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Corona: Gürtelrose-Risiko erhöht sich nach Covid-Infektion

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Von: Judith Braun

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Nach einer Corona-Infektion kommt es bei manchen Patienten zum Ausbruch von Gürtelrose. Schuld daran ist die Schwächung des Immunsystems.

Wer sich mit Corona infiziert, kann später unter Langzeitfolgen wie beispielsweise Long Covid leiden. Eine Infektion mit dem Virus kann aber auch andere Folgen mit sich bringen. So besteht vor allem bei Patienten über 50 Jahren ein erhöhtes Risiko, nach einer Covid-19 an Gürtelrose zu erkranken. Das zeigen die Ergebnisse einer von US-Forschern durchgeführten Analyse von Gesundheitsdaten.

Corona: Gürtelrose-Risiko erhöht sich nach Covid-Infektion

Computer Illustration des Varizella Zoster Virus
Bei einer Immunschwächung kann der Windpocken-Erreger Varizella Zoster in Form einer Gürtelrose ausbrechen. (Symbolbild) © Science Photo Library/IMAGO

Wie Wissenschaftler um Amit Bhavsar vom Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline in ihrer im Fachmagazin „Open Forum Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie herausfanden, wird das Immunsystem nach einer Corona-Infektion geschwächt. Bei einer Immunschwächung kann auch der Windpocken-Erreger Varizella Zoster in Form einer Gürtelrose ausbrechen. Der Erreger gehört zu den menschlichen Herpesviren. Wer als Kind einmal an Windpocken erkrankt ist, trägt das Virus das ganze Leben lang in sich, da es sich nach einer Infektion dauerhaft im Körper einnistet. Solange das Immunsystem nicht geschwächt ist, muss man davon allerdings gar nichts merken.

Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Daten von 400.000 Personen aus. Dabei handelte es sich um ehemals Corona-Infizierte, die 50 Jahre oder älter waren. Sie waren weder gegen Corona noch gegen Windpocken geimpft und waren in der Vergangenheit nicht an Gürtelrose erkrankt. Ihre Daten wurden verglichen mit einer Kontrollgruppe, die aus 1,6 Millionen Personen mit entsprechendem Alter, Geschlecht und Risikofaktoren bestand. Sie haben im Gegensatz zu den anderen Personen keine Covid-19-Erkrankung durchgemacht.

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Gürtelrose-Risiko kann durch Windpocken-Impfung gesenkt werden

Nachdem die Wissenschaftler Faktoren wie Alter, Geschlecht oder andere bekannte Vorrisiken für einen Ausbruch der Gürtelrose kontrollierten, kamen sie zu dem Ergebnis, dass das Gürtelrose-Risiko nach einer Corona-Infektion um 15 Prozent höher lag als bei der Vergleichsgruppe. Demnach entwickelten unter den Covid-Genesenen ungefähr 8,2 Patienten pro 1000 Personen eine Gürtelrose, während es bei den Nicht-Infizierten nur 6,8 Personen waren. Bei Patienten, die wegen Corona stationär behandelt werden mussten, war das Risiko sogar um 21 Prozent erhöht.

Den Grund für den Ausbruch der Gürtelrose sehen die Wissenschaftler in der Schwächung des Immunsystems durch das Coronavirus. Schließlich reduziert sich die Zahl der Abwehrzellen nach einer Infektion. Zudem werden verschiedene Typen von T-Zellen beeinträchtigt. Die weißen Blutzellen dienen normalerweise der Immunabwehr. Mithilfe einer frühzeitigen Windpocken-Impfung kann das Risiko, eine Gürtelrose zu entwickeln, gesenkt werden. Allerdings nur bei Personen, die noch keine Windpocken hatten. Wer sie schon hatte, trägt das Virus bereits in sich und kann es durch die Impfung nicht mehr loswerden. Die Ständische Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung gegen Windpocken deshalb vor allem für Kleinkinder. In der Vergangenheit gab es zudem auch Fälle, bei denen Personen nach einer Corona-Impfung eine Gürtelrose entwickelten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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