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Corona: Hoher Ruhepuls und Herzrasen sind Long Covid-Folgen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Anhand einer App konnten Forscher erkennen, dass der Ruhepuls bei Corona-Patienten zu hoch ist, wodurch das Risiko für Herzinfarkt steigen könne.

Corona ist ein tückisches Virus, das schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen kann. Selbst junge Menschen leiden häufig noch Monate nach der Covid-Erkrankungen an Komplikationen und damit verbundenen Folgen. Der deutsche Physiker Professor Dirk Brockmann und Dr. Marc Wiedermann der Humboldt-Universität und dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin entwickelten eine App, anhand derer Werte zum Ruhepuls, Schritte und Herzfrequenz nach einer Corona-Infektion festgehalten werden können. Seit April 2021 könne Freiwillige ihre Daten zu Forschungszwecken erfassen lassen, wie die Süddeutsche Zeitung online berichtet.

Corona: Hoher Ruhepuls und Herzrasen sind Long Covid-Folgen

Ein Arzt prüft den Puls eines Patienten.
Eine Corona-Infektion hat zur Folge, dass der Ruhepuls bei Betroffenen zu hoch ist. Auf lange Sicht erhöht sich dadurch das Risiko für einen Herzinfarkt. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Langzeitfolgen und Spätschäden bedingt durch eine Corona-Virusinfektion sind mittlerweile wissenschaftlich belegt. So ist bekannt, dass Covid auch die Leber, das Gehirn in Form von Demenz sowie die Augen schädigen kann. Auch Hautausschläge mit starkem Juckreiz noch lange nach einer Omikron-Infektion sind möglich. Das sogenannte PIMS-Syndrom als Corona-Folge betrifft ausschließlich Kinder.

In Rahmen dieses noch laufenden Datenspendeprojekts der deutschen Forscher der Berliner Humboldt-Universität und des Robert-Koch-Instituts soll Long Covid weiter auf die Spur gegangen werden. Corona-Patienten können anhand der App Fragen beantworten, wie: Hatten Sie Corona? Sind Sie geimpft? Welche Symptome zeigten sich bei Ihnen? Halten Symptome noch an? Mehr als 500.000 Nutzer haben seit April 2020 mindestens einmal Daten gespendet. Im März 2022 nahmen bereits 190.000 aktive Nutzer teil, mehr als 120.000 von ihnen teilten länger als 600 Tage ihre Daten.

Was sich bisher schon nachweisen ließ: Genesene zeigten einen erhöhten Ruhepuls mehr als 120 Tage lang. Dabei machte es wenig Unterschied, ob die Patienten an der Corona-Variante Delta oder Omikron erkrankt waren. „Offenbar muss das Herz die Schädigung kompensieren, die die Infektion im Körper angerichtet hat. Long Covid sollte man nicht unterschätzen“, so Professor Dirk Brockmann gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

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Corona-Impfung schützt nachweislich vor Langzeitfolgen

Gleichzeitig konnte bereits eindeutig festgestellt werden, dass die Impfung gegen Corona nachweislich vor hartnäckigen Folgen der Infektion schützt. „Geimpfte zeigen im Durchschnitt weniger Veränderungen in ihren Vitaldaten und kehren schneller zum normalen Level zurück“, laut Brockmann. Der Ruhepuls bei geimpften Genesenen war bereits nach drei bis sechs und nicht erst nach elf Wochen wie bei Ungeimpften im Normalbereich. Zudem waren Geimpfte im Durchschnitt nach vier Wochen wieder so aktiv wie vor ihrer Infektion, bei Ungeimpften dauerte es mindestens sechs bis elf Wochen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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