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Covid-19 in der Schwangerschaft: Wie gefährlich ist das Virus für Kind und Mutter?

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein blonde schwangere Frau in Jeans und T-Shirt sitzt im Schneidersitz vor einer blauen Wand (Symbolbild)
Schwangere sollten eine Ansteckung mit dem Coronavirus möglichst vermeiden, denn die Studienlage zu möglichen schweren Verläufen ist noch dünn (Symbolbild) © Kniel Synnatzschke/IMAGO IMAGES

Wie gefährlich ist eine Infektion mit SARS-CoV-2 für Schwangere? Und kann sich das Virus auf das Baby übertragen? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Berlin – Viele schwangere Frauen sind in Zeiten von Corona unsicher: Was passiert, wenn ich mich mit dem Coronavirus infiziere? Schadet das Virus womöglich dem Kind und was passiert, wenn sich das Neugeborenen kurz nach der Geburt infiziert? Bisher ist die Studienlage noch dünn. Grund genug für Schwangere, vorsichtig zu sein, meinen Experten.

Corona in der Schwangerschaft: Deshalb sollten Sie vorsichtig sein

Mittlerweile bestimmt das Coronavirus seit über einem Jahr unseren Alltag. Auch wenn es bereits erste aussagekräftige Studien zu dem Erreger und die durch ihn ausgelöste Krankheit gibt: Die Datenlage ist noch immer dünn und die Erkenntnisse in Bezug auf infizierte Schwangere sind entsprechend unsicher.

Während zu Beginn der Pandemie vor allem von leichten Verläufen bei Schwangeren und geringen Risiken für das Kind die Rede war, hat sich die Situation mittlerweile gewandelt. So schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Seite: „Zurzeit können keine abschließenden Aussagen über die Auswirkung einer Infektion auf das ungeborene Kind gemacht werden.“ Grundsätzlich könne hohes Fieber während des ersten Schwangerschaftsdrittels aber das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen, so die Experten. Bei schweren Verläufen in einem späteren Stadium der Schwangerschaft seien außerdem erhöhte Frühgeburten-Raten zu beobachten. Ob sie durch die Infektion oder andere medizinische Gründe ausgelöst wurden, sei aber nicht klar, so das RKI.

Corona in der Schwangerschaft: Risiko für schwere Verläufe offenbar erhöht

Und auch für die Mutter scheinen die Risiken durch Covid-19 nicht abschließend geklärt. So liefert eine Studie des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Hinweise darauf, dass Schwangere wohl doch ein höheres Risiko für schwere Corona-Verläufe haben. Bei der Studie wurden 400.000 infizierte Frauen mit Symptomen untersucht, mehr als 23.000 davon waren schwanger. Was die Studie aber auch zeigt: Schwere Krankheitsverläufe treten vor allem bei Schwangeren mit Vorerkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes auf. Diese Erkrankungen gelten auch bei Nicht-Schwangeren als Risikofaktor für Komplikationen.

Die AutorInnen einer kürzlich veröffentlichten kleinen Studie der Universität Oxford gehen sogar davon aus, dass Schwangere ein 20-fach erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 zu versterben. Für die internationale Kohortenstudie haben die Forscher 2130 schwangere Frauen in 43 Institutionen aus 18 Ländern untersucht und ihre Ergebnisse im Fachjournal „JAMA Pediatrics“ veröffentlicht. Erhöhte Risiko-Werte ergaben sich vor allem durch auftretende Schwangerschaftskomplikation wie Präeklampsie/Eklampsie, schwere Infektionen und ein erhöhtes Risiko, bei einer Schwangerschaft auf die Intensivstation verlegt zu werden.

Corona in der Schwangerschaft: Trotzdem kein Grund zur Panik

Auch wenn die Zahlen zunächst beängstigend klingen: Schwangere ohne Vorerkrankungen sollten nicht in Panik verfallen. Denn eine Schwangerschaft per se erhöht nicht das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie die meisten Frauen im gebärfähigen Alter haben viele Schwangere nur leichte bis mittelschwere Symptome. Es schadet jedoch keinesfalls vorsichtig zu sein. Wer unter Vorerkrankungen des Herzens oder der Lunge leidet, sollte mit seinem Arzt sprechen.

Ansonsten gilt für sie, wie für alle Menschen: Die entsprechenden Hygienemaßnahmen einhalten:

Daten zu den in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen gibt es für Schwangere bisher nicht. Allerdings sollten sie einer Stellungnahme verschiedener Fachgesellschaften zufolge auch nicht grundsächlich von Impfungen ausgeschlossen werden.* Bei einem erhöhten Infektionsrisiko oder Vorerkrankungen empfehlen die Experten, gemeinsam mit einem Arzt die Risiken und Vorteile abzuwägen.

Corona in der Schwangerschaft: Kann sich das Baby anstecken?

Bisher sind zwar einige Fälle von Kindern bekannt, die sich im Mutterleib mit dem Coronavirus infiziert haben. Allerdings scheint das die Ausnahme, wie Daten des CRONOS-Netzwerks der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) zeigen. Nach der Geburt zeigen diese Kinder in den meisten Fällen auch keine oder nur milde Symptome.

Unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften ist es infizierten Müttern sogar möglich, natürlich zu entbinden und nach der Geburt zu stillen, informiert die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Denn nach aktuellem Kenntnisstand werden die Viren nicht über die Muttermilch übertragen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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