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Corona wird bleiben: Forscher erklären Herdenimmunität für unmöglich

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Von: Jennifer Köllen

Ein Mann in Nepal trägt eine Gesichtsmaske gegen Corona und betet. (Symbolbild)
Ob beten hilft? Das Coronavirus wird uns wohl noch lange begleiten. (Symbolbild) © Prabin Ranabhat/Imago

Corona wird bleiben: Das sagen viele internationale Experten voraus. Weiterhin gilt: Jeder, der kann, sollte sich impfen lassen.

London – Das Coronavirus hat unsere Welt fest im Griff. Und die Hoffnung, dass bald alles wieder normal sein wird, scheint immer geringer zu werden. Britische Forscher machen jetzt eine klare Ansage: Eine Herdenimmunität mit der derzeitigen Delta-Variante zu erreichen, sei „keine Möglichkeit”, sagt Andrew Pollard, Vorsitzender des britischen Ausschusses für Impfungen und Immunisierung (JCVI). Das berichten der Guardian und der Spiegel.

Die Impfstoffe würden die Ausbreitung des Virus nicht mit absoluter Sicherheit aufhalten. Jeder, der noch nicht geimpft sei, würde irgendwann auf das Virus treffen. „Und wir haben nichts, was diese Übertragung vollständig verhindern kann”, sagt Pollard.

Corona wird bleiben: Auch der Weltärzte-Chef gibt bittere Prognose ab - „Werden Corona nie wieder los“

Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes gab Ende Juli in einem Interview mit dem ARD-„Europamagazin“ eine wenig erbauliche Prognose ab. Frank Ulrich Montgomery rechnet damit, dass Masken nicht mehr aus unserem Alltag verschwinden werden.*

Auch wenn 85 Prozent der Bevölkerung durch Impfung und Durchmachen der Erkrankung immunisiert seien, werde Corona nicht völlig verschwinden. „Wir werden Corona nie wieder los. Wir werden in bestimmten Situationen immer Masken tragen müssen, Hände waschen müssen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, wie wir das von der Grippe ja auch kennen“, so Montgomery.

Nahaufnahme von Corona-Virus-Molekülen im Blutkreislauf. (Symbolbild)
COVID-19 wird uns noch lange begleiten: Hier eine Nahaufnahme von Corona-Virus-Molekülen im Blutkreislauf © Uig/Imago

Corona wird bleiben: Geimpfte sind genauso ansteckend wie Ungeimpfte

Die Delta-Variante lässt die Corona-Zahlen derzeit immer weiter steigen. Einen möglichen Grund dafür lieferten Anfang August verschiedene Experten: Offenbar sind Geimpfte genauso ansteckend wie Ungeimpfte, vermeldeten die britische Gesundheitsbehörde „Public Health England“ (PHE) und die US-Seuchenschutzbehörde. 

Zwar verhindern die zugelassenen Corona-Impfstoffe hochwirksam das Risiko einer schweren Infektion sowie schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle. Dennoch liefern sie noch keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkrankung.

Einen Grund für eine dritte Impfung, eine Art Booster, sieht Andrew Pollard derzeit aber nicht: „Es gibt im Moment keinen Grund zur Panik. Wir sehen kein Problem mit schweren Krankheitsdurchbrüchen bei Geimpften.“

Diese 5 Dinge zur Delta-Variante sollten Sie wissen:

Corona wird bleiben: Warum es so wichtig ist, dass sich alle impfen lassen

Adam Kucharski, Mathematiker und Biostatistiker an der „London School of Hygiene and Tropical Medicine“, hat errechnet: Circa 98 Prozent der Bevölkerung müssten geimpft oder immun sein, um die Delta-Variante in den Griff zu kriegen und einzudämmen. Doch für Kinder unter 12 Jahren ist noch kein Impfstoff zugelassen, und für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gibt es derzeit keine allgemeine Impfempfehlung. Das bedeutet: Fast alle Erwachsenen müssten sich immunisieren lassen, am sichersten natürlich durch eine Impfung. Kucharski geht davon aus, dass die Impfung das Infektionsrisiko um 85 Prozent verringert.

Pollard geht weiter davon aus, dass sich unsere Immunsysteme noch jahrzehntelang an die Impfung erinnern und uns einen gewissen Schutz vor dem Virus bieten werden. In allen Studien, welche die Wirksamkeit der Impfstoffe untersuchen, zeigt sich: Ungeimpfte haben das mit Abstand höchste Infektions- und Erkrankungsrisiko.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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