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Corona: Blutplasma von Genesenen zur Therapie? Experten wehren ab

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Von: Jasmin Pospiech

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Wer an Corona genesen ist, weist danach oftmals Antikörper auf. Diese wollen sich jetzt Forscher zunutze machen, um den Virus zu bekämpfen.

Langen (Hessen) – Seit fast zwei Jahren tobt das Coronavirus global. Bereits im März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausnahmezustand und den Beginn einer Pandemie erklärt. Seitdem versuchen Forscher weltweit, Therapien gegen das Coronavirus zu entwickeln. Viele verschiedene Ansätze werden verfolgt, einer ist dabei vergangenes Jahr besonders hervorgestochen.

Corona: Blutplasma von Genesenen zur Therapie? Experten wehren ab

Denn schnell hat sich herausgestellt, dass Corona-Genesene nach überstandener Erkrankung neutralisierende Antikörper gebildet haben. Dies haben einige deutsche Forscher zum Anlass genommen, um in einer großangelegten Studie (CAPSID-Studie) deren Blutplasma zu untersuchen. Mit dem Ziel, dass Genesene als Spender fungieren und deren Blutplasma (Rekonvaleszentenplasma) in der Corona-Therapie verwendet werden kann.

Eine Coronapatientin erhält eine Transfusion aus Antikörpern aus Blutplasma. (Symbolbild)
Vielversprechend? Blutplasma-Transfusionen sollen Coronapatienten helfen. (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa

Demnach soll das Plasma bei Patienten mit akuten, viralen Atemwegserkrankungen mit schwerem Verlauf wie einer SARS-CoV-2- oder Influenza-Infektion eingesetzt werden. Doch das Ergebnis der Studien fällt uneinheitlich aus. Einige sollen tatsächlich eine Verringerung der Viruslast und eine Verkürzung des Krankenhausaufenthalts sowie ein geringeres Sterberisiko durch eine Blutplasma-Therapie nachgewiesen haben. Dennoch ist die Wirkung Experten zufolge abschließend nicht vollständig belegt.

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Corona: Forscher sind guter Hoffnung für weitere Studien

Daher bleibt unklar, ob eine Behandlung von Patienten mit Transfusionen hilfreich ist. „Der Nachweis klinischer Wirksamkeit auf Basis eines zielführenden klinischen Prüfungsdesigns könnte durch eine Analyse und den Vergleich der Ergebnisse bisheriger Studien gelingen, wird aber durch eine Viel­zahl von Studienansätzen mit unterschiedlicher Methodologie erschwert“, schreiben Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in der Fachzeitschrift Clinical Pharmacology & Therapeutics.

Dennoch spreche nichts gegen weitere Studien bei solchen Patienten mit Plasma. „Rekonvaleszentenplasma ist ein rasch zur Verfügung stehendes Therapeutikum für schwer Erkrankte, deshalb ist eine Abklärung der Wirksamkeit des COVID-19-Therapiekonzepts auch für zukünftige Aus­brüche dringend notwendig“, erklärt der Erstautor der Studie, Mirco Müller-Olling, abschließend. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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