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Corona: Dieses beliebte Schmerzmittel soll Krankheitsverlauf mildern

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Von: Jasmin Farah

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Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber: Acetylsalicylsäure ist für viele ein Allheilmittel. Kann es auch bei einer Corona-Infektion helfen? Ja, sagt eine Studie.

Baltimore (USA) – Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich – unter anderem in Aspirin. Es gilt seit Jahrzehnten als beliebtes Schmerzmittel, das bei leichten bis mittleren Schmerzen eingesetzt wird.

Doch offenbar kann der Wirkstoff noch mehr: Laut einer neuen US-Studie soll er auch gegen Covid-19 helfen. Das ist das verblüffende Ergebnis einer Beobachtungsstudie von Forschern der Universität Maryland in Baltimore.

Corona: Dieses beliebte Schmerzmittel soll Krankheitsverlauf mildern

Für ihre Untersuchung hat das Team um Studienleiter Jonathan Chow Daten aus der ersten Coronawelle zwischen März und Juli 2020 ausgewertet. Den Wissenschaftlern zufolge soll die rezeptfreie Arznei in einer niedrigen Dosis die Beschwerden einer Corona-Infektion erheblich mindern.

Dazu haben sie die Daten von 412 Corona-Patienten mittleren Alters analysiert, die aufgrund ihrer Erkrankung auf der Intensivstation behandelt wurden. Ihre Arbeit haben sie im Fachjournal „Anesthesia & Analgesia“ veröffentlicht.

Mehrere Schmerzmittel auf einem Haufen. (Symbolbild)
Corona-Patienten, die bereits Acetylsalicylsäure aufgrund von Vorerkrankungen nehmen, könnten vor einem schweren Verlauf geschützt sein. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

314 von ihnen (76,3 Prozent) hatten keine Acetylsalicylsäure erhalten. 98 Patienten (23,7 Prozent) wurde hingegen das Medikament innerhalb von 24 Stunden beziehungsweise sieben Tage vor der Einweisung ins Krankenhaus verabreicht. Den Forschern zufolge musste die Gruppe, die Acetylsalicylsäure erhalten hatte, seltener beatmet (35,7 gegenüber 48,4 Prozent) und auf die Intensivstation (38,8 gegenüber 51 Prozent) verlegt werden.

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Corona-Infektion: Acetylsalicylsäure soll schwere Verläufe verhindern

Das zeige, so die Wissenschaftler, dass besonders Patienten, die bereits wegen anderer Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Nieren-Leiden oder Diabetes mit niedrig dosiertem Acetylsalicylsäure behandelt werden, infolgedessen einen deutlich milderen Corona-Krankheitsverlauf haben.

Das habe sie allerdings verwundert, erklärt Studienleiter Chow, da erfahrungsgemäß Patienten mit Vorerkrankungen bei einer Corona-Infektion meist einen schwereren Krankheitsverlauf haben. Zudem erhöhe diese eigentlich das Risiko, dass sich gefährliche Blutgerinnsel bilden, was wiederum zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Was zudem auffällt: Acetylsalicylsäure ist Blutverdünner. Und offenbar hat dies dazu geführt, dass die Patienten aus der ASS-Gruppe vor schweren Blutungen geschützt waren, heißt es weiter. Studienleiter Jonathan Chow schreibt über den Studienerfolg in einer Uni-Mitteilung auf Twitter: „Wenn unser Befund bestätigt wird, wäre ASS das erste weit verbreitete rezeptfreie Medikament, das die Mortalität bei Covid-19-Patienten senkt.“ Um ihre These zu untermauern, streben die Forscher nun eine weitere klinische Studie an. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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