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Corona: Wie wichtig ist der Inzidenz-Wert noch?

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Von: Jasmina Deshmeh

RKI-Präsident Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn werfen sich bei der Bundespressekonferenz kritische Blicke zu (Symbolbild)
RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Bundespressekonferenz (Symbolbild) © Political-Moments/Imago

In der Diskussion über weitere Maßnahmen in der Pandemie ist eine Debatte über die Bedeutung des Inzidenz-Werts entstanden. Die Meinungen gehen dabei auseinander.

Berlin – Sie galt lange als wichtigste Kennzahl in der Corona-Pandemie: Die Inzidenz – also wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen auftreten. Das könnte sich nun ändern. Denn die Regierung will künftig weitere Parameter zur Beurteilung des Infektionsgeschehens berücksichtigen. Robert Koch-Instituts-Chefs Lothar Wieler möchte hingegen an einer Niedrig-Inzidenz-Strategie festhalten.

Corona: Politik und Robert Koch-Institut scheinen sich uneinig

Seit drei Wochen steigt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder an.* Mittlerweile liegt er bei 15, wie die Tagesschau berichtet. Vermutlich auch wegen der vielen Reiserückkehrer. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte deshalb kürzlich öffentlich gefordert, wieder schärfere Einreisebestimmungen samt Testpflicht ab dem 1. August einzuführen.

Doch was sagt uns die Inzidenz über die Entwicklung der Pandemie und was bedeutet sie für die Corona-Maßnahmen? Bisher war der Inzidenz-Wert Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa die im Juni ausgelaufene „Bundesnotbremse“. Mittlerweile sind jedoch immer mehr Deutsche gegen das Coronavirus geimpft, eine (erneute) Ansteckung ist damit unwahrscheinlich. Andererseits scheint die neue Delta-Variante deutlich gefährlicher als bisherige Virusvarianten.

Der Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), Prof. Dr. Lothar Wieler, sprach sich in einer Schaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien der Länder nun dafür aus, die Inzidenz weiterhin als „Leitindikator“ zu bewerten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dagegen eine andere Meinung. „Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft“, sagte er gegenüber der BILD. Und: es brauche „zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten“. Etwa wie viele Corona-Patienten mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen. Unwichtig sei die Inzidenz deshalb aber nicht, denn in Deutschland seien nach wie vor zu wenig Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

Corona: Inzidenz muss in Verhältnis zu schweren Verläufen gesetzt werden

Welchen Stellenwert die Inzidenz künftig für weitere Entscheidungen und Maßnahmen haben soll, werden Bund und Länder nach Angaben von Kanzleramtschef Helge Braun bis zum 10. August entscheiden. Denn in einem Punkt dürften sich alle einig sein: Eine Überlastung des Gesundheitssystems muss in jedem Fall verhindert werden.

Neu ist die Debatte um die Aussagekraft der Inzidenz zudem nicht. Schon seit längerem wird neben der Inzidenz auch über folgende Kennzahlen diskutiert:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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