1. 24vita
  2. Krankheiten

Corona: Bald 400.000 Fälle täglich? Das fordern jetzt Forscher, um es zu stoppen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmin Pospiech

Kommentare

Nur etwa 67 Prozent der Deutschen ist vollständig gegen Corona immunisiert. Zu wenig, sagen Forscher. Wenn das anhält, stehe uns eine Katastrophe im Winter bevor.

Berlin – Die vierte Corona-Welle ist in vollem Gange. Die Anzahl der Corona-Toten steigt genauso wie die der Infektionen. Erst kürzlich soll die Zahl der Neuinfektionen mit 50.000 ein trauriges Rekordhoch erreicht haben, ganz vorne mit dabei das Bundesland Bayern. Doch die Dunkelziffer soll laut RKI-Chef Lothar Wieler (60) bedeutend höher sein. In einer emotionalen Wutrede hat er ein düsteres Bild über die aktuelle Pandemie-Lage hierzulande gezeichnet, spricht von Hunderten von Toten, mit denen man bald täglich rechnen müsste. Nach einem friedlichen Weihnachtsfest im Kreise seiner Liebsten sieht es also gerade nicht aus.

Corona: Bald 400.000 Fälle täglich? Das fordern jetzt Forscher, um es zu stoppen

Stattdessen ist bei vielen Deutschen die Befürchtung groß, dass strengere Kontaktbeschränkungen sowie eventuell sogar ein Teil-Lockdown für Ungeimpfte bevorstehen könnte. Ein Grund dafür, so Virologen, liegt an der noch immer mäßigen Impfquote von knapp 70 Prozent hierzulande. Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz etwa bei 312, in manchen Landkreisen in Bayern und Sachsen überschreitet sie sogar die 1.000er-Marke.

Nahaufnahme von Corona-Virus-Molekülen im Blutkreislauf. (Symbolbild)
COVID-19 wird uns noch lange begleiten: hier eine Nahaufnahme von Corona-Virus-Molekülen im Blutkreislauf. (Symbolbild) © Uig/Imago

Die Infektionszahlen sowie auch die Anzahl der Kontakte steigen wieder seit Sommer, dennoch geht der Impfprozess nur schleppend voran. Ohne weitere Maßnahmen könne die vierte Corona-Welle daher nicht mehr durchbrochen werden, haben jetzt Datenwissenschaftler der Berliner Firma Net Check in Zusammenarbeit mit dem Epidemiologen André Karch von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie dem Datenanalysten Bernhard Renard vom Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam herausgefunden. Die kältere Jahreszeit beschleunigt den Forschern zufolge den Anstieg. Demzufolge steckt eine Person aktuell im Schnitt 1,18 Personen an.

Corona: Bald 400.000 Fälle täglich? Kontaktbeschränkungen und schneller impfen

Für ihre Untersuchung der Entwicklung des Infektionsgeschehens haben die Forscher ein Modell, den „Net Check Kontaktindex“ entwickelt, welches die Kontaktstatistik hierzulande mit einem dynamischen Infektionsausbreitungsmodell kombiniert. Das erschreckende Ergebnis: Spätestens Ende Dezember droht die Corona-Katastrophe! Dann soll es zu einem massiven Anstieg der Infektionszahlen mit mehr als 400.000 Fällen täglich kommen.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Die Folge wäre dramatisch: Das Gesundheitssystem, das bereits jetzt völlig überlastet ist, wäre am Ende. 24.000 Corona-Patienten müssten im Krankenhaus behandelt werden, 2.800 davon auf der Intensivstation. Daher fordern die Forscher nun, dass die Politik endlich handeln muss.

Kurzum: Das bedeutet, dass strengere Kontaktbeschränkungen hermüssen. Konkret heißt das, dass die Anzahl der Kontakte um die Hälfte verringert werden muss, um ein Infektionsniveau zu erreichen, das noch zu händeln ist. Laut den Wissenschaftlern sollte man daher besser Großveranstaltungen sowie große Menschenansammlungen vermeiden*, seine Kontakte auf das Notwendigste reduzieren (besonders mit möglichen Infizierten) und sich öfters testen lassen. Abschließend muss sich auch die Impfgeschwindigkeit bedeutend erhöhen, um die Katastrophe bis zum Ende des Jahres noch abzuwenden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare