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Schlamperei bei Impf-Studie? Schwere Vorwürfe gegen Biontech – das sagt nun das Unternehmen

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Von: Jasmin Pospiech

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Es werden in den USA Vorwürfe laut, dass es bei der Zulassungsstudie des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer schlampig zugegangen sei. Jetzt äußert sich Biontech.

Mainz – Biontech ist die erste Firma, die ein Vakzin auf mRNA-Basis zur Zulassung gebracht hat. Aufgrund ihrer Verdienste für die Gesundheit sind die Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci erst vor kurzem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Schlamperei bei Impf-Studie? Schwere Vorwürfe gegen Biontech – das sagt nun das Unternehmen

Denn eine ehemalige Mitarbeiterin namens Brook Jackson erhebt jetzt schwere Vorwürfe. Die Frau soll im Herbst 2020 in den USA für ein Subunternehmen gearbeitet haben, das im Auftrag von Pfizer einen Teil der Studie zum weltweit eingesetzten Corona-Impfstoff durchgeführt hat. Dieser ist in Zusammenarbeit mit Biontech entstanden. Gegenüber dem Fachmagazin British Medical Journal, kurz „The BMJ“, berichtet sie von Schlampereien während der Zulassungsstudie des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer.

Corona-Impfung. (Symbolbild)
Eine Whistleblowerin berichtet von Unregelmäßigkeiten bei der Studie zum Biontech/Pfizer-Impfstoff. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Konkret soll es darum gehen, dass Impfstoffe falsch gelagert worden seien, Laborproben nicht richtig beschriftet und auch die Nachverfolgung von Nebenwirkungen viel zu langsam stattgefunden habe. „Das, was die Whistleblowerin aufgedeckt hat, ist ohne Frage unschön“, erklärt auch Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Tübingen, gegenüber der Zeitung „Bild“.

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Dennoch reiche das ihm zufolge nicht aus, um die Impfdaten oder die Qualität der klinischen Studie zum Impfstoff von Biontech/Pfizer generell infrage zu stellen*. „Das ist mir einfach zu wenig. Die Impfdaten wurden schon in zahlreichen Studien bestätigt.“ Allerdings schließt er nicht aus, dass sich womöglich durch den großen Zeit- und Erfolgsdruck in der Pandemie Fehler eingeschlichen haben könnten.

Schlamperei bei Impf-Studie? Schwere Vorwürfe gegen Biontech – doch Experten bleiben ruhig

Ähnlich äußert sich auch Oliver Cornely, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien Köln. „Die im ‚The BMJ‘-Artikel geschilderten Fehler schränken die Aussagekraft der Zulassungsstudie des Impfstoffs nicht ein.“ Schließlich sprechen die Erfolge in der Krankenhaus-Praxis für sich. „Wir nehmen kaum geimpfte Personen wegen Covid-19 stationär auf, erkennen also die Wirksamkeit jeden Tag.“ Dennoch fordert auch er eine genaue behördliche Inspektion aller Stellen des Subunternehmens.

Und auch Biontech selbst hat auf Anfrage der „Deutschen Presse-Agentur“ bereits angekündigt, die Vorwürfe prüfen zu wollen. „Die sorgfältige Umsetzung und Datenerhebung in klinischen Studien hat für Biontech höchste Priorität“, erklärt eine Sprecherin des Mainzer Unternehmens. „Wir nehmen Aussagen, wie die im Artikel gemachten, ernst, und prüfen sie umgehend nach der Kenntnisnahme.“ (Mit Material von dpa)

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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