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Nach Corona-Impfung: Herzmuskelentzündung trifft vor allem junge Männer

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Von: Judith Braun

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In seltenen Fällen kommt es nach einer Corona-Impfung zur Entzündung des Herzmuskels. Bei jungen Männern ist das Risiko am höchsten.

Stockholm – Die gute Nachricht vorweg: Eine neue, groß angelegte Studie zeigt erneut, dass das Risiko für eine Herzmuskelentzündung nach einer Corona-Impfung gering ist. Für viele Menschen war sie ein Grund dafür, gegenüber der Impfung skeptisch zu sein.

Wie die Studie außerdem zeigen konnte, war die Myokarditis – so lautet der medizinische Fachbegriff der Herzmuskelentzündung – im Falle eines Auftretens ungefährlich. Die Bedenken sind also größtenteils unbegründet. Für eine Personengruppe besteht allerdings ein höheres Risiko, eine Muskelentzündung zu bekommen: Meist sind junge Männer davon betroffen.

Corona-Impfung: Herzmuskelentzündung trifft meist junge Männer

Ein Mann hält sich seine Hände an die Brust. (Symbolbild)
Junge Männer haben ein erhöhtes Risiko, nach einer Corona-Impfung eine Herzmuskelentzündung zu erleiden. (Symbolbild) © dolgachov/IMAGO

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann eine Herzmuskelentzündung auslösen. Wie mehrere frühere Studien bereits zeigten, ist das Risiko, das Herzleiden zu bekommen, jedoch durch eine Covid-19-Erkrankung mindestens um das Vierfache höher ist als durch eine Corona-Impfung. Dies bestätigte nun erneut eine aktuelle Studie, die Wissenschaftler aus vier nordeuropäischen Ländern durchführten und im Fachmagazin „JAMA Cardiology“ veröffentlichten.

Das Forscherteam um Rickard Ljung vom Karolinska Institut in Stockholm untersuchte Daten von 23 Millionen Personen. An der Studie nahmen Menschen ab zwölf Jahren aus Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen teil. 81 Prozent der Teilnehmer waren zwischen dem Studienbeginn im Dezember 2020 bis zu ihrem Ende im Oktober 2021 geimpft worden.

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: Risiko hängt von Impfstoff ab

Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei Jugendlichen und Männern zwischen 16 und 24 Jahren im Vergleich aller Gruppen das höchste Risiko bestehe, nach der Corona-Impfung an dem Herzleiden zu erkranken. Die Gefahr einer Erkrankung hängt zudem vom Impfstoff ab. Junge Männer, die bei der zweiten Dosis dasselbe Präparat erhielten und mit Moderna geimpft wurden, erlitten öfters eine Herzmuskelentzündung (neun bis 28 zusätzliche Fälle pro 100.000 Impflinge innerhalb 28 Tagen nach der zweiten Impfung) als diejenigen, die den Impfstoff von Biontech/Pfizer erhielten (vier bis sieben Fälle mehr, als ohnehin ohne Impfung zu erwarten waren).

Schon länger empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgrund des geringeren Risikos einer Myokarditis Menschen unter 30 Jahren eine Impfung mit dem Vakzin von Biontech anstatt von Moderna. Laut den Forschern der Studie seien Herzmuskelentzündungen jedoch in der Studienkohorte insgesamt selten gewesen, demnach auch unter den jungen Männern.

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Herzleiden nach Corona-Impfung: Keine Todesfälle bei Studienteilnehmern unter 40 Jahren

Keiner der Teilnehmer der Studie unter 40 Jahren starb außerdem an einer Herzmuskelentzündung. Zwar liegen bislang noch keine Langzeitstudien vor, alles deutet jedoch auf ein niedriges Risiko hin, ein Herzversagen zu entwickeln, erneut ins Krankenhaus aufgenommen zu werden oder binnen 28 Tagen zu sterben.

Wenn Patienten unter einer Myokarditis litten, dann trat sie meist wenige Tage nach der Impfung auf. Warnzeichen für eine Herzmuskelentzündung können ungewöhnlich lang anhaltende oder besonders starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit sein sowie Brustschmerzen, Atemnot, Herzklopfen und/oder Herzrhythmusstörungen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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