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Corona: Risiko für Herzmuskelentzündung steigt – doch es gibt Warnzeichen

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Von: Judith Braun

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Fühlen Sie sich lange nach einer Corona-Infektion noch immer schwach und müde? Dann könnten Sie an einer Herzmuskelentzündung leiden.

München – Eine Infektion mit dem Coronavirus kann verschiedene Symptome aufweisen. Bei vielen Menschen zeigt sich eine Covid-19-Erkrankung beispielsweise durch Schnupfen, Gliederschmerzen und Fieber. Allerdings kann auch eine Herzmuskelentzündung infolge einer Corona-Infektion auftreten. Die sogenannte Myokarditis, wie der medizinische Fachbegriff des Herzleidens lautet, ist für Mediziner zwar teilweise noch ein Rätsel. Dennoch gibt es verschiedene Anzeichen, die auf eine mögliche Erkrankung hindeuten.

Corona: Risiko für Herzmuskelentzündung steigt – Doch es gibt Warnzeichen

Eine Herzmuskelentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Oft trifft es auch Profi-Fussballspieler, wie den dänischen Nationalspieler Christian Eriksen, der vor laufenden Kameras während der Europameisterschaft 2021 zusammengebrochen ist. Auch FC-Bayern-Spieler Alphonso Davies fiel nach einer Corona-Infektion wegen einer Myokarditis aus*.

Laut „Focus Online“ sind es Bakterien, Pilze oder Viren, die eine Myokarditis auslösen können. Sie kann aber auch durch die Einnahme bestimmter Krebsmedikamente oder eine rheumatologische Erkrankung entstehen. Sowohl das Coronavirus als auch eine Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff können zudem das Herzleiden auslösen. Mehrere Studien zeigten jedoch, dass das Risiko durch eine Covid-19-Erkrankung mindestens um das Vierfache höher ist als durch eine Impfung gegen das Virus.

Myokarditis: 20.000 Deutsche erkranken pro Jahr an Herzmuskelentzündung

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 20.000 Menschen an einer Myokarditis. Die Dunkelziffer könnte allerdings höher liegen, da das Leiden in häufigen Fällen unbemerkt bleibt. Das liegt an den nicht typischen und unspezifischen Symptomen. Mitunter gleichen sie denen eines gerade überstandenen Infekts des Magen-Darm-Trakts oder der Atemwege, so die Deutsche Herzstiftung. Auch die Diagnose ist viel weniger eindeutig als bei einem Herzinfarkt. Dennoch gibt es ein paar Warnsignale, anhand derer man eine Herzmuskelentzündung erkennen kann.

Warnzeichen und Symptome einer Myokarditis

Sollten Sie ein oder mehrere der folgenden Symptome bemerken, dann könnten diese ein Zeichen für eine Myokarditis sein. In diesem Fall sollten Sie sich von einem Arzt durchchecken lassen.

Eine Frau hält ihre Hand an ihr Herz und schaut gequält. (Symbolbild)
Corona kann ein Auslöser für eine Herzmuskelentzündung sein. Dafür gibt es verschiedene Anzeichen. (Symbolbild) © leungchopan/IMAGO

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Myokarditis: Rätsel für Mediziner – So erstellen sie die Diagnose

Um das Herzleiden zuverlässig im Körper nachzuweisen, führen Mediziner meist eine sogenannte Endomyokardbiopsie durch. Hierbei handelt es sich um eine Gewebeentnahme aus dem Herzen. Eine weitere Methode stellt der Herzkatheter dar. Dieser wird entweder über die Arterie an der Leiste oder am Handgelenk bis zum Herzen vorgeschoben. Dadurch kann eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße ausgeschlossen werden. Beide Verfahren sind allerdings risikobehaftet. Deshalb gibt es weitere Möglichkeiten, um eine Myokarditis festzustellen.

EKG, Utraschall, Blutwerte: Mit diesen Methoden erkennen Ärzte eine Myokarditis

Ob der Herzschlag zu schnell ist (Sinustachykardie), lässt sich mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) erkennen. Mittels Ultraschalluntersuchungen überprüfen Ärzte, wie gut die Pumpleistung des Herzens funktioniert, da diese bei einer Herzmuskelentzündung eingeschränkt sein kann. Auch Blutwerte können für eine Diagnose herangezogen werden. So spielt das Troponin-T, ein Biomarker für eine Herzschädigung, eine wichtige Rolle. Schwellungen, Vernarbungen oder Gewebszerstörungen des Herzmuskels werden mit einer kardialen Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) untersucht.

Therapiemöglichkeiten bei einer Herzmuskelentzündung

Wenn eine Herzmuskelentzündung tatsächlich diagnostiziert wird, dann gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Ärzte raten den Betroffenen, sich vor allem zu schonen. Da das Herz Ruhe braucht, sollten körperliche Anstrengungen wie Sport erst einmal vermieden werden. Bei akuten Fällen ist laut der Deutschen Herzstiftung sogar Bettruhe angesagt. Eine asymptomatische Myokarditis kommt dann ohne weitere Therapien aus. Bei schweren Formen werden allerdings Medikamente eingesetzt. Sie helfen, Entzündungen einzudämmen und die Pumpfunktion des Herzens zu stabilisieren, um Langzeitschäden zu vermeiden.

Zu den Medikamenten zählen Kalziumantagonisten und Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane und harntreibende Arzneimittel (Diuretika). Bei einer Infektion mit Viren wird auch diese behandelt. Patienten erhalten dann Immunglobuline, um die Viren auszuschalten. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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