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Corona: Schnarchen kann Krankheitsverlauf verschlimmern, sagt Studie

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Von: Jasmin Pospiech

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Atemaussetzer im Schlaf können lebensgefährlich sein. Schlafapnoe gilt als Volkskrankheit. Eine Behandlung ist dringend nötig – vor allem in Coronazeiten.

Coventry (England) – Es ist erschütternd: Etwa zwei bis drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet an einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe. Besonders Männer sind betroffen. Zudem nimmt das Risiko, an nächtlichen Atemaussetzern zu leiden, mit steigendem Alter zu, wie „lungenaerzte-im-netz.de“ berichtet. Andere Risikofaktoren sind zudem Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck. Schlafapnoe bedeutet übersetzt so viel wie „Atemstillstand im Schlaf“. Und so gefährlich wie es sich anhört, kann es in manchen Fällen auch sein.

Corona: Schnarchen kann Krankheitsverlauf verschlimmern

Denn Schlafapnoe gilt bereits als Volkskrankheit und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das wiederum lässt auch das Sterberisiko vieler Betroffener ansteigen. Oftmals merken diese selbst aber gar nicht, dass sie daran leiden. Meist ist es der Partner, der im Bett daneben liegt und erste Anzeichen bemerkt. Gelegentliches Schnarchen ist zwar harmlos, wenn der Betroffene im Schlaf auf Dauer stark schnarcht, sollte man im wahrsten Sinne des Wortes hellhörig werden.

Ein Mann liegt schnarchend im Bett. (Symbolbild)
Wer unregelmäßig und laut schnarcht, sollte präventiv besser einen Arzt aufsuchen. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Dabei macht der Betroffene oftmals laute Atemgeräusche, die vor allem in den oberen Atemwegen entstehen. Bekommt der Betroffene allerdings mit der Zeit keine Luft mehr oder es folgen längere Atempausen, ist es ratsam, besser einen Arzt aufzusuchen.

Corona: Forscher finden Zusammenhang mit Schlafapnoe

Ein weiterer Grund dafür: Laut einer neuen Studie soll eine Schlafapnoe zudem das Risiko erhöhen, dass eine Corona-Infektion schwerer oder sogar tödlich verläuft. Das ist das Ergebnis von Wissenschaftlern der Warwick Medical School aus dem englischen Coventry. Für ihre Untersuchung haben die Forscher 18 Studien ausgewertet. Darunter auch eine über Diabetes-Patienten, die bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben.

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Die Studie habe gezeigt, dass die Patienten, die ebenfalls an einer unbehandelten Schlafapnoe gelitten haben, ein erheblich höheres Sterberisiko hatten als Patienten ohne. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachjournal „Sleep Medicine Review“ veröffentlicht.

Corona: Darum kann eine Infektion bei Schlafapnoe gefährlich sein

Den Grund dafür weiß Schlafmediziner Dr. Michael Feld aus Frechen: „Wenn dem Körper frischer Sauerstoff fehlt, löst das im Körper teils bis zu mehrere hundert Male pro Nacht massive Alarmreaktionen aus und führt zur Ausschüttung von freien Radikalen und Entzündungsstoffen. Diese wiederum schädigen die Innenhaut der Blutgefäße, das sogenannte Endothel“, erklärt er gegenüber „Bild Online“. „Und genau hier, am Endothel, greifen auch die Coronaviren an. Sie befallen gerade die Endothelzellen der feinen Blutgefäße der Lunge sowie vieler weiterer Organe.“

Deshalb ist es abschließend auch so wichtig, so der Schlafmediziner, sich frühzeitig behandeln zu lassen. Denn nur mit der geeigneten Therapie „verschwinden die Atemaussetzer und die Sauerstoffabfälle und das Endothel kann sich erholen. Eine behandelte Schlafapnoe verbessert so nicht nur Ihre Corona-Prognose, sondern Ihre Gesundheit insgesamt“, schließt Feld. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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