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Covid-19: Sterberisiko von Genesenen soll ein Jahr danach erhöht sein, sagen Forscher

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Von: Jasmin Pospiech

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Wer eine Covid-Erkrankung erlebt hat und davon genesen ist, hat oftmals noch mit Langzeitfolgen zu kämpfen. Eine Studie zeigt jetzt Erschreckendes.

Florida (USA) – Obwohl die Corona-Neuinfektionen über die Feiertage gesunken sind, sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn aufgrund der Feiertage wurde nicht nur weniger getestet, sondern auch weniger Ergebnisse an die Gesundheitsämter übermittelt worden sind. Diejenigen, die bereits an Covid-19 erkrankt und genesen sind, wissen allerdings, wie unterschiedlich die Erkrankung für Betroffene verlaufen kann.

Covid-19: Sterberisiko von Genesenen soll ein Jahr danach erhöht sein, sagen Forscher

Während die einen Glück haben und nur milde Symptome zeigen, trifft es andere schwerer. Letztere sind auch oftmals diejenigen, die noch Monate danach über Long Covid-Folgen klagen.

Long-Covid-Patienten leiden häufig unter Atemnot (Symbolbild).
Long Covid-Patienten leiden häufig unter Atemnot (Symbolbild). © Uwe Anspach/dpa

Viele kämpfen dann oftmals noch mit folgenden Symptomen:

Doch eine US-Studie hat jetzt herausgefunden, dass Genesenen sogar ein Jahr nach der Erkrankung noch Schlimmeres drohen kann. Angeblich soll deren Sterberisiko stark erhöht sein. Und dabei spielt nicht nur die Schwere des Krankheitsverlaufs eine Rolle, sondern auch das Alter. Allerdings auf unerwartete Weise. Denn junge ehemalige Corona-Patienten sollen häufiger betroffen sein!

Für ihre Studie haben Dr. Arch Manous und sein Team elektronische Krankenakten von Patienten ausgewertet, die während der Coronawelle 2020 an der University of Florida Health behandelt worden sind. Darunter auch 178 Personen, die aufgrund eines schweren Corona-Verlaufs stationär behandelt werden mussten.

Covid-Erkrankung: Jüngere Patienten von Langzeitfolgen stärker betroffen?

246 untersuchte Patienten sollen hingegen einen milden Krankheitsverlauf aufgewiesen und daher nur eine ambulante Behandlung erhalten haben. Außerdem haben die Forscher noch Daten der Sozialversicherungen ausgewertet. Das erschreckende Ergebnis: 93 der 178 schwer erkrankten Corona-Patienten sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach ihrer Entlassung verstorben sein. Bei den 246 Personen mit mildem Krankheitsverlauf waren es dagegen nur 39 Todesfälle (15,9 Prozent).

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Schließlich haben die Wissenschaftler die Daten einer Vergleichsgruppe von 13.214 Personen hinzugezogen, die alle nachweislich über einen negativen PCR-Test verfügt haben. In dieser Gruppe soll die Sterberate („Hazard ratio“) hingegen 19,3 Prozent betragen haben.

Insgesamt sollen Menschen, die schwer an Covid-19 erkrankt waren, eine 2,5 Mal-höhere Wahrscheinlichkeit gehabt haben, innerhalb des untersuchten Jahres zu versterben als die Vergleichsprobanden, die nicht an Corona gelitten haben. Dabei seien sie bei den unter 65-Jährigen höher gelegen (3,33), während die Sterberate bei den Senioren mit über 65 Jahre bei 2,17 war. Die Forscher warnen daher davor, dass Jüngere zwar oftmals mildere Verläufe haben, wenn sie dann aber doch schwer erkranken, sind sie nach überstandener Krankheit oftmals insgesamt gefährdeter als Senioren.

Covid-Erkrankung: Weitere Studien über mögliches späteres Sterberisiko geplant

Die häufigsten Todesursachen waren Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mögliche spätere Komplikationen nach einer überstandenen Covid-Erkrankung. Ein Patient sei unter anderem an einer Thrombose gestorben.

Allerdings braucht es weitere Studien, da die Erhebung sehr regional begrenzt gewesen ist. Zudem kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass tatsächlich alle Todesfälle und das erhöhte Sterberisiko rein auf die Covid-Erkrankungen zurückzuführen sind. Allerdings könnte der Coronavirus, wie Experten schon länger vermuten, bestehende Vorerkrankungen oder Risikofaktoren verschlimmern. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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