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Corona-Virus: RKI ruft vierte Welle aus – schwere Verläufe trotz Impfung

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Von: Jennifer Köllen

Gegen Corona geimpft, aber trotzdem auf der Intensivstation? Das kann passieren. Und die Zahlen steigen weiter. Kommt jetzt für alle die dritte Impfung?

Berlin – Mediziner beobachten derzeit auf den Intensivstationen, dass auch bei bereits geimpften Menschen schwere Corona-Krankheitsverläufe auftreten können. Neue Zahlen aus dem Divi-Register, das intensivpflichtige Patienten zählt, zeigen: Einer von zehn im Krankenhaus wegen Corona behandelten Patienten ist geimpft. Die meisten Corona-Patienten seien wie erwartet ungeimpft. Doch es gäbe auch schwere Fälle von geimpften Patienten in stationärer Behandlung, sagte der Kölner Intensivmediziner Christian Karagiannidis den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Wenn man trotz Impfung an Corona erkrankt, nennen das Mediziner einen sogenannten „Impfdurchbruch“. Solch einer ist bei Menschen mit einer eingeschränkten Immunantwort möglich, zum Beispiel als Folge einer medikamentösen Schwächung des Immunsystems. Wichtig sei deshalb, dass jetzt insbesondere Patienten mit gedämpftem Immunsystem eine dritte Impfdosis angeboten werde, sagt Karagiannidis.

Corona: Lauterbach zeigt sich besorgt über Impfdurchbrüche

Karl Lauterbach zeigt sich ebenfalls besorgt über mögliche Impfdurchbrüche. Bei allen Corona-Vakzinen steige das Risiko eines Impfdurchbruchs nach sechs Monaten an. Das könnte Folgen haben: „Laut einer neuen Studie kommt es bei 19 Prozent der Menschen mit Impfdurchbrüchen zu einem Long-Covid-Problem“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte der Funke Mediengruppe. Dabei würden sich Durchbruchinfektionen bei den Menschen ereignen, deren Impfung länger als sechs Monate zurückliegt. Wird es dann Zeit für eine Auffrischung der Impfung?

Corona: Jens Spahn erwägt eine dritte Auffrischimpfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwägt wegen der neuesten Entwicklungen ein Angebot für eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger. Der Minister sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), die Länder würden schon jetzt mit den sogenannten Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen beginnen. Außerdem könnten sich diejenigen noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe bekommen hätten. Anschließend könne man darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten, so Spahn weiter. Auch er zeigte sich besorgt über die Entwicklung auf den Intensivstationen, betonte aber, dass dort 90 Prozent der Menschen nicht geimpft seien.

Corona: Wegen der Delta-Variante steigen die Zahlen wieder rapide an. RKI spricht von vierter Welle

Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Tests stieg laut RKI innerhalb einer Woche von vier auf sechs Prozent (Stand:20.8.2021): Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts hat damit in Deutschland die vierte Welle in der Corona-Pandemie* begonnen. 

Zurzeit seien vor allem die 10- bis 34-Jährigen von Infektionen betroffen, meldet das RKI. Am Mittwoch (8.9.2021) lag die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 82,7 – Mitte August hatte der Wert noch 30,1 betragen. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.565 Corona-Neuinfektionen.

Grund für den Anstieg ist die ansteckende Delta-Variante. 98 Prozent der Neuansteckungen werden momentan durch sie verursacht, und sie ist fast doppelt so infektiös wie das Vorgängervirus.

Der einzige Schutz gegen Corona ist bislang die Impfung. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bundesweit nun knapp 61,7 Millionen Menschen (Stand: 8.9.2021). Zu wenig, betont Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Denn die Impfquote sei entscheidend bei der Frage, „wie wir über den Winter kommen“, zitiert tagesschau.de den CDU-Politiker. „Impfen, impfen, impfen“ sei nicht nur der Weg, die vierte Welle und die Ausbreitung von Virusvarianten wie Delta gering zu halten – es sei der Weg hinaus aus der Pandemie: „Wir haben das Mittel in der Hand, uns in die Freiheit und Normalität zurückzuimpfen.“

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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