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Coronavirus: Eine Infektion kann Schäden im Gehirn verursachen

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Von: Jennifer Köllen

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Nach einer Infektion klagen manche Menschen noch monatelang über Long-Covid-Symptome wie Schwindel und Vergesslichkeit. Das zeigen auch Studien zeigen.

Hamburg – Zehn bis 15 Prozent aller Erkrankten haben mit Langzeitfolgen von Corona zu kämpfen. Das schätzt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Zu den Long-Covid-Symptomen gehören unter anderem Erschöpfungszustände und der vorübergehende Verlust des Geruchssinns. Doch eine Corona-Infektion kann auch langfristige Beeinträchtigungen im Gehirn bewirken, wie mehrere Studien zeigen. Und diese Tatsache klingt wirklich beunruhigend.

Coronavirus: Eine Infektion kann Schäden im Gehirn verursachen

Vor allem, weil die Forschung noch relativ wenig darüber weiß, wie es zu diesen Beschwerden kommt, wie der „Spiegel“ berichtet. Zu den Symptomen gehören:

Seit Beginn der Pandemie berichten Betroffene von diesen Symptomen. Daher gab es auch bereits viele wissenschaftliche Untersuchungen und Studien darüber, ob und wie sich Covid-19 negativ auf das Gehirn auswirkt. Doch viele der frühen Arbeiten hätten laut „Spiegel“ Schwächen gehabt, seien zu subjektiv gewesen. Helgi Schiöth hat die bisherigen Veröffentlichungen zu neurologischen Schäden gesichtet, und sagt, dass sich die Qualität der Studien gebessert habe. Langsam wachse das Wissen darüber, wie sich Covid-19 auf das Denkorgan auswirke. Der Pharmakologe an der Universität Uppsala hat seine Erkenntnisse in einem im September erschienenen Review-Artikel zusammengefasst. (Lesen Sie auch „Corona-Virus: RKI ruft vierte Welle aus – darum haben immer mehr Geimpfte schwere Verläufe“)

In diesem Review berichtet er auch darüber, dass Forscher mit Hilfe von bildgebenden Verfahren nach einer Corona-Infektion Veränderungen im Hirnstoffwechsel entdecken konnten. Und das in Arealen, die sowohl für Gedächtnisleistungen zuständig sind, als auch im Riechhirn. Was erklären könnte, warum Erkrankte vorübergehend kaum riechen und schmecken können.

Eine 3D Illustration eines Gehirns in dem das Corona-Virus zu sehen ist. (Symbolbild)
Corona-Virus: Eine Infektion kann Schäden im Gehirn verursachen. (Symbolbild) © Alexander Limbach/ Imago

Corona-Virus: Diese Studien zeigen, dass eine Infektion Schäden im Gehirn verursachen kann

Der Wissenschaftler um Hirnforscher Adam Hampshire vom Londoner Imperial College fand heraus: von 80.000 Studienteilnehmern hatten diejenigen, die zuvor Corona hatten, schlechtere Ergebnisse beim logischen Denken. Je schlimmer sie erkrankt waren, desto schlechter schnitten sie ab.

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Der Nuklearmediziner Éric Guedj von der Uniklinik Marseille wiederum fand heraus: Bei Erkrankten weisen bestimmte Hirnbereiche einen niedrigeren Energieverbrauch auf als bei Gesunden. Und zwar die Bereiche, die für das Geruchsempfinden und für Gedächtnisleistungen verantwortlich sind. (Lesen Sie auch „Long Covid: Wenn nach der Corona-Infektion dieKopfschmerzen bleiben“)*

Corona-Virus: Das sind vermutlich die Ursachen, warum Covid-19 Schäden im Gehirn bewirken kann

Dass Corona ins Gehirn gelange und die Neuronen schädige, konnten Wissenschaftler aus Frankfurt immerhin ausschließen. Grund für die Beeinträchtigungen könnten Entzündungsprozesse sein, wie sie bei einer Infektion mit Corona vorkommen, vermutet Jacqueline Becker, Neuropsychologin am Mount Sinai Hospital in New York, wie der „Spiegel“ weiter berichtet. Wenn schwer Betroffene künstlich beatmet werden mussten, könnte auch ein Mangel am Sauerstoff im Gehirn der Grund sein. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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