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Corona-Virus: Bald Booster via Mundspray statt Impfung?

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Von: Laura Knops

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Mediziner der Universität Erlangen arbeiten derzeit an einem speziellen Mundspray gegen Corona. Ersetzt das Spray bald die Spritze?

Erlangen – Rund 27 Millionen Menschen haben hierzulande bislang die Booster-Impfung zur Auffrischung der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus erhalten. Eine dritte Impfung schützt laut Experten deutlich davor, an einem schweren Verlauf von Covid-19 zu erkranken. Über den Schutz vor der neuen Omikron-Variante geben die Studien zwar keine Auskunft, trotzdem raten Mediziner dazu, sechs Monate nach der letzten Impfung die Immunisierung gegen das Coronavirus auffrischen zu lassen.

In Zukunft könnte dies auch durch ein spezielles Mundspray geschehen, an dem Forscher der Universitätsklinik Erlangen gerade arbeiten. Dabei soll der Impfstoff anders wie bisher nicht als Spritze injiziert, sondern direkt auf die Schleimhäute im Mund gesprüht werden.

Corona-Virus: Bald Booster via Mundspray statt Impfung?

Das Team um Klaus Überla, Direktor des virologischen Instituts der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), hat bereits zu Beginn diesen Jahres ein antivitales Nasenspray auf seine Wirksamkeit gegen das Coronavirus untersucht. Nun soll die Booster-Impfung in Form eines Mundsprays in einer klinischen Studie weiter erforscht werden. Eine Folgestudie zum Transmissionsschutz durch eine Sprühimmunisierung soll in den nächsten Monaten die Ergebnisse bestätigen.

Ein Wissenschaftler untersucht im Labor das Coronavirus (Symbolbild).
Eine Impfung in Form eines Mundsprays könnte schon bald gegen das Coronavirus schützen (Symbolbild). © Westend61 / Imago

Das Prinzip hinter der neuartigen Impfung: Mithilfe eines speziellen Mundsprays soll ein Vektorimpftstoff direkt auf die Schleimhäute im Mund gesprüht werden*. Das Virus soll also dort „abgefangen“ werden, wo es in den Körper gelangt. Denn unterhalb der Schleimhaut ist das Immunsystem so stark präsent, dass viele Mikroorganismen wie auch das Coronavirus über diesen Weg in den Organismus eindringen. Anders als mRNA-Impfstoffe kann der virale Vektorimpftstoff laut den Forschern die Schleimhäute überwinden.

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Corona-Virus: Bald Booster via Mundspray statt Impfung?

„Es ist wichtig, das Virus möglichst an der Eintrittsstelle in den Körper abzufangen. Dazu bedarf es beim Corona-Virus einer Immunantwort direkt in der Schleimhaut der Atemwege“, erklärte Studienleiter Klaus Überla. Ziel der neuen Methode ist es, an dieser Stelle eine Immunantwort auszulösen, sodass das Coronavirus dem Körper nicht mehr schaden kann. Voraussetzung ist allerdings, die Menschen zuvor mit einem mRNA-Impftstoff immunisiert wurden.

So fanden die Forscher heraus, dass ein Schutz der Schleimhaut der Atemwege am besten durch eine Kombination von Impfungen zu erreichen ist. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde der Impfstoff zunächst in den Muskel injiziert. Erst der zweite Impfstoff – ein viraler Vektorimpfstoff – wird anschließend direkt auf die Schleimhäute der Atemwege gegeben. Da die bisherigen Studien noch nicht an Menschen getestet wurden, wollen die Forscher diesen Ansatz möglichst schnell in einer klinischen Studie überprüfen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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