigkeit der Resilienz kann helfen

Zwar hat sich das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität der mittels Online-Bogen befragten Jungen und Mädchen im Vergleich zu früheren Befragungen während der Pandemie verbessert, da die Kontakt-Beschränkungen nicht mehr so streng seien. Dennoch bestätige sich, dass „sich Wohlbefinden, Lebensqualität und psychische Gesundheit während der Pandemie deutlich gegenüber der Zeit vorher verschlechtert haben“, erläutert die Leiterin der Studie, Ulrike Ravens-Sieberer.

Der Alltag stelle für viele Kinder und Jugendliche aufgrund von Corona nach wie vor eine große Belastung* dar. Ihre Fähigkeit der Resilienz, also die Widerstandskraft gegenüber Krisensituationen, würde dann den feinen Unterschied machen, wie manche Kinder besser und andere weniger gut damit umgingen. „Das darf man nicht unterschätzen.“, so Ravens-Sieberer. Da wäre es wichtig zu vermitteln, dass es gute Strategien gibt, Krisen besser zu bewältigen.

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Kinder in der Corona-Pandemie: Mehr Gaming und Videostreaming

Das zeigt sich in bestimmten Verhaltensweisen und Strategien der Stressbewältigung im Alltag. Kinder und Jugendliche würden deutlich mehr Zeit mit Videostreaming in der Corona-Pandemie verbringen. Bundesweit werden seit 2020 Kinder und Jugendliche regelmäßig zu ihrer Mediennutzung befragt. Durch Corona und insbesondere Lockdown-Zeiten habe sich eine starke Veränderung gezeigt. Bei mittlerweile fast 700.000 Kindern und Jugendlichen ist das Gaming riskant oder pathologisch.

Auch 2021 wurden 1.200 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren zu ihrem Streaming-Verhalten befragt. Laut einer Untersuchung der Uniklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Krankenkasse DAK wäre die zeitliche Dauer der Streamingnutzung bei Kindern und Jugendlichen um ganze 45 Prozent angestiegen – der Anteil derjenigen, die Videostreaming und Gaming intensiv nutzen würden, habe sie sich sogar um bis zu 180 Prozent erhöht.

Kinder nutzen in der Covid-Pandemie verstärkt Netflix, Amazon und YouTube

Noch im Sommer 2021 gaben 90 Prozent der Befragten an, in den zurückliegenden sechs Monaten mindestens einmal pro Woche Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon und YouTube genutzt zu haben, 45 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen sogar täglich. Der am häufigsten genannte Grund ist Langeweile, gefolgt von Unzufriedenheit und Traurigsein.

Laut der Studie verbrachten die Teilnehmer im Schnitt drei Stunden (173 Minuten) pro Tag auf Streaming-Plattformen, von Montag bis Freitag. Darunter fielen allein zwei Stunden Spielen und Zocken. Am Wochenende stieg die Nutzung genannter Streamingdienste sogar auf über vier Stunden (251 Minuten) an. Jedes dritte minderjährige Kind schaut am Wochenende Videos und Clips sogar länger als fünf Stunden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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